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Jun 20, 2022 48 0 Bruder John Baptist Santa Ana, O.S.B.,
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Gottes Portrait

Es hat etwas Intimes, jemanden zu porträtieren, seine oder ihre Gesichtszüge zu studieren, subtile Details zu entdecken, und einen Ausdruck sensibel zu erfassen. Das Gesicht ist unverwechselbar. Die moderne Technologie der Gesichtserkennung bezeugt, wie absolut einzigartig das Gesicht jedes Menschen ist. Wie die DNA oder ein Fingerabdruck, dein Bild ist deines und nur deines. Und doch, während das Bild jeder Person insgesamt einzigartig ist, sind wir alle nach einem Vorbild gestaltet. Das Buch Genesis sagt, dass Gott Mann und Frau nach seinem Abbild schuf. Gott ist ein Künstler. Das ist eines der ersten Dinge, die wir über ihn in Schriften lernen. Er macht Porträts. Er macht Selbstporträts.

Wenn jeder Mensch nach Gottes Ebenbild geschaffen ist, warum sehen wir alle anders aus und verhalten uns so unterschiedlich? Gott ist grenzenlos. Kein einzelnes Individuum kann jemals die Gesamtheit dessen erfassen, wer Gott ist. Deshalb hat er so viele von uns geschaffen. Picasso hat mindestens vierzehn Selbstporträts im Laufe seines Lebens gezeichnet. Jedes Selbstporträts ist deutlich anders. Allerdings steckt in all seinen Bildern ein gewisses Maß an Wahrheit über Pablo. Ebenso ist jede Person eine einzigartige und dennoch wahrheitsgetreue Darstellung des eklektischen Charakters von Gott.

Sünde ist eine Bildverwüstung. Als Adam und Eva sich im Garten Gott widersetzten, passierte etwas mit ihrem gottgegebenen Bild. Ebenso passiert etwas mit unserem Bild, wo immer wir Gott oder anderen Unrecht tun. Sünde ist das Verwischen nasser Farbe auf Leinwand. Es ist die Entstellung von Gottes schönem Kunstwerk. Sünde macht Gott in uns weniger erkennbar. Und daher für uns selbst weniger erkennbar. Aber zum Glück widmet sich Gott wie ein typischer Künstler hartnäckig seiner Kunst. Deshalb nahm der Sohn, das vollkommene Ebenbild Gottes, das Medium aus Fleisch an.

Christus kam, um unser entstelltes Bild zu erneuern, neu zu streichen. Durch das Modellieren eines Lebens der Liebe, der Weisheit und der Vergebung, erinnert Christus uns, wie Gott aussieht. Mit seinem eigenen Blut beginnt Christus, unsere Fehler weg zu schrubben, Schlieren zu glätten und Lücken auszufüllen. Durch die Innenarchitektur des Heiligen Geistes gewinnt das ursprüngliche Meisterwerk wieder an Klarheit. Das Leben eines Christen ist eine fortwährende Kunstrestaurierung. Jeder Künstler weiß, wie langwierig der kreative Prozess sein kann, aber das Ergebnis ist es immer wert.

Bei der Durchreise durch Washington DC ist es unerlässlich, die Nationale Kunstgalerie zu besuchen. Dort tummeln sich Liebhaber aus aller Welt vor allem um ein Stück. Es ist ein Porträt von bescheidener Größe einer mysteriösen Dame, gemalt von Leonardo Da Vinci. Da nur noch wenige seiner Originale erhalten sind, gehört es heute zu den wertvollsten Kunstwerken. Auf der Rückseite des Porträts steht die Inschrift „Virtum Forma Decorat“ (Schönheit schmückt Tugend).

Das Bild von Gott ist spirituelle Wirklichkeit. Es wird durch das Verhalten unseres Charakters sichtbar gemacht. Wenn wir zulassen, dass unser Leben sich an Gottes Pinselstriche anpasst, folgt die Schönheit in ihrer unverfälschtesten und dauerhaftesten Pracht. Gott ist der Maler schlechthin. Seine Augen sind schärfer als Da Vincis und seine Hände weicher als Caravaggios. Deine Schönheit übertrifft alles im Louvre, weil du sein originales Kunstwerk bist. Nächstes Mal, wenn du das Kreuzzeichen machst, erinnere dich daran, dass du Gottes Unterschrift auf dir nachzeichnest.

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Bruder John Baptist Santa Ana, O.S.B.

Bruder John Baptist Santa Ana, O.S.B. ist Mönch der Abtei St. Andrew's, Valyermo, CA. Zurzeit absolviert er einen MA in Theologie am Dominikanischen Studienhaus in Washington, DC. Zu seinen Interessen gehören Kampfsport, Surfen und Zeichnen.

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