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Jun 20, 2022
Evangelisieren Jun 20, 2022

Erfahre die Liebe, von der du immer geträumt hast…

Es gibt viele und differenzierte Bilder von Jesus Christus. Eines, das mich traurig macht, mir aber dennoch große Hoffnung gibt, ist das Heiligste Herz Jesu. In diesem bekannten Bild zieht er seinen Mantel zurück, um sein Herz zu offenbaren, das flammend, durchbohrt und von einer Dornenkrone umgeben ist. Wenn wir es nicht besser gewusst hätten, könnten wir denken, dass es ein Zeichen der Niederlage ist. Vielleicht könnte man sogar denken, dass Jesus Schmerz und Leid verherrlicht.

Da ich jemand war, der alles andere als gesund war, identifiziere ich mich und finde Trost in diesem quälenden Bild. Viele Male, wenn es in der materiellen Welt nichts gab, was es lindern konnte, einschließlich wohlmeinender Menschen, konnte ich in der Tiefe meiner Einsamkeit und meines Leidens am Fuß des Kreuzes und in dem verwundeten Herzen stets Mut finden. Er wusste es. Er war da, um mir an diesem Ort zu begegnen.

Jesus erschien der heiligen Margareta Maria Alacoque und sagte zu ihr: „Mein Herz, das die Menschheit leidenschaftlich liebt, kann die Flammen seiner Nächstenliebe nicht länger zurückhalten. Es ist notwendig, es ihnen zu offenbaren, um sie mit den darin enthaltenen Schätzen zu bereichern.“

Noch voller Zweifel?

Christi Herz der Liebe brennt so reichlich und großzügig, es kann sich selbst nicht enthalten. Er möchte seine unfassbare, unergründliche Liebe über die Menschheit ausgießen, indem er die Schätze seines Heiligsten Herzens teilt.

Wovor haben wir also Angst, vor reiner, selbstloser und unermesslicher Liebe?

Was hält uns von diesem großzügigen Angebot zurück? Was hält die Menschheit auf Distanz? Warum zögern wir und haben Angst, uns von dieser Liebe verzehren zu lassen? Manchmal fühle ich mich dieser großzügigen, großherzigen Liebe unwürdig. Ist sie auch für Leute wie mich bedingungslos?

Liebe ist das, was Gottes Herz lenkt. Gott IST Liebe! Vielleicht macht uns unser verzerrtes Verständnis und unsere Erfahrung von Liebe am meisten Angst? Vielleicht wurden wir benutzt, anstatt richtig geliebt zu werden. Vielleicht war die Liebe, die uns in der Vergangenheit von jemandem, dem wir nahestanden, gezeigt wurde, bemessen, erworben oder bedingt. Wenn sie gesättigt waren oder sich langweilten, haben sie uns verworfen und gingen zu etwas oder jemandem über, der interessanter war?

Was ist mit unserer Herkunftsfamilie? War sie zerbrochen oder gestört? Unser erstes Zuhause sollte eine „Schule der Liebe“ gewesen sein, in der uns viele wertvolle Lebenslektionen der Liebe beigebracht wurden, frei, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Leider könnten sie Orte des Verrats, des Schmerzes und des Missbrauchs gewesen sein. Du brauchst nicht an diesem Ort der Einsamkeit und des Schmerzes zu bleiben, laufe zum Heiligsten Herz Jesu.

Pater Berlioux, ein französischer Priester und Autor des 19. Jahrhunderts schreibt folgendes über Christus: „Es war die Liebe, die bewirkt, dass er geboren wurde, handelte, litt und weinte; es war die Liebe, die ihn schließlich sterben ließ. Und in der Eucharistie ist es die Liebe, die ihn dazu bringt, sich uns hinzugeben, unser Gast, unser Gefährte und unser Retter, unser Essen und unsere Nahrung zu sein.“

Abgrund der Liebe

ALLES, was Christus tut und sagt, geschieht aus LIEBE. Wir brauchen uns vor nichts zu fürchten, was er von uns verlangt, was letztlich zu unserem eigenen Vorteil ist. In jeder meiner schweren Bürden dachte ich anfangs, dass sie meine Fähigkeiten weit übersteigen würden. Für mich stimmt das. Es ist in unserer Schwäche, sagt Paulus: „…die ich für Christus ertrage, denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ (2 Kor 12,10) Wenn wir der Wahnvorstellung unterliegen, dass wir alles beisammenhaben, gibt es dort keinen Raum für Christus, um uns zu tragen und zu erhalten.

Wenn deine Vergangenheit dir nur verdrehte Versionen von falscher Liebe gezeigt hat, wenn deine derzeitige Situation nicht der beste Ausdruck einer selbstlosen Hingabe für das Wohl eines anderen ist, dann darf ich dir dringend raten, dich dem wahren Herzen der Liebe zuzuwenden, um zu suchen, was dir fehlt. Von diesem Herzen – dem Heiligsten Herzen – wirst du lernen, WAHRE Liebe zu geben und zu empfangen.

Schließlich teilte die Hl. Gertrud, die auch das Vergnügen der innigen Vereinigung mit Jesus hatte, diese Worte: „Wenn die Menschen nur wüssten, wie du sie liebst: Wenn du sie nur die unendlichen Reichtümer deines Herzens entdecken ließest, würden sie dir alle zu Füßen liegen und nur dich lieben, oh Mysterium unendlicher Barmherzigkeit und Abgrund der Liebe…“

Also ist die Frage an jedes menschliche Herz diese: Wirst du weiterhin deine begrenzte Zeit auf Erden damit verbringen, eine falsche Liebe zu akzeptieren, dich in den Schmerzen der Vergangenheit zu suhlen und dein Herz erneut mehr Missbrauch auszusetzen? Oder läufst du zum „Geheimnis der unendlichen Nächstenliebe und zum Abgrund der Liebe“? Wie immer überlässt es uns unser liebender Gott, und er wird uns dieses erstaunliche Geschenk seiner Liebe NICHT ohne Erlaubnis aufzwingen.

Also, was soll es werden?

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Nach: Barbara Lishko

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Feb 16, 2022
Evangelisieren Feb 16, 2022

Erhalte eine ganz neue Perspektive durch die Augen des ultimativen Beobachters

Wer ist der Beobachter? Wenn ich diese Frage im Gebet betrachte, dann erkenne ich, dass ich Gottes Liebe und Gnade von einem sehr tiefen und persönlichen Standpunkt aus beobachte, wenn er mir erlaubt, seine guten Werke zu bezeugen, indem er durch mich handelt. Gottes Zeugnis ist niemals deutlicher als in meiner Rolle als Krankenschwester. Ich sehe jeden Tag Menschen, wenn sie am Tiefpunkt und am verletzlichsten sind. In diesen Momenten flüstert Gott: Kann ich mich melden? Wenn ich nachgebe und ihm meine Zustimmung gebe, durchströmt mich sein Geist, um die Menschen zu berühren, die ich pflege: Ich fühle, wie mein Blick weicher wird, um auf dem Gesicht meines Patienten zu ruhen, und ich weiß, dass er durch meine Augen schaut. Plötzlich kommen mir die richtigen Worte über die Lippen und ich weiß, dass sie von ihm kommen.

Die Reaktion meiner Patienten ist eindeutig. Ihre Gesichter verändern sich und sie strahlen Frieden und Licht aus. Ich glaube, dass ich in diesen Momenten zum ultimativen Beobachter der übernatürlichen Liebe und Barmherzigkeit Gottes in der Begegnung meiner Patienten mit ihm werde. Diese Begegnungen mit meinen Patienten haben nichts mit mir zu tun, sondern damit, dass Gott seinen Willen durch mich ausführt. Das kann nur geschehen, wenn ich von mir selbst zurücktrete und meine persönliche Beziehung zu Gott vertiefe. Aber das ist noch nicht alles. Er ruft mich dann auf, diese Beziehung mit anderen zu teilen.

Wo alles begann…

Als ich letztes Jahr zu Pfingsten getauft wurde, begann meine persönliche Gottesbeziehung als ein angenommenes Mitglied von Gottes Familie. Meine Antwort auf Gottes Ruf war unmittelbar und absolut. Von diesem Tag an war ich ihm unwiderruflich ergeben. Diese Hingabe ließ mich verstehen, dass ich nichts ohne die Anwesenheit Christi tun kann, und mein Bedürfnis, ihn in meinem Leben zu haben, übertraf alle anderen Bedürfnisse, die ich hatte. Er begegnete mir, wo ich war, völlig erschöpft und seiner Hilfe bedürftig und in meiner ganzen Unvollkommenheit und Bedeutungslosigkeit überließ ich ihm alles. Ich übergab ihm entschlossen die absolute Kontrolle über mein Leben, einschließlich meiner Ehe, Freunde, Familie, Haustiere, Karriere, Finanzen… Was auch immer, es gehört nun ihm!

Mein persönliches Gebet im Laufe des Tages wurde `Nicht mein Wille, sondern deiner´, als ich anfing, Schichten meines alten Selbst abzuwerfen. Dadurch hat mich Gott innerlich und äußerlich verwandelt. Ich habe Heilung von meiner langjährigen komplexen posttraumatischen Belastungsstörung und verschiedenen schmerzbedingten Beschwerden erfahren. Menschen begannen auf positive Weise auf mich zu reagieren. Lehrer kreuzten meinen Weg, wenn ich sie brauchte, meine bereits glückliche Ehe verbesserte sich unvorstellbar, negative Einflüsse fielen sanft ohne Konflikte weg und ich fühlte mich im Frieden. Wichtiger noch, ich fühlte Gottes Anwesenheit an meiner Seite und ich fing an, auf seine Stimme zu hören.

Es war für mich immer natürlicher, unseren Herrn zu hören, als zu ihm zu sprechen, und jeden Tag opfere ich Zeit, um das Angesicht Jesu zu betrachten und dann lasse ich einfach seine Worte über und in mich fließen. Ich glaube, dass Gott unser Vater unbedingt eine persönliche Beziehung zu jedem von uns haben und seine Bürden mit uns teilen möchte. Er offenbart dies, wenn wir unsere Zeit Jesus widmen.

Teil von dem Zeit für Jesus widmen ist es, ihm unseren Willen zu überlassen und ihn durch uns wirken zu lassen, um Menschen aus ihrer Not zu erlösen. Mir wurde gesagt, dass der Umgang mit Sündern gegen ihre religiösen Werte verstößt, aber ich frage mich, wie wir von Jesus erwarten können, weiterhin Leidende zu heilen, wenn wir uns ihm nicht zur Verfügung stellen, um durch uns zu wirken.

Für immer verändert

Man muss keine Krankenschwester sein, damit Gott andere um uns herum berühren kann. Wir alle haben Freunde, Familie, Kollegen und Bekannte, die Gottes heilende Liebe benötigen. Jedesmal, wenn wir uns Gott hingeben, sagen wir `Nicht mein Wille, sondern deiner, Herr´ und unsere Seele verbindet sich mit ihm. So begegnet uns Gott. Wir wurden geschaffen, um im Vertrauen zu Gott zu leben, ohne Unterlass zu beten, an einem Ort der Anbetung zu leben. Während wir uns in dieser Lebensweise bewegen, werden wir introspektiv. Wir empfangen die tiefe, bedingungslose Liebe Gottes und sind für immer verändert. Wir können nicht zurück, weil wir transformiert sind, da seine Liebe uns vom oberflächlichen Kopfwissen zu einer tiefen Offenbarung des Herzens bewegt, die zum Kern unserer Identität wird.

Im Herzen der unerbittlichen Liebe ist ein Lebensstil von Gebet, Anbetung, Gerechtigkeit und Jüngerschaft. Alles davon beginnt mit Hingabe und Selbstentäußerung: mit anderen Worten, wir werden in Christus gekreuzigt. Der Beobachter von Gottes großartiger Stärke zu werden ist fest in der Liebe verankert. Es findet statt, wenn wir loslassen und die Liebe Gottes freilassen, Menschen und Gegebenheiten die Wiederherstellung bescheren. Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat, und wenn wir die Liebe Gottes freilassen, strömt Gerechtigkeit aus.

Wir lassen Gottes Liebe frei und werden seine Zeugen, wenn wir den Hungrigen zu essen geben, wenn wir unseren Glauben mit Menschen teilen, wenn wir prophezeien, wenn wir die übernatürliche Kraft Gottes freisetzen, um Heilung zu bringen, wenn wir mit Barmherzigkeit, Demut und Gehorsam leben. Gottes Beobachter zu werden, drückt seine Liebe zu dieser Welt aus, indem wir ihm erlauben, durch uns zu wirken, und dann werden Menschen ihm begegnen.

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Nach: Fiona Rochford

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Dez 28, 2021
Evangelisieren Dez 28, 2021

Lucia wurde in Syrakus auf Sizilien in eine reiche und vornehme römische Familie geboren. Als ihre Mutter sie mit einem heidnischen Mann verheiraten wollte, protestierte Lucia, dass sie nur Christus gehöre. Um ihre Mutter auf ihre Seite zu ziehen, betete Lucia am Grab der heiligen Agatha (einer anderen christlichen Jungfrau), dass ihre Mutter von einer Krankheit geheilt werden möge, an der sie seit langem litt. Ihre Mutter wurde auf wundersame Weise geheilt und willigte ein, ihre Tochter nicht zu verheiraten. Der heidnische Freier, den Lucia abgewiesen hatte, war wütend, als er hörte, dass „Lucia einen besseren Bräutigam als ihn“ (gemeint war Jesus) gefunden hatte. In seinem Zorn denunzierte er Lucia bei Pascasio, dem Statthalter, als Christin.

Pascasio nutzte diese Gelegenheit, um Lucia öffentlich zu demütigen und damit die Macht Christi und seiner Kirche zu diskreditieren. Da er wusste, dass Lucia ein Keuschheitsgelübde abgelegt hatte, begnügte er sich nicht damit, Lucia nur körperlich zu töten, sondern wollte auch die Schönheit ihrer Seele zerstören. Der Gouverneur von Syrakus schickte Wachen, um Lucia in ein Prostitutionshaus zu bringen. Doch Gott machte Lucias Körper schwer wie Blei, sodass die Wachen sie nicht bewegen konnten. Dann sollte sie verbrannt werden, aber auch mit Öl konnte man kein Feuer entfachen. Frustriert fragte der Gouverneur Lucia: „Wie machst du das?“  Lucia konnte nur antworten, dass nicht sie es war, sondern Jesus Christus.  Daraufhin befahl Pascasio, Lucias schöne Augen auszustechen. Dennoch blieb sie standhaft und weigerte sich, Christus zu verleugnen.

Sie spürte, dass ihre Zeit des Zeugnisses und des Martyriums gekommen war. Bewegt vom Heiligen Geist, prophezeite Lucia der Menge. Sie sagte ihnen, dass die Verfolgung nicht mehr lange andauern würde und der Kaiser seinen Thron verlieren würde. In seiner Panik, Lucia davon abzuhalten, um nicht der Nächste zu sein, befahl Pascasio einem Soldaten, Lucia mit seinem Schwert in den Hals zu stechen. Am 13. Dezember 304 erlangte sie die Krone der Jungfräulichkeit und des Martyriums.

Als der Leichnam von Lucia zum Friedhof getragen wurde, entdeckte man, dass ihre Augen auf wundersame Weise wiederhergestellt worden waren. Zur Erinnerung an dieses Wunder wird Lucia oft mit einer Schale abgebildet, auf der sich ein Paar Augen befindet. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurde Lucias Name neben dem von Agatha in den römischen Kanon aufgenommen.  Die geliebten Überreste der Heiligen Lucia ruhen in der Basilika der Heiligen Lucia in Syrakus, Sizilien.

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Nach: Shalom Tidings

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Jul 28, 2021
Evangelisieren Jul 28, 2021

Raimund Kolbe wurde 1894 in eine arme, polnische Bauernfamilie geboren. Als Kind hatte er so eine boshafte Art, dass niemand gedacht hätte, dass er Märtyrer der Nächstenliebe, Heiliger von Auschwitz, Gründer der Marianischen Initiative, Apostel Mariens und Schutzpatron des zwanzigsten Jahrhunderts werden würde! Eines Tages war seine Mutter so sehr von seinem Verhalten frustriert, dass sie ihn aus Verzweiflung anschrie: „Raimund, was soll aus dir nur werden?!“

Das traf ihn bis ins Mark. Voller Trauer ging er in eine Kirche und stellte diese Frage im Gebet. „Was wird aus mir?“ Dann hatte er eine Vision, in der ihm die Jungfrau Maria erschien, zwei Kronen in der Hand haltend, eine weiße und eine rote. Sie sah ihn voll Liebe an und fragte ihn, ob er eine davon haben wollte. Raimund antwortete: „Ja“, er wollte beide.

Die weiße Krone der Reinheit kam zuerst, als er den Namen Maximilian Kolbe annahm und Ordensgelübde ablegte, eines davon war Keuschheit. Bereits im kleinen Seminar sagte er oft zu seinen Mitschülern, dass er sich wünschte, sein ganzes Leben einer großartigen Idee zu widmen. Schließlich gründete er 1917 die „Miliz der Unbefleckten“ mit dem Ziel die ganze Welt zu Gott zu bringen, durch Jesus Christus unter der Führung von der Maria Immaculata. Um diese Mission zu erfüllen, opferte er alles und dies brachte ihn zu der roten Krone des Märtyrertums.

1941 wurde Kolbe von der Gestapo verhaftet und in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Ein Mitgefangener weinte um seine Ehefrau und Kinder, als er willkürlich ausgewählt wurde, in den Hungerbunker gesperrt zu werden, da ein Häftling geflohen war. Als er dies hörte, meldete sich Pater Kolbe freiwillig, seinen Platz einzunehmen. Während dieser schrecklichen Tage in dem Bunker führte er die Männer im Gebet und sprach ihnen Mut zu. Bei jeder Kontrolle, während die anderen auf dem Boden lagen, kniete oder stand Pater Maximilian in der Mitte, die Offiziere fröhlich anblickend. Nach zwei Wochen waren nahezu alle Gefangenen an Hunger oder Durst gestorben, bis auf den Pater. Am Abend der Mariä Himmelfahrt injizierten die ungeduldigen Nazis Pater Kolbe Karbolsäure, er hob seinen linken Arm, um gelassen die tödliche Spritze zu erhalten. 1982 sprach Papst Johannes Paul II Maximilian Kolbe als Märtyrer der Nächstenliebe und „Schutzpatron unseres schwierigen Jahrhunderts“ heilig.

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Nach: Shalom Tidings

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Jul 28, 2021
Evangelisieren Jul 28, 2021

 67% aller, die sich als „religiös“ bezeichnen, fanden ihren Glauben an Gott in Frage gestellt…

 Der britische christliche Radiosender Premier Christian Radio gab eine Umfrage in Auftrag, die untersuchte, wie die COVID-Krise religiöse Überzeugungen und Einstellungen beeinflusst hat. Es gab drei wichtige Ergebnisse – nämlich, dass 67% derjenigen, die sich selbst als „religiös“ bezeichnen, ihren Glauben an Gott in Frage gestellt sahen, dass fast ein Viertel aller Befragten sagte, dass die Pandemie ihre Angst vor dem Tod verstärkt hat, und dass etwa ein Drittel der Befragten sagte, dass ihr Gebetsleben durch die Krise beeinflusst wurde. Justin Brierley, der die beliebte Sendung Unbelievable? (Unglaublich?) moderiert, äußerte sich überrascht, wie viele Menschen aufgrund von COVID Schwierigkeiten hatten, an einen liebenden Gott zu glauben. Auf diesen Befund möchte ich ebenfalls eingehen.

Natürlich verstehe ich in einem gewissen Sinne das Problem. Ein ganz alltäglicher Einwand gegen den Glauben an Gott ist das menschliche Leid, vor allem, wenn es Unschuldige trifft. Der Apologet des Atheismus oder Naturalismus fragt den Gläubigen ganz leicht: „Wie kannst du angesichts des Holocausts, der Schießereien in Schulen, der Tsunamis, die Hunderttausende von Menschen töten, der Pandemien usw. überhaupt die Existenz eines liebenden Gottes behaupten?“ Doch ich muss gestehen, dass ich dieses Argument des Bösen in einem anderen Sinne absolut nicht überzeugend finde, und das sage ich gerade als katholischer Bischof – also als jemand, der die Lehre von Gott, die aus der Bibel stammt, einhält und lehrt. Denn ich glaube nicht, dass irgendjemand, der die Heilige Schrift sorgfältig liest, jemals zu dem Schluss kommen könnte, dass der Glaube an einen liebenden Gott irgendwie unvereinbar mit dem Leiden ist.

Es steht außer Frage, dass Gott Noah liebt, und doch lässt er Noah die unsagbar schwere Prüfung einer Flut erleben, die fast alles Leben auf der Erde auslöscht. Es besteht kein Zweifel, dass Gott Abraham liebt, und doch verlangt er von diesem Patriarchen, seinen geliebten Sohn Isaak eigenhändig zu opfern. Mehr als fast jeder andere in der biblischen Überlieferung liebt Gott Mose, und doch hindert er den großen Befreier daran, in das Gelobte Land einzuziehen. David ist ein Mann nach dem Herzen Gottes, der süße Sänger des Hauses Israel, und doch straft Gott David für seinen Ehebruch und seine Verschwörung zum Mord. Jeremia ist von Gott besonders auserwählt, das Wort Gottes zu verkünden, und doch wird der Prophet am Ende verworfen und ins Exil geschickt. Das Volk Israel ist Gottes auserwähltes Volk, seine königliche Priesterschaft, und doch lässt Gott zu, dass Israel von seinen Feinden versklavt, verbannt und brutal behandelt wird. Und um dieser Dynamik volle Ausdruckskraft zu geben, liefert Gott seinen eingeborenen Sohn aus, damit er an einem Kreuz zu Tode gefoltert wird.

Noch einmal: Der Punkt, der sowohl für Gläubige als auch für Ungläubige heute zum Stein des Anstoßes wird, ist, dass die biblischen Autoren keinerlei Widerspruch sahen zwischen der Existenz eines liebenden Gottes und der Tatsache menschlichen Leidens, sogar unverdienten menschlichen Leidens. Vielmehr sahen sie es – mysteriös genug – als einen Teil des Planes Gottes und schlugen verschiedene Ansätze vor, um dies zu verstehen. Manchmal, so spekulierten sie, wird uns das Leiden als Strafe für die Sünde auferlegt. Ein anderes Mal könnte es ein Mittel sein, mit dem Gott eine geistliche Reinigung in seinem Volk bewirkt. Wieder andere Male könnte es der einzige Weg sein, wie Gott unter den Bedingungen eines endlichen Universums bestimmte Güter herbeiführen kann. Aber sie erkannten auch an, dass wir in den meisten Fällen einfach nicht wissen, wie das Leiden in Gottes Pläne passt. Und zwar genau deshalb, weil unser endlicher und von der Zeitgeschichte geprägter Verstand nicht einmal im Ansatz die Absichten und Zwecke eines unendlichen Verstandes begreifen kann, der sich mit dem gesamten Raum und der gesamten Zeit beschäftigt. Praktisch der ganze Inhalt des Buches Hiob besteht darin, dies zu zeigen. Als Hiob gegen das protestiert, was er als massive Ungerechtigkeit an seinem Leiden empfindet, antwortet Gott mit einer langen Rede – tatsächlich seine längste Rede in der Bibel, die Hiob daran erinnert, wie viel von Gottes Absichten sein demütiger menschlicher Diener nicht kennt: „Wo warst du, als ich die Grundsteine der Erde legte …“

Noch einmal: Egal, ob sie den Zweck des menschlichen Leidens nur halb oder gar nicht verstanden haben, kein biblischer Autor war versucht zu sagen, dass besagtes Übel mit der Existenz eines liebenden Gottes unvereinbar sei. Gewiss, sie klagten und beklagten sich, aber der Adressat der Klage war kein anderer als der Gott, der sie, wie sie fest glaubten, liebte. Ich zweifle keinen Augenblick daran, dass viele heute das Gefühl haben, dass das Leiden ein unüberwindliches Hindernis für den Glauben an Gott darstellt, aber ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass dieses Gefühl eine Folge davon ist, dass die religiösen Führer ziemlich unfähig waren, die biblische Lehre von Gott zu lehren. Denn wenn menschliches Leid deinen Glauben an Gott untergräbt, dann hast du ganz einfach nicht an den Gott geglaubt, den die Bibel vorstellt.

Ich möchte klarstellen, dass nichts von dem oben Gesagten dazu gedacht ist, die schreckliche Erfahrung des Leidens zu verharmlosen oder die intellektuellen Spannungen, die es erzeugt, leichtfertig abzutun. Aber es ist tatsächlich meine Absicht, Menschen zu einer tieferen Begegnung mit dem Geheimnis Gottes einzuladen. Wie Jakob, der die ganze Nacht mit dem Engel gerungen hat, dürfen wir Gott nicht aufgeben, sondern müssen mit ihm ringen. Unser Leiden sollte uns nicht dazu bringen, die göttliche Liebe abzulehnen, sondern sie anders zu bewerten, als wir es uns je vorgestellt haben. Es ist vollkommen verständlich, dass wir, wie Hiob, unseren Protest gegen Gott herausschreien könnten, aber dann müssen wir, wie dieser große geistliche Held, bereit sein, die Stimme zu hören, die uns aus dem Wirbelsturm antwortet.

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Nach: Bishof Robert Barron

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Jun 01, 2021
Evangelisieren Jun 01, 2021

Es geht vom Ohr direkt ins Herz! Erfrische deine Seele auf erstaunliche Weise

Ich besuche Pflegeheime, wo ich als Seelsorgerin meinen Dienst mit Gebet, Liturgie und Musik anbiete, vor allem im Intensivpflegebereich. Dabei bin ich immer voller gemischter Gefühle. Mir ist bewusst, dass diese Bewohner oft stunden- oder tagelang keine Reaktionen zeigen.

Wenn ich die Teilnehmer sehe, die schwach und vom Leben gezeichnet nur darauf warten zu gehen und ins Leere starren, so zweifle ich ernsthaft daran, dass meine Arbeit irgendwelche Früchte tragen wird.

Und doch wurde ich oft eines Besseren belehrt. Denn sobald Amazing Grace, How Great Thou Art, One Day at a Time und andere besonders beliebte Kirchenlieder ertönen, heben sich Köpfe, weiten sich Augen und laufen Tränen über manche Wangen.

Gegen das Vergessen

Einmal griff ein gebrechlicher Herr nach meiner Hand, er saß gelähmt in einem Schalenstuhl. An diesem Tag musste ich ein paar Tränen vergießen. Ein anderer, der wortkarg und feindselig war, schmetterte immer wieder heiter das Lied in seiner großartigen Baritonstimme, bis er von einigen Bewohnern zum Schweigen gebracht wurde, die sich von seinem „Lärm“ gestört fühlten und schenkte mir dann ein seliges Zwinkern und ein Daumen hoch!

Studien über Demenz zeigen, dass Musik Menschen in allen Stadien hilft, sich mit kostbaren Erinnerungen zu verbinden und dass Musik in der Tat eine gute Medizin ist. An Melodien kann man sich noch lange erinnern, nachdem man Namen, Gesichter und Worte vergessen hat.

Wir vergessen manchmal, welche Kraft die Musik hat, dieses Gehirnareal zu aktivieren – Antworten hervorrufen, Wiederverbindung mit geliebten Menschen und Verbesserung des Fokus. Sie steigert die Zufriedenheit und verringert die Erschöpfung. Gleichzeitig lichtet sie den Nebel, den Schleier, der uns vielleicht von dem trennt, was wir vergessen möchten und an was wir uns erinnern möchten.

Das Clay Centre for Young Healthy Minds schreibt, dass Musik die am besten erforschte Kunsttherapie ist, und dass sie hilft, Angst, Depressionen, Trauma, Psychose und Stress abzubauen. Musik hilft heilen.

Sing für Ihn

Bischof Brewer predigte am Sonntag, den 04. Oktober 2015 über einige unterschiedliche Verwendungszwecke von Musik in unseren Leben. Er sagt, dass Musik uns das Evangelium lehrt; sie verbindet uns mit Gott auf einzigartige Weise; sie erlaubt uns unsere Liebe zu Gott mit unserem ganzen Sein auszudrücken; und wenn sie für den Gottesdienst genutzt wird, erfüllt sie Gottes Gebot. Des Weiteren führt er aus, dass Musik, die Gott ehrt, unsere Herzen zum Singen bringt. Und wenn unsere Herzen singen, so geschieht Anbetung. Wir sind innerlich verwandelt.

Ich habe festgestellt, dass dies wahr ist. Ich gehöre einer Gebetsgruppe an, wo Lobpreis und Anbetung jeden Freitag den Abend einrahmen, wenn wir zusammenkommen. 23 Jahre lang

haben wir nun Musik miteinander geteilt, die uns in eine tiefere Gemeinschaft mit Gott gezogen hat.

Ein großer Teil meines eigenen geistigen Wachstums wurde durch Lobpreis und Anbetung ermöglicht. Wenn ich zum Herrn singe, offenbart der Heilige Geist mir Wahrheiten über mich und die Notwendigkeit meiner inneren Veränderung. Es wird mir bewusster, dass ich Gottes Gnade brauche und ich vergieße Tränen der Trauer über meine Sünden und Freude über seinen Sieg über Sünde und Tod. Wenn ich völlig erledigt bin, spendet mir Musik Trost; wenn ich gegen Kummer ankämpfe, gibt sie mir die Kraft und den Glauben weiter zu machen; wenn ich froh bin, inspiriert mich Musik zum Tanzen und meine Hoffnung mit anderen zu teilen; wenn der Teufel mich in Versuchung führt, halten ihn Lobpreis und Anbetung auf Abstand.

Die Basis der Harmonie

Wenn du dich eingehender damit befassen möchtest, lies den Artikel von John Michael Talbot in Music of God. Er sagt: „Gott ist perfekte spirituelle Musik. Viele der großen Weltreligionen sagen, dass Gott das Universum durch Musik geschaffen hat. Aber die Musik, von der sie sprechen, ist nicht von dieser Welt. Sie ist zutiefst spirituell und mystisch. Die Mystiker sagen, dass man im übernatürlichen Zustand Klang sehen und Farben hören kann. Das war unser ursprünglicher Zustand, und wird es in der Ewigkeit wieder sein. Diese wohlklingende Musik ist Teil von Gottes Wesen. Gott ist die perfekte Harmonie von transzendentaler Selbst-Genügsamkeit und selbstverströmender Güte sowie selbstloser Liebe. Diese beeindruckende Balance und friedliche Harmonie manifestiert sich in vollkommener Weise in der Dreifaltigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist. Es ist vollkommene Logik, aber jenseits der verständlichen Logik.“ Ein anderer Musikschriftsteller deutet darauf hin, dass Harmonie von Gott geweiht ist – die Grundlage der Harmonie ist ein Dreiklang, ein Dreigespann von Noten, die in vollkommener Eintracht miteinander sind.

Wir mögen 2020 aufgrund von Covid 19 nicht viel Musik gehabt haben – viele von uns haben auch den Rhythmus ihres Lebens verloren, geplagt von Unsicherheiten, das Leben zerrissen durch die Misstöne von Verlust und Sorge. Aber wir dürfen alle zuversichtlich sein, dass wir im Jahr 2021 zurückgewinnen wollen, was wir verloren haben, und dass wir die Hoffnung, das Vertrauen und den Glauben wieder entdecken, dass Gott uns dazu bestimmt hat – Schaffung von Harmonie, Frieden und Freude.

Wir mögen von der Corona Virus Pandemie abgelenkt worden sein, aber lasst uns erneut erinnert sein an die Offenbarung (Offb 5,8-9): „Als es das Buch empfangen hatte, fielen die vier Lebewesen und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder; alle trugen Harfen und goldene Schalen voll von Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen. Und sie sangen ein neues Lied.“

Lasst uns wieder unsere alten Lieder singen, oder neue schreiben, während wir weiter Musik für den Herrn machen, so dass wir einstimmen können in die himmlischen Chöre!

Wenn wir unser disharmonisches falsches Selbst, getrieben von Lärm und Angst, loslassen und stattdessen Gott suchen, so werden wir ihn wieder zu uns sprechen hören in einer friedlichen Melodie des Vertrauens, froher Botschaften und Dankbarkeit.

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Nach: Dina Mananquil Delfino

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Jun 01, 2021
Evangelisieren Jun 01, 2021

Der ROSENKRANZ ist ein intimes spirituelles Gespräch, das du mit der Heiligen Jungfrau Maria und Gott führst, um deine Ängste, deine Bedürfnisse und Wünsche vorzutragen. Der Rosenkranz gibt DIR die spirituelle Kraft, alles, was du im Leben erreichen willst, zu verwirklichen und das Unmögliche zu schaffen.

Dieses meditative geistliche Gespräch kannst du jederzeit und überall durchführen, wo du hingehst. Du kannst es in einer Gruppe oder alleine beten. Du kannst den Rosenkranz mit deinen Kindern, mit deinem Ehepartner oder der Person, mit der du zusammen bist und mit Freunden beten. Du kannst es zu einer Familienangelegenheit machen. Du kannst den Rosenkranz auch beim Kochen, beim Autofahren, in öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Warten in der Schlange oder unter der Dusche beten. Es gibt keine Grenzen, wo du den Rosenkranz beten kannst.

Jedes Mal, wenn du den Rosenkranz betest, wirst du geistlich gestärkt, bekommst mehr Heilung, mehr Zuversicht, mehr Inspiration, mehr wundersame Veränderungen in deinem Leben, mehr spirituelles Bewusstsein und mehr göttliche Gnaden in deinem Leben. JA … der Rosenkranz hat WUNDERBARE KRAFT!

Das Beten des Rosenkranzes gibt dir Frieden für dich selbst und für die Welt, und er bringt dir und deiner Familie ein höheres Ziel, Kraft, Sieg, Heilung, Wunder, Gelassenheit, Klarheit, Entschlossenheit, Vision, Einheit und Harmonie. Mehr Segen kann in dein Leben kommen, wenn du den Rosenkranz betest!

Jedes Mal, wenn du den Rosenkranz betest, wird deine Seele mit neuer Hoffnung, Inspiration, Energie und Heilung aufgefüllt. Ich bin ein Zeugnis dafür. Jedes Ave Maria ist ein Moment der Gnade, ein Moment der Barmherzigkeit, ein Moment der Heilung, ein Moment der Hoffnung, ein Moment der Dankbarkeit, ein Moment der Demut und ein Moment der Hingabe.

Wann immer du Zweifel hast oder auf ein Hindernis beim Erreichen deiner Ziele stößt; jedes Mal, wenn du dich einsam, deprimiert oder ängstlich fühlst; jedes Mal wenn du dich schikaniert, zurückgewiesen oder schlecht fühlst, als ob die ganze Welt gegen dich ist, bete den Rosenkranz inbrünstig mit Glauben und Liebe in deinem Herzen, um deinen Geist, Körper und deine Seele zu stärken. Dieses spirituell ermächtigende Werkzeug wird dich ermutigen, dich selbst nicht aufzugeben.

Benutze den Rosenkranz, um persönliche Bitten vorzubringen und für die Bedürfnisse anderer und der Welt zu beten, besonders für Heilung. In diesem Raum der Kontemplation und des Gebetes, während du Gott und der Heiligen Jungfrau Maria deine Dankbarkeit für die Ereignisse des Evangeliums darbringst, kannst du die geistige Führung erhalten, die du brauchst.

Wenn du den Rosenkranz nicht kennst, ist das die Chance, seine Kraft zu entdecken und auszuprobieren! Der Rosenkranz ist eines der größten Vermächtnisse, das du deinen Kindern hinterlassen kannst und ein fantastisches Geschenk, das du mit deiner Familie und deinen Freunden teilen kannst.

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Nach: Dahla Louis

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Jan 28, 2021
Evangelisieren Jan 28, 2021

Hier sind 3 Anregungen, die dir helfen, den guten Kampf zu kämpfen

Wie kommt es, dass wir so oft die Dinge, die wir tun wollen, vermeiden und denen, die wir nicht tun wollen, nachgeben? Der heilige Paulus konnte es auch nicht herausfinden (siehe Röm 7, 15). Und warum braucht es eine Pandemie, um unerwünschte Ablenkungen aus unserem Leben zu entfernen? Es scheint eine unglückliche Seite an unserer menschlichen Natur zu sein. Aber vielleicht kann uns die aktuelle Pandemie, die weltweit schwere Krankheit und Tod gebracht hat, helfen, einige Aspekte unserer störrischen menschlichen Natur zu überwinden.

Soziale Distanz ist für viele Menschen in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung, aber ironischerweise hat sie sich für viele auch als nützlich und vorteilhaft erwiesen. Die längere Zeit des Alleinseins, die viele erlebt haben, hat unerwartete Gelegenheiten geboten, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist, und Gott näher zu kommen. Wenn diese Einschränkungen nachlassen, wird es nur allzu leicht sein, in unsere alten Gewohnheiten zurückzufallen. Um also den Fortschritt, den wir gemacht haben, zu erhalten, lasst uns das tun, was gute Katholiken tun –  uns die Hände schmutzig machen, die Rosenkranzperlen abstauben, Kerzen auf dem Familienaltar anzünden und unsere Gedanken zum Himmel erheben, während wir drei einfache Schritte unternehmen, die uns davor bewahren können, den Boden zu verlieren.

Schritt 1: Bete ohne Unterlass

Es ist zwar wunderbar, dass dein Gebetsleben in dieser Zeit der Krise eifriger geworden ist, aber denk daran, dass es im Allgemeinen leichter ist zu beten, wenn wir ein bestimmtes und dringendes Anliegen im Kopf haben. Achte also darauf, dass du nicht nachlässig wirst und den Eifer nicht verlierst, wenn die Dinge sich beruhigen.

Ändere deine Gebetszeit nicht, um sie an deine Routine anzupassen, wenn du deine neue „Normalität“ wiederherstellst, ändere stattdessen deine Routine, um sie an deine Gebetszeit anzupassen. Wenn du das geschafft hast, während der Pandemie mehr Zeit für Gebet, Meditation und Kontemplation einzuplanen, bemühe dich, deine Routine beizubehalten, wenn die Schulen und Arbeitsplätze ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Finde Lösungen, die zu deinen Lebensumständen passen: Podcasts oder CDs, die du während der Fahrt im Auto abspielen kannst, Familienrosenkranz am Esstisch, während die kleinsten noch an ihren Hochstühlen angeschnallt sind, Familien-Lectio Divina oder abendliches Bibellesen.

Schritt 2: Mache aus dem Sonntag mehr als eine Pflicht

Die Messe zu besuchen und unseren Herrn in der Eucharistie zu empfangen, klingt für viele von uns gerade jetzt verlockend. Der fehlende Zugang zu den Sakramenten lässt uns nach ihnen sehnen. Man sagt, „man weiß nicht, was man hat, bis man es verliert“.

Aber werden wir unsere Sehnsucht nach der Messe auch behalten, wenn wir wieder in der Lage sind, sie frei zu besuchen? Es wird uns Mühe kosten, jede Messe mit der gleichen Intensität anzugehen, die wir jetzt empfinden. Andernfalls könnten wir uns irgendwann, nachdem unsere Kirchen wieder geöffnet sind, dabei ertappen, dass wir nachlässig werden und unseren Glauben wie eine Pflicht behandeln, nicht wie das Geschenk und Privileg, das er ist.

Mit Blick auf diesen Gedanken sagte Josemaría Escrivá: „Viele Christen nehmen sich Zeit und haben Muße genug in ihrem gesellschaftlichen Leben (von Eile keine Spur). Sie sind auch müßig in ihren beruflichen Aktivitäten (auch hier keine Eile). Aber ist es nicht seltsam, dass dieselben Christen sich in einer solchen Eile befinden und den Priester in ihrem Bestreben, die Zeit für das heiligste Opfer des Altares zu verkürzen, hetzen wollen?“

Wie können wir mehr Zeit für Gott entbehren?

Widme den Sonntag dem Herrn, und zwar den ganzen Tag. Ja, besuche die Messe, aber belasse es nicht dabei. Schaffe Gemeinschaft in deiner Pfarrei. Wie wäre es mit Frühschoppen nach der Messe? Du könntest eine andere katholische Familie zu euch nach Hause zum Kaffee oder Mittagessen einladen. Oder du könntest schon früher zur Kirche gehen, um noch das Sakrament der Beichte zu empfangen, einen Rosenkranz als Familie zu beten oder Zeit im stillen Gebet zu verbringen!

Schritt 3: Reduziere überflüssige Aktivitäten

Ausgangssperre und soziale Distanz haben die Anzahl der Dinge, mit denen wir unsere Zeit verbringen, drastisch verkürzt. Vielleicht hat uns die Pandemie dazu eingeladen, über die Aktivitäten in unserem Leben nachzudenken. Welche vermissen wir, und welche vermissen wir überhaupt nicht? Welche brauchen wir, und welche brauchen wir nicht?

Sind wir überplanmäßig beschäftigt? Verursacht alles, was wir tun, Stress und logistische Albträume? Müssen unsere Kinder an jeder außerschulischen Aktivität teilnehmen, die es gibt? Lassen wir sie im Stich, wenn wir ihre außerschulischen Aktivitäten einschränken, oder erweisen wir ihnen einen Gefallen? Vielleicht ist es an der Zeit, diese außerschulischen Aktivitäten zu entrümpeln, damit sie ein gesundes Gleichgewicht für ihre Familie finden können.

Weniger verplante Zeit mit Aktivitäten bedeutet mehr unverplante Zeit als Familie. Und es sind die unverplanten Momente, die für die beste Zeit sorgen. Spontane Brettspiele, Plätzchen backen und Fahrradtouren sorgen für Erinnerungen, die Kinder nie vergessen werden.

Die Pandemie hat uns die Gelegenheit gegeben, unser Gebetsleben und unsere Prioritäten neu zu ordnen. Zweifellos werden das Leid und die Herausforderungen, denen wir in dieser Zeit gegenüberstehen, von Gnaden begleitet, die uns helfen werden, Veränderungen zum Besseren vorzunehmen.

Es gibt keine bessere Zeit als jetzt, um eine Bestandsaufnahme unseres Lebens zu machen.

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Nach: Emily Shaw

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Jan 28, 2021
Evangelisieren Jan 28, 2021

Bist du heute aufgewacht, um ein mittelmäßiges Leben zu führen? Du bist zu Größerem, Besserem und Höherem berufen!

Zeichen und Wunder

„Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird.  Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.“ (Joh 14,12-14)

Ja, du hast das richtig gelesen: Jesus Christus sagte uns, wir würden größere Dinge tun als er! Größere Dinge als Gott, der Fleisch annahm und unter uns wohnte! Können wir das wirklich annehmen? Hat Jesus das wörtlich gemeint? Wie sollen wir das verstehen? Größeres als die Heilung von Aussätzigen, Blinden oder Tauben? Noch Größeres als die Auferweckung von Toten? Könnte es sein, dass Jesus meinte, dass wir die gleichen Werke, die er tat, buchstäblich auch vollbringen würden, aber zahlenmäßig größer, da er davor stand, zu seinem Vater aufzusteigen? Glauben wir wirklich, dass die Zeichen, von denen Jesus uns sagte, sie würden „die Gläubigen begleiten“, buchstäblich für einen jeden von uns sein könnten, als er sagte: „Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.“ (Mk 16,17-18)

Seit einigen Jahren arbeite ich ehrenamtlich für eine örtliche Wohltätigkeitsorganisation in meiner Heimatstadt Manchester in England, wo verschiedene christliche Ortsgemeinden unterschiedlicher Konfessionen abwechselnd in jeder Nacht der Woche obdachlose Asylsuchende  aufnehmen und ihnen ein Bett für die Nacht, Essen am Abend und Frühstück am Morgen vor ihrer Abreise geben. Am Samstagabend war die katholische Kirche im Stadtzentrum an der Reihe, die ich besuchte. Ich wurde oft damit gesegnet, Teil des Übernachtungsteams sein zu dürfen, über Nacht bei ihnen zu sein und Mahlzeiten auszuteilen. Es war einfach ein unbeschreiblicher Segen, Zeit mit diesen wunderbaren Männern zu verbringen. Viele von ihnen waren Muslime.

Chaostheorie

Im Laufe der Jahre gab es viele Wunder. Eines davon sticht besonders hervor, und zwar auf eine übernatürliche Weise. Die Nacht begann, wie üblich, als ich mit einem anderen Freiwilligen, einem guten Freund von mir, aufbrach, um die Männer abzuholen. Als wir die Glocke läuteten und das Gebäude betraten, wurde ich von einer Dame empfangen, die mir ein Stück Papier mit einem Namen darauf gab. Sie sagte mir, es sei der Name eines Mannes, der zuvor von der Polizei im Vollrausch von der Straße hergebracht worden war, weil er Drogen genommen hatte. Obwohl sie mir versicherte, dass es ihm jetzt gut ginge, nachdem er seinen Rausch ausgeschlafen hatte, war ich damit nicht glücklich und bat darum, den Mann selbst zu sehen. Als wir uns trafen, schaute ich ihm in die Augen und ich sah eine solche Finsternis. Ich fühlte mich sofort abgestoßen, also sagte ich ihm, dass er in dieser Nacht leider nicht bei uns bleiben dürfte. Das war schwierig, denn ich wusste, dass es für ihn eine Nacht auf der Straße bedeutete, aber es war eindeutig nicht das Richtige für ihn, mitzukommen und bei uns zu bleiben. Ich erklärte ihm, dass wir darüber informiert worden waren, dass er Drogen genommen hatte, dass auch Frauen unter unserem Schutz standen und dass wir auch an die anderen Männer denken mussten.

Wir konnten nicht einen Mann babysitten und den Rest vernachlässigen. Obwohl er darauf bestand, dass es ihm gut ginge, sagte ich ihm traurig, dass es ihm nicht möglich wäre, an diesem Abend bei uns zu bleiben, weil die Wohltätigkeitsorganisation eine Null-Toleranz gegenüber Drogen verfolgte. Er fing an zu schreien und zu schwören, dass er trotzdem kommen würde, aber ich sagte ihm, dass er ohne uns nicht reingelassen würde. Während er in die Nacht hinausstürmte, brach in einem anderen Teil des Raumes ein Kampf zwischen zwei Männern aus. Es war von Anfang an ein Chaos! Konsequenterweise musste ich nun einem zweiten Mann mitteilen, dass er nicht mit uns kommen durfte. Auch das kam nicht gut an. Ich sicherte ihm unsere Gebete zu, aber das war wohl zu wenig Trost für einen Mann, der bereits wütend, aufgebracht und höchstwahrscheinlich berauscht war.

Gott beraten?

Als wir zusammen weggingen, kamen die anderen Männer, um mir die Hand zu schütteln und mir dafür zu danken, dass ich den beiden Männern nicht erlaubt hatte, sich uns anzuschließen, da sie beide ihnen jede Nacht viele Probleme bereitet hatten. Sie waren erleichtert und so dankbar für eine ruhige Nacht. Als wir weitergingen, sahen wir mitten auf der Straße einen Polizeiwagen mit blinkenden Lichtern. Ein Polizeibeamter gab den Befehl, dass alle stehenbleiben mussten, und streckte die Arme aus, um die Leute von einem Mann fernzuhalten, der bewusstlos auf dem Boden lag. Ein anderer Polizist kniete neben diesem nieder und prüfte seinen Puls am Hals, da der Mann aufgehört hatte zu atmen. Mir wurde schnell klar, dass es sich um jenen ersten muslimischen Mann handelte, der Minuten zuvor davongestürmt war. Sofort schlüpfte ich unter den ausgebreiteten Armen des Polizisten hindurch, kniete mich neben dem Mann nieder und legte ihm meine Hände auf.

„Was soll das?“ schrie der Polizist, aber ich bestand darauf, dass ich für den Mann beten müsse. Sofort rief ich zum Herrn: „Du hast dieser Welt am Anfang der Zeit Leben eingehaucht, hauche diesem Mann Leben ein. Jesus, du hast deinen Freund Lazarus aus dem Grab gerufen, bitte erwecke diesen Mann jetzt.“ Ich zögerte kurz, als ich mir dachte: „Für wen halte ich mich, Gott mit irdischen Worten zu beraten? Es ist Gott, zu dem ich da rede.“ Wie unzulänglich waren meine menschlichen Worte. Sie kamen natürlich aus meinem Herzen. Dann begann ich zu beten, indem ich die übernatürliche Gabe des Heiligen Geistes einsetzte, mit der ich gesegnet bin – die Gabe, in Zungen zu beten. (1 Kor 12,1-11; 1 Kor 14,1-5)

Als mein Herz sang

Der heilige Paulus sagt uns: „So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können. Und Gott, der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist: Er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein.“ (Röm 8,26-27) Ich habe keine Ahnung, wie lange ich dort kniete und betete, aber plötzlich rief der Polizist, der den Puls prüfte, aus: „Ich kann einen Puls fühlen!“ Mein Herz sang. Ich fühlte mich beschwingt und konnte nicht aufhören, Jesus zu danken. Augenblicke später traf ein Krankenwagen ein. Es war ein Segen zu sehen, wie der Herzmonitor den Herzschlag auf dem Bildschirm anzeigte. Wieder dankte und lobte ich Jesus in völliger Ehrfurcht und Verwunderung.

Ich hatte meine Umgebung völlig vergessen, als ich rein instinktiv gehandelt hatte. Ich glaube, dass es Gott war, der mich so unverzüglich an die Seite dieses Mannes gedrängt hatte. Als ich aufstand, merkte ich, dass sich eine größere Menschenmenge versammelt hatte. Wieder wurde ich mit Handschlag von den Asylanten begrüßt und bedankt, dass ich offen genug war, um für diesen Mann zu beten.

Einige Wochen später arbeitete ich wieder ehrenamtlich in der Schlafunterkunft, als ein anderer muslimischer Mann mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht auf mich zukam. Er war ganz begierig darauf, mir von diesem Mann zu erzählen, für den ich gebetet hatte. Er erzählte mir, dass der Mann seit seiner Ankunft in England vor drei Jahren trink- und drogensüchtig gewesen sei. Als er ihn nun vor einigen Tagen traf, war er nicht mehr trink- und drogensüchtig; er war in eine eigene Wohnung gezogen und schlief nicht mehr auf der Straße. Ich war wieder einmal erstaunt und lobte Gott. Doch damit war der Herr noch nicht am Ende. Inmitten dieses schönen Moments konnte ich einen tiefen Schmerz in diesem Mann, der vor mir saß, wahrnehmen. Ich durfte ihm das Evangelium verkünden und wir beteten zusammen. Wir haben einen Gott, der nie aufhört, Segen auszuschütten.

Gott ist in der Tat groß!

Wir müssen Glauben haben. Jesus sagt uns, dass das kleinste Samenkorn des Glaubens ausreicht, um Berge zu versetzen (Mk 11,22-25), und dass „mit Gott alle Dinge möglich sind“ (Mt 19,26). Unser dreieiniger Gott, der Schöpfer, der Erlöser und der Heiligmacher; Vater, Sohn und Heiliger Geist leben in jedem getauften christlichen Gläubigen. Daran müssen wir wirklich glauben und es leben. „Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit“ (Hebr 13,8) und seine Worte sind „Geist und Leben“ (Joh 6,63).

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Nach: Sean Booth

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Jan 28, 2021
Evangelisieren Jan 28, 2021

Wie beginnt man ein Gespräch mit jemandem, um den man sich sorgt?

Hier ist ein einfacher Tipp, den du kennen solltest.

Das Wort kauen

Ich habe den Rat des Apostels Paulus ernst genommen: „Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten” (Eph 4,15). Oft habe ich mich mit guten Absichten an diesen Rat gehalten und versucht, die Wahrheit mit anderen zu teilen. Aber mehr als einmal war das Ergebnis Enttäuschung, Uneinigkeit und Missverständnisse. Ist dir das auch schon passiert? Als ich darüber nachdachte, warum ich diese negativen Konsequenzen erlebt hatte, fragte ich mich, welche weisen Worte die Gottesmutter für mich haben könnte. Sofort, laut und deutlich, hörte ich ihre Worte an die Diener in Kana: „Was er euch sagt, das tut.“ (Joh 2,5) Doch das war noch nicht alles.

Als ich mit meiner Hand in der ihren durch die Evangelien wanderte, erinnerte ich mich daran, was im Lukasevangelium am Ende der Kindheitserzählung über sie gesagt wird: „Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen.” (Lk 2,51) Das half mir zu verstehen, warum meine impulsiven Bemühungen keine guten Früchte trugen: Ich muss zuerst mit den Augen Marias beobachten, und ich muss verstehen, wie Jesus die Wahrheit in Liebe sprach, bevor ich versuche, sein Handeln nachzuahmen. Ich muss die Freude entdecken und manchmal wiederentdecken, das Wort Gottes durchzukauen, anstatt es einfach zu schlucken. Wie hat Jesus also die Wahrheit in Liebe gesprochen?

Ein Hauch von Frustration

Ein frühes Beispiel dafür, dass Jesus die Wahrheit in Liebe sagt, findet sich in der Begegnung Jesu mit dem reichen jungen Mann. Als Antwort auf die Frage des jungen Mannes, was er tun müsse, um das ewige Leben zu erlangen, verweist Jesus auf die Gebote, die uns auffordern, unseren Nächsten zu lieben wie uns selbst. Zu diesen Geboten sagt der junge Mann: „Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.” (Mk 10,20)

Jesu Ausgangspunkt in diesem Gespräch ist das, was der junge Mann gut macht – die Handlungen, Ideen und Denkmuster, die bei dem jungen Mann lobenswert und rühmenswert sind. Aber die aufschlussreichste Beobachtung ist das, was dann folgt. Im Markusevangelium heißt es weiter: „Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte…” (Mk 10,21) Hier offenbart sich der Ansatz Jesu: die Liebe. Jesus begegnet demjenigen, zu dem er eine harte Wahrheit sprechen wird, in Liebe.

Wenn ich mit einer anderen Person über Glaubensfragen diskutiere und meine Bemühungen, die gute Nachricht des Evangeliums weiterzugeben, fruchtlos erscheinen, muss ich zugeben, dass ich Frustration empfinde. Doch in dieser Geschichte sieht Jesus, der genau weiß, wie der junge Mann auf seine Einladung reagieren wird, ihn an und liebt ihn, anstatt den geringsten Ärger zu empfinden. Jesus weiß in diesem Moment wahrscheinlich, dass der junge Mann Traurigkeit empfinden und weggehen wird. Aber vielleicht ist der Herr von der Hoffnung erfüllt, dass der junge Mann später die Gnade annehmen wird, die ihm in der Begegnung mit Jesus angeboten wird.

Tun wir, was Jesus tat? Beginnen wir mit Liebe, wenn wir die Wahrheit sagen müssen?

Du bist dieser Mann

Eine weitere hilfreiche Lektion darüber, wie man die Wahrheit in Liebe sagt, kommt aus dem Alten Testament in der Geschichte des Propheten Nathan, der König David mit seinen schweren Sünden des Ehebruchs und des Mordes konfrontiert (2 Sam 12). Die Schlüsselfrage in dieser Begegnung ist, warum Nathan damit beginnt, David ein Gleichnis über einen reichen Mann zu erzählen, der einem armen Mann gegenüber ungerecht handelt? Warum kommt er nicht gleich zum Punkt und sagt David, dass er ein schweres Unrecht gegen einen anderen Menschen begangen hat?

Als David Nathans erfundener Geschichte zuhört, erfahren wir: „Da geriet David in heftigen Zorn über den Mann und sagte zu Nathan: So wahr der HERR lebt: Der Mann, der das getan hat, verdient den Tod.” (2 Sam 12,5) Nathan beginnt nicht damit, David mit seinem Schlamassel zu konfrontieren, sondern damit, den Sinn für Gerechtigkeit zu wecken, der tief in seinem Herzen lag. Wenn David kein gerechter Mann wäre, hätte er nicht seinen heftigen Zorn gegenüber dem reichen Mann aus dem Gleichnis zum Ausdruck gebracht und verlangt, seinen Namen zu erfahren. Als Nathan diese berühmten Worte sprach: „Du selbst bist der Mann”, reagierte David mit tiefer Reue, die der Psalmist später in Psalm 51 so schön ausdrückt. Wenn also einer von uns jemals aufgefordert wird, mit jemandem über seine moralischen Entscheidungen zu sprechen, täten wir gut daran, Nathans Beispiel zu folgen und damit zu beginnen, das Gute in der Person hervorzurufen, und der Versuchung zu widerstehen, sie sofort mit ihren Fehlern vor den Kopf zu stoßen.

Der Rettungsanker

Ein zweites Beispiel aus dem Evangelium, das zeigt, wie Jesus die Wahrheit in Liebe sprach, findet sich in der Begegnung zwischen Jesus und Petrus nach der Auferstehung (Joh 21,15-18). Am Seeufer, nachdem er den Jüngern Frühstück gegeben hat, fragt Jesus Petrus dreimal: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?” Wie wir wissen, ringt Petrus mit der ungeheuren Schuld und Scham, seinen Herrn dreimal verleugnet zu haben. Womit beginnt Jesus diesen Dialog? Er beginnt mit der Tatsache, dass Petrus ihn wirklich liebt.

Pater Daniel Poovannathil, ein anerkannter Prediger aus Kerala, Südindien, teilt diese Meinung. Als Jesus im Garten Gethsemane verhaftet wurde, wusste Petrus, dass dies nicht gut für Jesus ausgehen würde. Aber er folgte ihm, wenn auch aus der Ferne, was zeigt, dass er in gewisser Weise sein Leben riskierte. Sein Hauptkampf war der zwischen Treue und Furcht. Schließlich, als er damit konfrontiert wurde, erlag er der Angst und verleugnete Jesus. Aber Lukas fügt dieses zusätzliche Detail hinzu und sagt: „Der Herr wandte sich um und sah Petrus an.”

Pater Daniel erklärt, dass Petrus im Gegensatz zu Judas nicht so verzweifelt war, dass er aus dem Blickfeld von Jesus fiel. Seine Liebe zu Jesus als seinem Herrn war für Petrus wie ein Rettungsanker, trotz seiner schandvollen Tat in einem Moment der Schwäche. Als Jesus sich also umdrehte und ihn ansah, war es, als ob sein Blick ein Netz auswarf, das Petrus an sich zog und ihn festhielt, bis Jesus sich seiner Seele spürbar annehmen konnte.

Wenn wir Menschen gegenüberstehen, die wissen, dass sie Schlechtes getan haben, wo fangen wir dann das Gespräch an?

Abschließend sollten wir uns fragen: Finde ich mich selbst in einem der oben beschriebenen Szenarien wieder? Beginne ich schwierige Begegnungen auf die gleiche Weise wie Nathan und Jesus es taten?

Der inspirierende katholische Redner Dr. Mark Nimo sagt oft: „Unsere Geschichte begann nicht mit der Sünde, sie begann mit Liebe.” Wenn Jesus bereit ist, auf Sünder zuzugehen und seinen Blick zuerst auf das Gute in ihnen zu richten, sollte ich das nicht auch tun?

Lieber Jesus, hilf mir, die Wahrheit in Liebe zu sagen, so wie Du es getan hast. Lass meine Worte die Menschen um mich herum aufrichten. Auch wenn sich Enttäuschung einschleicht, lass mich durch Deine Augen sehen und darauf vertrauen, dass Deine lebensspendende Botschaft in jedes Herz gelangt. Ich bete besonders für diejenigen, die vom Weg abgekommen sind. Möge Dein Geist jedes meiner Worte leiten und mich zu einer Quelle der Liebe und Heilung machen. Amen.

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Nach: Jenson Joseph

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Nov 26, 2020
Evangelisieren Nov 26, 2020

Im Zuge eines wissenschaftlichen Projekts habe ich mich kürzlich mit dem Buch Exodus und zahlreichen Kommentaren dazu auseinandergesetzt. Das zweitberühmteste Buch des Alten Testaments befasst sich in erster Linie mit der Art und Weise, wie Gott sein Volk formt, damit es zu einem strahlenden Leuchtfeuer wird, zu einer befestigten Stadt auf dem Hügel. Nach der biblischen Lesart ist Israel zwar auserwählt, aber nie um seiner selbst willen, sondern für alle Völker der Welt.

Ich würde sagen, dass diese Formation in drei Hauptstadien stattfindet: Erstens lehrt Gott Israel, auf seine Macht zu vertrauen; zweitens gibt er Israel ein moralisches Gesetz; und drittens unterweist er sein Volk im rechten Lobpreis seiner Heiligkeit. Die Lektion des Vertrauens geschieht natürlich durch Gottes großen Akt der Befreiung. Völlig machtlose Sklaven finden Freiheit, nicht indem sie sich auf ihre eigenen Ressourcen verlassen, sondern vielmehr auf das gnädige Eingreifen Gottes. Die moralische Unterweisung erfolgt durch die Zehn Gebote und die dazugehörige Gesetzgebung. Schließlich erfolgt die Ausbildung zur Heiligkeit durch die Unterwerfung unter eine ausgeklügelte Reihe liturgischer und zeremonieller Vorschriften. Es ist dieser letzte Schritt, der uns heute vielleicht am merkwürdigsten erscheint, der aber, wie ich argumentieren möchte, in unserer merkwürdigen COVID-Periode eine besondere Relevanz hat.

Dass Religionserziehung auch moralische Unterweisung beinhaltet, scheint den meisten wohl selbstverständlich zu sein. Und das liegt daran, dass wir – wohl oder übel – Kantianer sind. Im achtzehnten Jahrhundert behauptete der Philosoph Immanuel Kant, dass die gesamte Religion auf die Ethik reduzierbar sei. Worum es bei der Religion schließlich geht, argumentierte Kant, ist, dass sie uns gerechter, liebevoller, gütiger und mitfühlender macht. In der heutigen Sprache klingt der `Kantianismus´ in der Religion so: „Solange man ein guter Mensch ist, ist es egal, was man glaubt oder wie man Gottesdienst feiert.“

Es steht außer Frage, dass das Buch Exodus und die Bibel im Allgemeinen darin übereinstimmen, dass Moral für die richtige Ausbildung des Gottesvolkes wesentlich ist. Diejenigen, die danach streben würden, dem Herrn zu folgen, der Gerechtigkeit und Liebe ist, müssen sich der Gerechtigkeit und Liebe anpassen. Und genau aus diesem Grund finden wir im großen Sinai-Bündnis die Gebote nicht zu stehlen, nicht Ehe zu brechen, nicht zu begehren, nicht zu töten usw. So weit, so Kantianisch.

Aber was die meisten zeitgenössischen Leser des Buches Exodus wahrscheinlich überrascht, ist, dass unmittelbar nach der Auslegung der moralischen Gebote der Autor praktisch den Rest des Textes, die Kapitel 25 bis 40, mit der Beschreibung der liturgischen Vorschriften verbringt, an die sich das Volk zu halten hat. So finden wir zum Beispiel einen längeren Abschnitt über den Bau der Bundeslade:

„Macht eine Lade aus Akazienholz, zweieinhalb Ellen lang, anderthalb Ellen breit und anderthalb Ellen hoch! Überzieh sie innen und außen mit purem Gold und bring daran ringsherum eine Goldleiste an!“ Und als Ornament auf der Spitze der Arche: „Mach zwei Kerubim aus getriebenem Gold … Mach je einen Kerub an dem einen und dem andern Ende … Die Kerubim sollen die Flügel nach oben ausbreiten, mit ihren Flügeln die Deckplatte beschirmen“. Als Nächstes finden wir Anweisungen bezüglich der aufwendigen Einrichtung im Inneren des Tabernakels, darunter ein Lampenständer, ein Tisch für die „Schaubrote“, Säulen und verschiedene Behänge. Schließlich wird der Beschreibung der Gewänder der Priester Israels viel Beachtung geschenkt. Hier ist nur eine Auswahl: „Das sind die Gewänder, die sie anfertigen sollen: Lostasche, Efod, Obergewand, Leibrock aus gewirktem Stoff, Turban und Gürtel. … Sie sollen dazu Gold, violetten und roten Purpur, Karmesin und Byssus verwenden.“

Es wird keinerlei Hinweis darauf gegeben, dass die moralischen Vorschriften irgendwie wichtiger wären als die liturgischen Vorschriften. Wenn überhaupt, dann scheint das Gegenteil der Fall zu sein, da auf den Exodus unmittelbar das Buch Levitikus folgt, das aus achtundzwanzig Kapiteln über das Ernährungs- und Liturgierecht besteht. Was können wir Post-Kantianer also daraus schließen?

Erstens sollten wir bemerken, dass die biblischen Autoren nicht einen Moment lang denken, dass Gott liturgische Rechtschaffenheit verlangt. Die Korrektheit unseres Gottesdienstes kann weder etwas zu seiner Vollkommenheit hinzufügen, noch muss sie ein psychologisches Bedürfnis Gottes befriedigen. Wenn du in diesem Punkt Zweifel hegst, würde ich dir eine sorgfältige Lektüre des ersten Kapitels des Propheten Jesaja und des fünfzigsten Psalms empfehlen. Gott braucht weder die Arche, noch den Tabernakel oder die Priestergewänder, noch den regelmäßigen Lobpreis, aber wir tun es. Durch die Gesten und Symbole der liturgischen Verehrung wird Israel mit Gott in Einklang gebracht und auf ihn ausgerichtet. Das moralische Gesetz richtet unseren Willen auf die göttliche Güte aus, aber das liturgische Gesetz lenkt unseren Verstand, unser Herz, unsere Emotionen und ja sogar unseren Körper auf die göttliche Majestät hin. Beachte, wie gründlich die zeremoniellen Instruktionen des Exodus Farbe, Klang und Geruch (jede Menge Weihrauch) beschreiben, und wie alles zur Erschaffung von Schönheit zusammenspielt.

Ich erwähnte eingangs, dass die Betonung des Liturgischen und Zeremoniellen in Exodus eine tiefe Bedeutung für unsere Zeit hat, und zwar aus folgendem Grund: Aus vernünftigen Gründen blieben wir eine Zeit lang den öffentlichen Gottesdiensten fern, und selbst jetzt sind unsere Möglichkeiten, gemeinsam Gottesdienst zu feiern, sehr begrenzt. In manchen Gebieten der Welt ist die Sonntagspflicht aufgehoben, wiederum aus triftigen Gründen. Ich befürchte nur, dass viele Katholiken zuhause bleiben werden, wenn der Zeitpunkt für den Messbesuch wieder günstiger wird. Sie haben sich daran gewöhnt, vom Gottesdienst entschuldigt zu sein. Und meine Sorge bezieht sich ganz besonders auf den `Kantianismus´. Wie viele Katholiken werden sich herausreden: „Weißt du, solange ich im Grunde ein guter Mensch bin, was soll dann diese ganze formelle Gottesverehrung?“

Darf ich dir raten, deine Bibel herauszunehmen, das Buch Exodus zu lesen, insbesondere die Kapitel 25 bis 40, und darüber nachzudenken, wie extrem wichtig für Gott der korrekte Lobpreis ist, den ihm sein heiliges Volk darbringt? Die Liturgie hat immer eine Rolle gespielt. Die Messe – mit den rauschenden Gewändern, die rituellen Gesten, Gerüchen und Glocken, Gesang und Schweigen – ist immer noch wichtig, mehr denn je. Reicht es denn nicht, dass du ein guter Mensch bist? Um es geradeheraus zu sagen: Nein.

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Nach: Bishof Robert Barron

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