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Apr 28, 2024
Begegnung Apr 28, 2024

Als junger Mann macht Torsten Hartung dunkle Geschäfte und ermordet schließlich eiskalt einen Menschen. Erst im Gefängnis beginnt er, über sein Leben nachzudenken – und erlebt eine große Überraschung.

Es war der 15. Mai 1998. In meiner Gefängniszelle dachte ich über mein Leben nach. An einer Erkenntnis ging dabei kein Weg vorbei: Ich war keinem bösartigeren Menschen begegnet als mir selbst. Immer hatte ich im Leben eher das Böse vermehrt als das Gute. Plötzlich blähte der Wind das Bettlaken auf, das ich vor das offene Zellenfenster gehängt hatte. Beim Anblick des Fensterkreuzes kam mir die Assoziation: Kreuz – Christentum – Gott. Das war der Anlass für das erste bewusste Gebet meines Lebens: „Hey, Gott, ich weiß nicht, ob es dich gibt. Aber wenn es dich gibt, dann schenk mir ein neues Leben.“

Opfer und Täter

Ich begann, Gott meine Lebensgeschichte zu erzählen: Als ich sieben Jahre alt war, wollte sich meine Mutter erhängen und mir die Schuld dafür geben. Als ich zehn war, drohte mein Vater mich totzuschlagen. Und in der Schule wurde ich auch immer wieder gemobbt. Ich war doch ein Opfer, erklärte ich ihm.

Doch dann kam der Teil, der mir schwerer fiel: Denn ich war auch und vor allem Täter! Auch das hatte schon in der Schule angefangen. Als mich einmal wieder zwei Mitschüler demütigten, hatte ich durch die Situation in meinem Elternhaus so viel Wut und Zorn in mir aufgestaut, dass ich mich zum ersten Mal in meinem Leben wehrte. Ich schlug die beiden nieder und genoss – gewissermaßen als Liebesersatz – die Aufmerksamkeit, die mir hierdurch zuteilwurde. An jenem Tag entschied ich mich, nie mehr Opfer zu sein. Es dauerte nicht lang, bis ich ein stadtbekannter Schläger war. Immer wieder kam ich mit dem Gesetz in Konflikt. Die Situation beruhigte sich erst, als sich nach meiner dritten Inhaftierung ein Mädchen, Antje, in mich verliebte. Ich zog mit ihr weg, heraus aus meinem Milieu. Doch letztlich hatte ich nur den Ort gewechselt, mein altes Leben aber mitgenommen. So ging ich auch hier bald gezielt in Diskotheken und provozierte mit irgendwem eine Schlägerei.

Pakt mit dem Teufel

Nach siebeneinhalb Jahren sagte mir Antje, dass sie es mit mir nicht mehr aushielt. Zudem musste ich die Meisterschule abbrechen, weil ich Schwächen in Mathematik hatte. Mein Leben erschien mir wie ein Kriegsschauplatz – alles zerstört. Mir kam Mephisto aus Goethes „Faust“ in den Sinn. Ohne das besonders ernst zu nehmen, rief ich dem Teufel entgegen: „Du kannst meine Seele haben, ich sch… auf mein Leben. Aber ich will dafür anderthalb Jahre leben wie ein König auf der Welt.“

Und tatsächlich lebte ich bald wie ein König. In kurzer Zeit stieg ich zum Anführer eines der größten Autoschieberringe Europas auf. Mit meinen 53 „Mitarbeitern“ überwanden wir die elektronischen Schließmechanismen von Luxusautos, fälschten Nummernschilder und Papiere und verschoben die Fahrzeuge nach Osteuropa. Bald verdiente ich bis zu 90.000 US-Dollar in nur einer Woche. Ich hatte die schönsten Frauen, die teuersten Autos, Drogen ohne Ende und eine Villa – das Königreich dieser Welt!

Doch dann kam Dieter. Er hatte uns Papiere gestohlen und versuchte, an uns vorbei Fahrzeuge an die Russen-Mafia zu verkaufen. Und er lud auch noch ausgerechnet Antje zum Kaffee ein und brüstete sich mir gegenüber damit. Das war sein Todesurteil. Mich durchschoss der Gedanke: „Du bist schon tot. Du weißt es nur noch nicht.“ Drei Monate später setzte ich den schrecklichen Gedanken in die Tat um. Ich engagierte Dieter als Fahrer nach Russland, lockte ihn dort in einen Wald und erschoss ihn. Als ich zurückkam, ging ich in unserer Villa in sein Zimmer und warf vor den Augen meiner Leute seine Reisetasche in einen Müllcontainer. Natürlich fragten sie, wo Dieter sei. Ich antwortete nur: „Er ist abgereist.“

Isolationshaft

Zwei Monate nach dem Mord meldete sich meine Ex-Freundin wieder bei mir, ob wir nicht gemeinsam in den Urlaub fahren wollten. In San Salvador auf Mallorca überkam mich in der Wallfahrtskirche ein seltsam angenehmes Gefühl. An den Wänden hingen überall Bilder und Briefe, mit denen sich Menschen für Gebetserhörungen bedankten. Ich dachte mir: „Das ist hier ja wie bei ‚Wünsch dir was‘!“ Also nahm auch ich einen Zettel und formulierte meinen eigenen Wunsch für das Leben. Ich schrieb: „Ich wünsche mir ein Leben in Glück.“ Denn trotz all der Macht und des Geldes hatte ich ein tiefes Gefühl des Unglücklichseins.

Anderthalb Monate später wurde ich von Interpol in Schweden verhaftet und an die deutschen Behörden ausgeliefert. Weil man wusste, dass ich Menschen einschüchterte, kam ich in Isolationshaft – in eine sieben Quadratmeter große Zelle. Gegen die Einsamkeit kämpfte ich, indem ich Tagebuch schrieb. Hierdurch bekam ich allmählich wieder Kontakt zu meinen Emotionen. Immer mehr wurde mir klar, dass ich Schuld auf mich geladen hatte. Ich stellte mir die Frage, wer ich eigentlich war und warum ich so aggressiv und gewalttätig war. Mir wurde klar, dass all das aus einer tiefsitzenden Angst kam: der Angst, nicht geliebt zu sein.

„Ich weiß“

Während ich an jenem 15. Mai 1998 Gott in meiner Zelle erzählte, wer ich war, zogen die Bilder meines Lebens an mir vorbei. Ich begann zu weinen – über mich und mein ganzes Leben. Wieder betete ich: „Gott, wenn es dich gibt, dann schenk mir ein neues Leben. Ich bereue dieses Leben.“ In diesem Moment hörte ich eine Stimme, die so klar wie die Stimme eines Menschen sagte: „Ich weiß.“ Es waren nur diese beiden Worte! Da war keine Anklage. Es war eine Stimme voller Liebe und Barmherzigkeit – so, als wollte Gott mir sagen: „Sohn, ich kenne dein Leben. Ich kenne dein Opfer- und dein Tätersein. Ich kenne dein Denken, dein Reden und dein Handeln. Ich weiß.“

Ich zitterte am ganzen Körper. Mit einem Mal wusste ich, dass Gott existiert. Mein ganzes Wert- und Weltbild fiel in sich zusammen. Meine Mitgefangenen fragten, warum ich die ganze Zeit lächelte. Einer fragte sogar: „Warum glänzt du so im Gesicht? Hast du irgendwelche Drogen genommen? Gib uns auch etwas ab.“ Als ich beim Freigang in den Himmel schaute und das Grün der Bäume sah, staunte ich über die Schönheit der Natur. Warum hatte ich das alles denn bisher nicht wahrgenommen? Meine Mitgefangenen dachten, ich sei nun durchgeknallt. Doch eigentlich war ich nur ein Blinder, der auf einmal sehen konnte.

In den nächsten Wochen besorgte ich mir Bücher über die Anomalien der Welt, über morphogenetische Felder, Parapsychologie und anderes, um eine Antwort zu finden. Doch ohne Erfolg. Ein Sozialarbeiter bekam mit, dass mit mir etwas passiert war, und gab mir meine erste Bibel. Aber ich fand keinen Zugang zu ihr.

Er vergibt Sünden

Drei Monate später lag ich auf meinem Bett, als plötzlich diese wunderbare Stimme wieder da war. Mein Blick fiel auf das Bücherregal mit der Bibel, und die Stimme sagte: „Nimm und schlag auf!“ Sie sagte nicht, welche Seite oder welches Kapitel. Ich schlug irgendwo auf und schaute auf den Satz:

„Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er (Gott) treu und gerecht und reinigt uns von allem Unrecht. Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn (Christus) zum Lügner“ (1. Johannes 1:9-10).

Ich bekam Angst und schmiss die Bibel in die Ecke. So eigenartig es war, dass dieses Buch mit mir zu sprechen schien, so deutlich war doch auch, dass dies die Antwort auf meine Frage war. Denn was hatte ich getan an jenem 15. Mai? Ich hatte Gott meine Schuld gestanden und ihn um ein neues Leben gebeten.

Endlich frei

Es brauchte Wochen, bis diese Erkenntnis wirklich bei mir ankam. Immer wieder kamen mir Zweifel, ob Gott mir wirklich meine Schuld vergeben hatte. Als ich zwei Monate später wieder einmal darüber nachgrübelte, kam diese wunderbare Stimme wieder – mit dem gleichen Satz beim Blick auf die Bibel im Regal: „Nimm und schlag auf!“ Ich öffnete die Bibel und kam diesmal auf Epheser 2:

„Und ihr wart tot, gefangen in euren Sünden … und von Natur aus Kinder des Zorns und des Ungehorsams. Aber Gott in seiner großen Barmherzigkeit hat euch frei gemacht, … nicht aus Verdiensten heraus, dass niemand sich rühmen kann.“ Und: „Ihr seid vorherbestimmt für große Werke, die er vorbereitet hat.“ (Epheser 2,1-10)

Dieses Mal warf ich die Bibel nicht mehr in die Ecke. Ich wusste jetzt, dass ich – obwohl im Gefängnis – innerlich frei war. Noch im Gefängnis, am 20. Juli 2000, ließ ich mich taufen – und konnte danach auch das Sakrament der Versöhnung empfangen.

Im Mordprozess gegen mich hatte man bislang nur Indizien gegen mich vorbringen können. Nun rief ich meinen Anwalt an und kündigte ein Lebensgeständnis an, denn ich wollte mich der Verantwortung stellen. Der Prozess endete mit einem Schuldspruch und einer Haftstrafe von 15 Jahren. 2006 wurde ich entlassen.

Mit dem Mord, den ich begangen habe, muss ich leben. Aber heute lebe ich in dem Bewusstsein, dass Gott mir vergeben hat. Wenn Menschen mich anklagen, weiß ich: Gott hat mich freigesprochen.

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Von: Torsten Hartung

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Apr 22, 2024
Begegnung Apr 22, 2024

In einer Zeit, in der die Welt sich mit Themen wie Säkularisierung, Individualismus, Genderismus, linker Ideologie und einer überbordenden Wokeness herumschlägt, ruft uns der Epheserbrief zu einer spirituellen „Modenschau“ auf, die selbst den kühnsten Laufstegen dieser Welt die Show stiehlt. Paulus, der erste Modeschöpfer des Glaubens, präsentiert uns in Epheser 6:11-17 eine Kollektion, die mehr als nur saisonal ist: die Waffenrüstung Gottes.

Stellen wir uns vor, wie absurd es auf den ersten Blick erscheinen mag, sich mit Gürtel, Brustpanzer, Schuhen, Schild, Helm und Schwert zu rüsten, während um uns herum die Debatten über Gendersternchen und das neueste iPhone-Modell toben. Doch hier liegt der Clou: Während die Welt sich in den neuesten Trends verliert, lädt Paulus uns ein, auf das Ewige zu setzen – auf eine Mode, die niemals aus der Mode kommt.

Der Gürtel der Wahrheit? In Zeiten von Fake News und alternativen Fakten ein echter Hingucker, der uns daran erinnert, dass es noch so etwas wie absolute Wahrheiten gibt, auch wenn diese in den sozialen Medien manchmal schwer zu finden sind. „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“, sagt Jesus in Johannes 14:6 – ein essentielles Fundament, so grundlegend wie die Unterwäsche in unserer geistlichen Garderobe, die immer dabei sein muss.

Der Brustpanzer der Gerechtigkeit bietet perfekten Schutz gegen die spitzen Pfeile der Selbstgerechtigkeit und des moralischen Relativismus. In einer Welt, in der jeder sein eigener Richter sein möchte, erinnert uns dieser Panzer daran, dass wahre Gerechtigkeit nur von Gott kommt.

Die Schuhe der Bereitschaft, ausgerüstet mit dem Evangelium des Friedens, bieten uns festen Stand auf dem unebenen Terrain der heutigen Diskurslandschaft. Sie erinnern uns daran, dass der wahre Friede nicht in politischen Ideologien oder gesellschaftlichen Utopien zu finden ist, sondern im Evangelium Jesu Christi.

Der Schild des Glaubens ist unsere Antwort auf die flammenden Pfeile des Zynismus und der Skepsis, die so typisch für unsere Zeit sind. In einer Epoche, in der Glaube oft belächelt wird, bietet dieser Schild einen notwendigen Schutz und eine Erinnerung daran, dass es etwas gibt, das größer ist als wir selbst.

Der Helm des Heils bewahrt unseren Geist und unsere Gedanken, indem er uns an unsere Erlösung und die zukünftige Hoffnung in Christus erinnert. Er bietet uns eine Perspektive der ewigen Hoffnung und des Sieges, selbst in den düstersten Zeiten.

Das Schwert des Geistes, das Wort Gottes, ist wie ein göttliches Schweizer Messer: Kompakt, multifunktional, aber mächtig, um die List des Bösen zu durchkreuzen. Es bietet uns die nötige Schärfe und Licht in dunklen Zeiten.

Paulus‘ Einladung, die Rüstung Gottes anzuziehen, ist mehr als spirituelle Routine; sie ist eine augenzwinkernde Aufforderung, gegen den Strom zu schwimmen. In einer Zeit, in der das Absurde oft zur neuen Normalität wird, erinnert uns die Waffenrüstung Gottes daran, dass wir gerufen sind, anders zu sein – nicht als modische Rebellen, sondern als Zeugen einer ewigen Wahrheit, die die Zeiten überdauert. Lasst uns also mutig diese göttliche „Mode“ anlegen und in einer Welt voller Vergänglichkeit ein Zeichen der Hoffnung setzen.

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Von: Don Philipp Isenegger

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Apr 17, 2024
Begegnung Apr 17, 2024

Wir neigen immer dazu, unsere Kalender so weit wie möglich zu füllen. Aber was ist, wenn einmal etwas dazwischenkommt?

Das neue Jahr wirkt wie eine leere Tafel: Es ist voller Möglichkeiten, und wir nehmen uns viel vor, aber dann sind wir schnell dabei, unsere frisch gedruckten Kalender zu füllen. Auch kommt es vor, dass viele dieser tollen Gelegenheiten und hochgesteckten Ziele für das perfekte Jahr daneben gehen. Schon Ende Januar schwindet dann unser Lächeln, und alte Gewohnheiten aus den Vorjahren schleichen sich wieder in unser Leben ein.

Wie aber wäre es, wenn wir dieses Jahr einmal etwas anders angehen würden? Warum sollten wir nicht, anstatt schnell alle weißen Flecken in unseren Kalendern wieder zu füllen, den Leerstellen etwas mehr Platz einräumen: den freien Terminen, für die wir nichts geplant haben? Denn genau in solchen Freiräumen geben wir dem Heiligen Geist den meisten Raum, um in unserem Leben zu wirken.

Jeder, der schon einmal umgezogen ist, weiß, wie überraschend groß ein leerer Raum erscheint. Wenn die Möbel rauskommen, scheint der Raum auf einmal zu wachsen. Und wenn dann gar nichts mehr drin ist, ist es immer wieder ein Schock, dass es jemals überhaupt ein Platzproblem gegeben haben sollte, wenn man nur bedenkt, wie groß der Raum jetzt ist! Je mehr ein Raum mit Teppichen, Möbeln, Wandbehängen und anderen Besitztümern gefüllt ist, desto enger kann er sich anfühlen. Dann kommt jemand mit einem Geschenk in der Hand zu Ihnen nach Hause, und Sie fragen sich: Wo sollen wir das denn auch noch hinstellen?

So ähnlich ist es auch mit unseren Kalendern. Wir füllen jeden Tag mit Arbeit, Training, Spielen, Verpflichtungen oder Gebetsdiensten – mit so vielen guten und oft scheinbar notwendigen Dingen. Aber was ist, wenn auf einmal der Heilige Geist mit einer Gelegenheit anklopft, die wir nicht eingeplant haben? Haben wir dann auch für Ihn noch Platz in unserem Kalender?

Ein ideales Beispiel dafür, wie wir offen sein können für den Heiligen Geist, ist Maria. Sie hört die Worte des Engels und nimmt sie bereitwillig an. Indem sie ihr Leben Gott anbietet, zeigt sie die vollkommene Bereitschaft, Gottes Gaben zu empfangen.

Bischof Barron hat das einmal eine „Gnadenspirale“ genannt: Gott möchte uns in Fülle beschenken. Wenn wir uns für Gottes liebevolle Großzügigkeit öffnen, erkennen wir, dass alles, was wir haben, ein Geschenk ist. Mit Freude schenken wir dann Gott in Dankbarkeit zurück – und drehen so die Spirale weiter.

Gott streckt seine Hand nach Maria aus, und sie stellt sich seinem Willen und Zweck frei zur Verfügung. Dann empfängt sie Jesus. Wir sehen das auch wieder am Ende des Lebens Jesu. In tiefem Leid und furchtbarem Schmerz lässt Maria ihren kostbaren Sohn los. Sie klammert sich nicht an ihn, als er am Kreuz hängt. In diesem schmerzhaften Moment scheint alles verloren zu sein, und das Ende ihrer Mutterschaft scheint gekommen zu sein. Doch sie flieht nicht, sie bleibt bei ihrem Sohn, der sie loslassen musste. Doch dann schenkt Jesus ihr nicht nur einen anderen Sohn in Johannes, sondern Söhne und Töchter für die Ewigkeit in ihrer Mutterschaft in der Kirche. Weil Maria offen und empfänglich für Gottes Plan geblieben ist, auch wenn es noch so schmerzhaft war, können wir sie heute auch „unsere Mutter“ nennen.

Vielleicht nehmen auch Sie sich im Verlauf des Jahres einmal etwas Zeit, um über Ihren Terminkalender zu beten. Sind Ihre Tage schon reichlich gefüllt, vielleicht sogar zu voll? Bitten Sie den Heiligen Geist, Sie dazu zu inspirieren, welche Aktivitäten für seine Zwecke notwendig sind und welche eher Ihren persönlichen Wünschen und Zielen dienen. Bitten Sie Ihn um den Mut, Ihren Terminkalender neu zu ordnen, und um die Weisheit, auch einmal „Nein“ zu sagen, wenn es nötig ist, damit Sie froh und frei „Ja“ sagen können, wenn Er an Ihre Tür klopft.

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Von: Kate Taliaferro

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Apr 17, 2024
Begegnung Apr 17, 2024

Wie oft meinen wir, dass wir nicht genug Zeit für die Dinge haben, die wir gerne tun? In diesem neuen Jahr wollen wir etwas ändern.

Ich war noch nie jemand, der Neujahrsvorsätze macht. Daran werde ich erinnert, wenn ich auf den Stapel ungelesener Bücher schaue, der auf meinem Schreibtisch verstaubt und den ich in den vergangenen Jahren in ehrgeizigem, aber kläglich gescheitertem Eifer gekauft habe. Aus einem Buch pro Monat wurde ein Stapel ungelesener Vorsätze. Ich hatte eine Million Gründe, warum ich mit meinem Vorsatz nicht erfolgreich war, doch Zeitmangel war eigentlich keiner davon.

Wenn ich jetzt etwas enttäuscht auf die verlorenen Jahre zurückblicke, stelle ich fest, dass ich meine Zeit wirklich besser hätte nutzen können. Wie oft in meinem Leben habe ich mich darüber beklagt, dass ich nicht genug Zeit habe, um all jene Dinge zu tun, die ich gerne tun würde? Sicherlich öfter, als ich zählen kann!

Als ich vor ein paar Jahren an Silvester neben meinem Mann im Krankenhaus saß, als dieser seine Routineuntersuchung absolvierte, berührte mich etwas. Ich blickte ihn an und sah, dass seine Augen geschlossen und seine Hände zum Gebet gefaltet waren, während er an seine intravenöse Infusion angeschlossen war. Offenbar spürte er meinen fragenden Blick. Er öffnete ein wenig seine Augen und flüsterte, während er mich anschaute: „Alle“.

Irgendwie hatte er meine Gedanken gelesen. Wir beten oft für die Menschen um uns herum, die wir als verletzend oder gebetsbedürftig wahrnehmen, aber heute saßen wir allein, und ich fragte mich, für wen er wohl betete. Es war bewegend und inspirierend zu erfahren, dass er für „alle“ betete und nicht nur für diejenigen, von denen wir annehmen, dass sie aufgrund ihrer äußeren Umstände Gebete brauchen könnten.

Jeder – jeder von uns braucht Gebete. Wir alle bedürfen der Gnade und Barmherzigkeit Gottes, unabhängig von dem Bild, das wir der Welt von uns vermitteln. Dies scheint sich besonders jetzt zu bewahrheiten, wo so viele Menschen im Stillen unter Einsamkeit, finanziellen Problemen und sogar psychischen Problemen leiden, die oft nach außen hin verborgen bleiben.

Niemand weiß wirklich, was ein anderer Mensch durchmacht, durchgemacht hat oder noch durchmachen wird. Wie wirkungsvoll wäre es, wenn wir alle füreinander beten würden? Wie lebensverändernd, weltverändernd könnte das sein? In diesem neuen Jahr nehme ich mir also vor, meine Freizeit weise und bedacht zu nutzen – und in mein Gebet die Leiden und Nöte all jener einzuschließen, die ich kenne, die ich nicht kenne, die vor mir da waren und die nach mir kommen werden.

Ich werde für die gesamte Menschheit beten und darauf vertrauen, dass unser lieber Gott in seiner überreichen Barmherzigkeit und unermesslichen Liebe uns alle segnen wird.

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Von: Mary Therese Emmons

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Apr 17, 2024
Begegnung Apr 17, 2024

Entdecke die Schönheit der besten Neujahrsvorsätze

Wenn wir an der Schwelle zu einem neuen Jahr stehen, ist die Luft erfüllt von Vorfreude, Hoffnung und dem guten Vorsatz eines Neuanfangs. Für viele symbolisiert dieser Übergang eine Chance, die Lasten der Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich auf eine Reise des Wachstums und der Heilung zu begeben. Auch ich bin diesen Weg gegangen: Ich habe die Vielschichtigkeit des Lebens durchschritten und Trost, Kraft und Freude durch die verwandelnde Gnade des Gebets gefunden.

Punkt Mitternacht

Vor ein paar Jahren hatte ich mit den Überbleibseln vergangener Schmerzen zu kämpfen, die schwer auf meinem Herzen lasteten. Die Narben von Enttäuschungen und Verlusten hatten ihre Spuren hinterlassen, und ich sehnte mich nach einem Neuanfang. In diesem einsichtigen Moment fasste ich einen Entschluss: einen Entschluss, der mich auf den Weg der Gnade und der Heilung bringen sollte.

Als die Uhr Mitternacht schlug, beschloss ich, mich der verwandelnden Kraft des Gebets zu widmen. Dieser Vorsatz entsprang nicht dem flüchtigen Wunsch nach Veränderung, sondern dem tiefsitzenden Bedürfnis, die Scherben meiner Seele aufzuklauben und jene Freude zu finden, die mir schon viel zu lange gefehlt hatte.

In den ersten Tagen des neuen Jahres machten die altvertrauten Leiden der Vergangenheit das Einhalten meines Vorsatzes zu einer Herausforderung. Ablenkungen und Zweifel versuchten, mein Engagement zu stoppen, aber ich hielt an meinem Glauben und meiner Entschlossenheit fest. Durch beharrliches Gebet begann ich, leichte Veränderungen in mir zu spüren – ein Flüstern der Gnade, das meinen verwundeten Geist berührte.

Im Laufe der Monate strömte die Gnade wie ein sanfter Regen in mein Leben und besänftigte das ausgetrocknete Land meines Herzens. Ich fand den Mut, all jenen zu vergeben, die mir Unrecht getan hatten, und verstand, dass Vergebung ein Geschenk war, das ich mir selbst bereitete. Es war befreiend, eine göttliche Gnade, die mich von den Fesseln der Bitterkeit befreite und es mir ermöglichte, Liebe und Freude anzunehmen.

Halte dich an deinen Vorsatz

Der Weg war nicht ohne Dornen, aber die Gnade des Gebets verlieh mir die Kraft und die Widerstandsfähigkeit, durchzuhalten. Ich erkannte, dass es auf dieser Reise nicht nur darum ging, an einem Vorsatz festzuhalten, sondern ein Leben zu führen, das vom strahlenden Licht des Glaubens erhellt wird.

Beständiges Beten spielte eine zentrale Rolle auf meinem Weg der Heilung und der Erneuerung. Ich fand es oft schwierig, diese neue Gewohnheit inmitten der Kämpfe und Ablenkungen des Lebens aufrechtzuerhalten. Hier sind einige Tipps, die mir geholfen haben, auf dem richtigen Weg und meinem Vorsatz treu zu bleiben:

1. Lege eine heilige Zeit fest: Finde eine bestimmte Tageszeit, zu der du am besten beten kannst. Das kann am Morgen sein, bevor das Chaos des Tages beginnt, während einer ruhigen Mittagspause oder am Abend, um über den Tag nachzudenken. Diese feste Zeit wird dir dabei helfen, eine Gebetsroutine zu entwickeln.
2. Schaffe einen heiligen Raum: Richte einen besonderen Ort für das Gebet ein, sei es eine gemütliche Ecke in deinem Haus, eine Kapelle oder ein natürliches Plätzchen im Freien. Ein spezieller Ort trägt dazu bei, ein Gefühl der Heiligkeit und des Friedens zu schaffen.
3. Gebetshilfen nutzen: Nimm dir Gebetshilfen wie z.B. ein Tagebuch, den Rosenkranz oder religiöse Bücher zu Hilfe. Diese Hilfsmittel können deine Gebetserfahrung verbessern und deine Konzentration aufrechterhalten, besonders wenn Ablenkungen drohen.
4. Suche Verantwortlichkeit: Teile deinen Vorsatz mit einem vertrauenswürdigen Freund oder Familienmitglied, das dich auf deinem Weg ermutigt und für dich einstehen kann. Jemanden zu haben, mit dem man seine Fortschritte und Kämpfe teilen kann, kann motivierend sein.

Durch den Sturm

Wenn ich heute über dieses entscheidende Jahr und die folgenden Jahre nachdenke, erfüllt mich ein tiefes Gefühl der Freude. Der Schmerz, der mich einst gefangen hielt, hat sich in eine Quelle der Stärke, des Mitgefühls und einer vertieften Beziehung zu Gott verwandelt. Die Narben bleiben zwar, aber sie sind jetzt ein Zeugnis jener Gnade, die mich durch den Sturm gebracht hat.

Jetzt im neuen Jahr möchte ich dich ermutigen, dir die Kraft des Gebets zu eigen zu machen. Es ist ein Leuchtfeuer der Hoffnung, eine Quelle des Trostes und ein Rettungsanker in den dunkelsten Zeiten. Was auch immer deine Vorsätze dieses Jahr sein mögen, mögen sie vom Gebet durchdrungen und vom Glauben genährt sein, in der Gewissheit, dass Gottes Gnade dich auf jedem Schritt begleiten wird.

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Von: Sharon Justine

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Apr 05, 2024
Begegnung Apr 05, 2024

Haben Sie von einem dauerhaften Frieden geträumt, der sich Ihnen irgendwie zu entziehen scheint, egal wie sehr Sie sich um ihn bemühen?

Es ist ganz natürlich, dass wir uns in einer schnelllebigen, unberechenbaren Welt ständig unvorbereitet fühlen. In dieser beängstigenden und anstrengenden Herausforderung ist es leicht, Angst zu bekommen – wie ein gefangenes Tier, das nirgendwo hinlaufen kann. Wenn wir nur härter und länger arbeiten würden oder mehr Kontrolle hätten, könnten wir vielleicht aufholen und uns endlich entspannen und zur Ruhe kommen.

Ich habe jahrzehntelang auf diese Weise gelebt.
Da ich mich auf mich selbst und meine Bemühungen verlassen habe, habe ich aber auch nie wirklich „aufgeholt“. Langsam realisierte ich, dass es eine Illusion war, so zu leben.

Schließlich fand ich eine Lösung, die für mich revolutionär war. Es mag sich wie das Gegenteil von dem anfühlen, was verlangt wird, aber glauben Sie mir, wenn ich das sage: Hingabe ist die Antwort auf diese mühsame Suche nach Frieden.

Der perfekte Schritt

Als Katholikin weiß ich, dass ich meine schweren Lasten dem Herrn übergeben soll. Ich weiß auch, dass ich Jesus „ans Steuer lassen“ soll, damit meine Last leichter wird.

Mein Problem war, dass ich nicht wusste, wie ich meine Lasten dem Herrn übergeben konnte. Ich betete, bettelte, schloss gelegentlich ein Abkommen, und einmal stellte ich Gott sogar eine Frist (was damit endete, dass mich der heilige Pater Pio bei einem Einkehrtag belehrte: „Stelle Gott keine Fristen.“ – Botschaft angekommen!).

Was sollen wir also tun?

Als Menschen stützen wir uns bei allem auf ein Pixel von Informationen, das uns zur Verfügung steht, und auf ein quälend geringes Verständnis aller natürlichen und übernatürlichen Faktoren. Auch wenn ich meine eigenen Vorstellungen von den besten Lösungen habe, höre ich Ihn laut und deutlich in meinem Kopf: „Meine Wege sind nicht deine Wege, Barb, und meine Gedanken sind nicht deine Gedanken“, sagt der Herr.

So sieht es aus. Gott ist Gott, und wir sind es nicht. Er weiß alles – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wir wissen gar nichts. Natürlich weiß Gott in seiner allumfassenden Weisheit die Dinge besser als wir, und er weiß auch, was in der Gegenwart und in der Vergangenheit am besten zu tun ist.

Wie man sich hingibt

Wenn nichts in Ihrem Leben durch all Ihre menschlichen Bemühungen funktioniert, ist es wichtig, sie abzugeben. Aber Hingabe bedeutet nicht, dass wir Gott als einen Automaten betrachten, in den wir unsere Gebete einwerfen und auswählen, wie er antworten soll.

Wenn Sie wie ich damit kämpfen, sich hinzugeben, würde ich gerne das Hilfsmittel nennen, das ich gefunden habe: die Hingabenovene.

Ich habe sie vor ein paar Jahren kennengelernt und bin unendlich dankbar. Der Diener Gottes, Pater Don Dolindo Ruotolo, der geistliche Leiter von Pater Pio, hat diese Novene von Jesus Christus erhalten.

Jeder Tag der Novene spricht jeden Einzelnen auf brillante Weise an, wie es nur der Herr tun kann. Anstatt jeden Tag dieselben Worte zu wiederholen, erinnert uns Christus, der uns nur zu gut kennt, an all die Dinge, die einer authentischen Hingabe im Wege stehen und so das Werk des Meisters auf seine Weise und zu seiner Zeit behindern. Der abschließende Satz: „O Jesus, ich gebe mich Dir hin, sorge Du“, wird zehnmal wiederholt. Warum? Weil wir glauben und voll und ganz auf Jesus Christus vertrauen müssen, dass er sich um alles kümmert.

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Von: Barbara Lishko

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Mrz 24, 2024
Begegnung Mrz 24, 2024

Martin von Porres wurde im 16. Jahrhundert in Peru geboren und wuchs mit dem Stigma seiner dunklen Hautfarbe und der Unehelichkeit auf. Nach einer Ausbildung als Bader und Barbier in jungen Jahren trat er als „Missionar“ in den Dominikanerorden ein und setzte seine Barbierarbeit im Kloster fort.

Eines Tages trat Bruder Francis Velasco Carabantes an Martin heran, um mit dem Mann zu sprechen, von dem die Leute bereits glaubten, er sei heilig. Martin war mit seiner Barbierarbeit so sehr beschäftigt, dass er den Neuling geistesabwesend auf den Friseurstuhl setzte und seine Arbeit durchführte. Bruder Francis hatte jedoch gar nicht vor, sich den Kopf rasieren zu lassen, denn er mochte die Frisur der Dominikaner nicht; doch ehe er sich wehren konnte, war Martin mit der Frisur fertig.

Bruder Francis war außer sich vor Wut. Er schrie und beschimpfte Martin heftig. Doch Martin war ganz in sein Gebet versunken, und als er bemerkte, dass der Novize schrie, hatte schon einer der Rektoren diese Unruhe mitbekommen und schimpfte mit Bruder Francis, der streng bestraft und weggeschickt wurde.

Als Martin begriff, was geschehen war, ging er mit allen möglichen Entschuldigungen zu dem Rektor. Er bat um Vergebung für den Mann, der ihn beschimpft hatte. Schließlich sagte er zum Rektor: „Jeder weiß, was für ein Sünder ich bin.“ Der Rektor, der Martins heiliges Leben kannte, gab seiner Bitte nach und vergab Bruder Francis. Bruder Martin jedoch gab sich damit nicht zufrieden und ließ Bruder Francis sogar frisches Obst zukommen, das eine seltene Delikatesse im Kloster war.

Wie oft haben wir uns über die „gerechten“ Strafen gefreut, die unsere Übeltäter erhalten haben? Beten wir zum Heiligen Martin und bitten ihn um die Tugend der Demut, zu vergeben und die andere Wange hinzuhalten, wie Jesus es uns gelehrt hat.

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Von: Shalom Tidings

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Mrz 02, 2024
Begegnung Mrz 02, 2024

Vor einem Jahr habe ich mein iPhone verloren. Zuerst fühlte es sich so an, als ob mir ein Körperteil amputiert worden wäre. Dreizehn Jahre lang hatte ich immer eines gehabt, und es war wie ein Teil von mir. In den ersten Tagen hatte ich das „neue iPhone“ als Telefon benutzt, aber bald wurde es auch zu einem Wecker, einem Taschenrechner, einer Zeitung, dem Wetterbericht, einer Bank und vielem anderen mehr … doch nun … war es weg.

Als ich so zur Entgiftung gezwungen wurde, hatte ich plötzlich viele Probleme. Meine Einkaufslisten mussten nun zu Papier gebracht werden. Ein Wecker wurde gekauft und ein Taschenrechner. Ich vermisste das tägliche „Ping“ der Nachrichten und den inneren Drang, sie zu öffnen (sowie das Gefühl, wichtig zu sein).

Aber ich spürte auch die Ruhe, die ich empfand, als dieses kleine Stück Metall mein Leben nicht mehr beherrschte.

Mir war gar nicht bewusst gewesen, wie fordernd und kontrollierend dieses Gerät war, bis es auf einmal weg war. Die Welt blieb gar nicht stehen. Ich musste nur neue, alte Wege finden, mit der Welt zu interagieren, z. B. mit Menschen von Angesicht zu Angesicht zu sprechen und Pläne für Veranstaltungen zu machen. So hatte ich es auch gar nicht eilig, es zu ersetzen. Vielmehr führte sein Verschwinden zu einer willkommenen Revolution in meinem Leben.

Ich begann das Experiment, mit einem Minimum von Medien auszukommen. Keine Zeitungen und Zeitschriften, kein Radio, Fernsehen oder Telefon. Ich behielt ein iPad für berufliche E-Mails, ausgewählte YouTube-Videos am Wochenende und ein paar unabhängige Nachrichtenseiten. Es war ein Experiment, aber eines, das mir ein Gefühl von Ruhe und Frieden gab – und es mir möglich machte meine Zeit für das Gebet und die Heilige Schrift zu nutzen.

Ich konnte mich nun leichter an Gott klammern, der „derselbe ist, gestern, heute und in Ewigkeit“ (Hebräer 13:8). Nach dem ersten Gebot „sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft“ (Markus 12:30-31) Ich frage mich, wie wir das befolgen können, wenn unser Verstand die meiste Zeit des Tages mit unserem Telefon beschäftigt ist!

Lieben wir Gott tatsächlich mit unserem Verstand? In Römer 12:2 heißt es: „Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken“.

Ich biete dir die Challenge an, es auszuprobieren, dich von den Medien fernzuhalten, wenn auch nur für eine kurze Zeit. Und dann sieh dir an, was das für einen Unterschied in deinem Leben macht. Nur wenn wir uns eine Pause gönnen, können wir den Herrn, unseren Gott, mit erneuertem Geist lieben.

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Von: Jacinta Heley

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Feb 06, 2024
Begegnung Feb 06, 2024

Wenn sich Gedanken der Wertlosigkeit einschleichen, versuche folgendes …

Er stank. Sein schmutziger, ausgehungerter Körper verkümmerte wie sein vergeudetes Erbe. Er versank in Scham. Er hatte alles verloren: seinen Reichtum, seinen Ruf, seine Familie – sein Leben war zerstört. Verzweiflung verzehrte ihn. Plötzlich tauchte das sanfte Gesicht seines Vaters in seinem Kopf auf. Eine Versöhnung erschien unmöglich, aber in seiner Verzweiflung „brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand und zieht ihm Schuhe an.

Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.“ (Lukas 15:20-24)

Gottes Vergebung anzunehmen ist schwer. Wenn wir unsere Sünden zugeben, müssen wir zugeben, dass wir unseren Vater brauchen. Und während du und ich mit Schuld und Scham wegen vergangener Vergehen ringen, greift Satan, der Ankläger, uns an mit seinen Lügen: Du bist der Liebe und Vergebung nicht würdig. Aber der Herr ruft uns auf, diese Lüge zurückzuweisen! In der Taufe wurde deine Identität als Kind Gottes für immer in deine Seele eingeprägt. Und genau wie der verlorene Sohn, bist du aufgerufen, deine wahre Identität und deinen Wert zu entdecken. Gott hört nie auf, dich zu lieben, ganz gleich, was du getan hast. „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ (Johannes 6:37)

Du und ich, wir sind keine Ausnahmen! Wie können wir also praktische Schritte unternehmen, um Gottes Vergebung anzunehmen? Suche den Herrn, nimm seine Barmherzigkeit an und werde durch seine mächtige Gnade wiederhergestellt.

Such den Herrn

Suche die nächstgelegene Kirche oder Anbetungskapelle und begegne dem Herrn von Angesicht zu Angesicht. Bitte Gott, dir zu helfen, dich selbst durch seine barmherzigen Augen mit seiner bedingungslosen Liebe zu sehen. Mache als nächstes eine ehrliche und mutige Bestandsaufnahme deiner Seele. Sei mutig und schaue währenddessen auf Christus am Kreuz. Bring dich selbst vor den Herrn! Die Realität unserer Sünden zuzugeben ist schmerzhaft, aber ein authentisches, verletzliches Herz ist bereit, die Früchte der Vergebung zu empfangen.

Denk daran: Du bist ein Kind Gottes – der Herr wird dich nicht abweisen!

Nimm Gottes Barmherzigkeit an

Mit Schuld und Scham zu ringen, kann wie der Versuch sein, einen Ball unter der Wasseroberfläche zu halten. Es kostet so viel Mühe! Hinzu kommt, dass der Teufel uns oft glauben lässt, dass wir der Liebe und Vergebung Gottes unwürdig sind. Aber vom Kreuz aus flossen Blut und Wasser Christi aus seiner Seite, um uns zu reinigen, zu heilen und zu retten. Du und ich, wir sind aufgerufen, radikal auf diese göttliche Barmherzigkeit zu vertrauen. Versuche zu sagen: „Ich bin ein Kind Gottes. Jesus liebt mich. Ich bin der Vergebung würdig.“ Wiederhole diese Wahrheit jeden Tag. Schreibe sie an einen Ort, den du oft siehst. Bitte den Herrn, dir zu helfen, dich zu befreien. Lass den Wasserball los und übergib ihn Jesus – nichts ist unmöglich für Gott!

Wiederhergestellt werden

Im Sakrament der Beichte werden wir durch die heilenden und stärkenden Gnaden Gottes wiederhergestellt. Kämpfe gegen die Lügen des Teufels und begegne Christus in diesem mächtigen Sakrament. Sag dem Priester, wenn du mit Schuld- oder Schamgefühlen zu kämpfen hast, und bitte den Heiligen Geist, dein Herz zu inspirieren, wenn du deine Reuebekundung ablegst. Entscheide dich, an Gottes unendliche Barmherzigkeit zu glauben, während du die Worte der Absolution hörst: „ Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von deinen Sünden. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Du bist nun wiederhergestellt in der bedingungslosen Liebe und Vergebung von Gott!

Trotz meines Versagens bitte ich Gott jeden Tag, mir zu helfen, seine Liebe und Vergebung anzunehmen. Wir mögen gefallen sein wie der verlorene Sohn, aber wir beide sind immer noch Gottes Söhne und Töchter, würdig seiner unendlichen Liebe und Barmherzigkeit. Gott liebt dich, hier und jetzt. Er hat sein Leben für dich aufgegeben aus Liebe. Das ist die verwandelnde Hoffnung der guten Nachricht! Also ergreife Gottes Vergebung und wage es, seine göttliche Barmherzigkeit mutig anzunehmen. Gottes unerschöpfliche Barmherzigkeit wartet auf dich!

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir.“ (Jesaja 43:1)

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Von: Jody Weis

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Feb 06, 2024
Begegnung Feb 06, 2024

Als kleines Mädchen, wollte ich eine Superheldin werden bis ich schließlich realisierte, dass es nur ein alberner Kindheitstraum war. Doch dann …

Als Kind wachte ich an Samstagen immer früh auf, um eine Zeichentrickserie namens DC Super Friends zu schauen. Darin geht es um eine Gruppe von Superhelden, die die Welt retten. Nach außen hin wirkten sie wie ganz normale Menschen, die ein langweiliges Leben führten. Aber in Zeiten der Not mobilisierten sie sich schnell und arbeiteten zusammen, um die Menschheit vor dem Bösen zu retten. Als Kind hatte ich den Wunsch, auch so eine Superheldin zu werden, wenn ich mal groß bin. Ich stellte mir vor, dass ich ein Signal bekomme, wenn jemand meine Hilfe braucht, sodass ich schnell zur Hilfe dorthin fliegen kann.

Als ich dann erwachsen wurde, wurde mir klar, dass Superhelden nur imaginäre Charaktere waren. Also gab ich meine naiven Kindheitsträume auf, bis ich eines Tages einen wahren Superhelden traf, der mir die Augen öffnete.

Ich ging gelegentlich in die örtliche Kapelle, um zu beten. Da während der eucharistischen Anbetung immer jemand vor Ort sein muss, melden sich oft Freiwillige für kurze Zeitspannen an. Bei vielen meiner Besuche fiel mir ein älterer Mann in einem Rollstuhl auf. Er war etwa 90 Jahre alt und saß stundenlang in der Kapelle und betete. Ab und zu holte er verschiedene Gegenstände aus einer Tasche hervor – eine Bibel, einen Rosenkranz oder ein Stück Papier, das vermutlich eine Gebetsliste war. Ich fragte mich, welchen Job er wohl früher gehabt hatte, als er noch jung und fit war. Wahrscheinlich war das aber gar nicht so wichtig, wie das, was er jetzt tat. Mir wurde klar, dass dieser Mann dort im Rollstuhl etwas viel Wichtigeres tat als die meisten von uns, die damit beschäftigt waren, herumzulaufen.

Inkognito-Superhelden versteckten sich bei voller Sicht! Und das hieß, dass auch ich eine Superheldin sein konnte … eine Superheldin des Gebets.

Auf SOS reagieren

Ich entschloss mich dazu, einer Gebetsgruppe anzuschließen, die für andere Menschen betet. Viele dieser Gebetskämpfer sind ältere Menschen – manche mit Behinderungen. Einige befinden sich in einer Lebensphase, in der sie aus unterschiedlichen Gründen an ihr Zuhause gebunden sind. Wir erhalten E-Mails mit Namen von Menschen, die um Gebet bitten. Genau wie die Superhelden in den Zeichentrickfilmen, die ich vor langer Zeit gesehen habe, erhalten wir ein Signal, wenn jemand Hilfe braucht.

Die Gebetsanliegen gehen zu jeder Tages- und Nachtzeit ein: Herr X ist von einer Leiter gestürzt und wird ins Krankenhaus gebracht. Bei Frau Y wurde Krebs diagnostiziert. Ein Enkelkind ist in einen Autounfall verwickelt worden. Der Bruder eines Mannes wurde in Nigeria gekidnappt. Eine Familie hat ihr Haus durch einen Tornado verloren. Die Nöte sind vielfältig.

Wir nehmen unsere Verantwortung als Fürbitter ernst. Wir unterbrechen alles, was wir gerade tun, und beten. Wir sind eine Armee von Gebetskriegern. Wir bekämpfen unsichtbare Mächte der Finsternis. Deshalb legen wir die volle Waffenrüstung Gottes an und kämpfen mit geistlichen Waffen. Wir beten für andere, die in Not sind. Mit Beharrlichkeit und Hingabe bringen wir unsere Bitten immer wieder vor Gott.

Der Heldeneffekt

Bringt das Beten irgendwas? Von Zeit zu Zeit erhalten wir Rückmeldungen von Menschen, die um Gebet gebeten hatten. Der entführte Mann in Nigeria wurde innerhalb einer Woche freigelassen. Viele erleben wundersame Heilungen. Vor allem aber werden Menschen in Zeiten des Leidens gestärkt und getröstet. Jesus betete, und er revolutionierte die Welt! Das Gebet war Teil seines Dienstes der Heilung, Befreiung und Versorgung von Menschen in Not. Jesus stand in ständiger Verbindung mit dem Vater. Er lehrte seine Jünger, ebenfalls zu beten.

Gebete ermöglichen uns, Gottes Perspektive zu verstehen und unseren Willen mit seinem göttlichen Wesen in Einklang zu bringen. Und wenn wir für andere Fürsprache einlegen, werden wir zu Partnern Christi in seinem Dienst der Liebe. Wenn wir unsere Sorgen mit dem allmächtigen, allwissenden und allgegenwärtigen Gott teilen, verändert sich die Atmosphäre. Unser gläubiges Gebet, vereint mit Gottes Willen, kann Berge versetzen.

Wir bitten dich, Herr, uns zu helfen und uns zu verteidigen. Erlöse die Unterdrückten. Erbarme dich der Bedeutungslosen. Erhebe die Gefallenen. Zeige dich den Bedürftigen. Heile die Kranken. Bringe die Verirrten deines Volkes zurück. Sättige die Hungrigen. Richte die Schwachen auf. Nimm den Gefangenen die Ketten ab. Möge jedes Volk erkennen, dass du allein Gott bist, dass Jesus dein Kind ist, dass wir dein Volk sind, die Schafe, die du weidest. Amen.“

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Von: Nisha Peters

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Okt 27, 2023
Begegnung Okt 27, 2023

Er nahm Drogen und beging Einbrüche. Immer wieder landete er im Knast. Sein Leben war total verpfuscht. Hatte es überhaupt einen Sinn? fragte er sich. Doch dann kam Jesus in seine Zelle …

Ich hatte es vergeigt. Wieder war ich im Gefängnis gelandet und dachte darüber nach, wie es weitergehen sollte. Mein Leben war total verpfuscht. Ich stamme aus einer Familie mit einem älteren Bruder und vier jüngeren Geschwistern. Weil ich mich immer übergangen fühlte, hatte ich, um Aufmerksamkeit zu bekommen, schon früh viel Blödsinn gemacht. Immer wieder war ich von zu Hause davongelaufen und hatte die Schule geschwänzt. Die letzten Schuljahre konnten die Lehrer mich gar nicht mehr richtig benoten, weil ich so wenig da gewesen war. Schon mit 12 oder 13 Jahren hatte ich begonnen, Alkohol zu trinken und ein oder zwei Jahre später auch angefangen, Hasch zu rauchen und Amphetamine zu nehmen. Mit 17 Jahren beging ich meinen ersten Einbruch. Wir brachen in eine Boutique und in einen Supermarkt ein – und ich bekam meine erste Bewährungsstrafe. Mit 18 Jahren war es dann aber so weit, dass ich erstmals ins Gefängnis musste. Ich kam nach Niederschönefeld ins Gefängnis. Auch dort ging es weiter mit Drogen. Als ich 19 Jahre alt war, nahm man mich aus dem Jugendvollzug heraus, weil man mich dort für untragbar hielt. Man verlegte mich nach Bayreuth, wo ich gleich wieder anfing, Drogen zu nehmen. Normalerweise hätte ich nach zwei Jahren entlassen werden können. Wegen meines Verhaltens musste ich aber dreieinhalb Jahre im Gefängnis bleiben. Nach meiner Entlassung war ich sechs Monate in Freiheit – und bekam dann erneut viereinhalb Jahre Gefängnis.

Helles Licht

Nun also saß ich wieder in der JVA St. Georgen-Bayreuth. Hatte mein Leben überhaupt einen Sinn? fragte ich mich. War es egal, was ich tat? Erstmals stellte ich auch die Frage, ob es einen Gott gibt.

Ich begann, viel zu lesen – philosophische und religiöse Bücher. Etwa ein Jahr vor meiner Entlassung bekam ich ein Buch über den Glauben in die Hand: über die sichtbare und unsichtbare Welt, über Engel und Dämonen und darüber, was die Sünde mit dem Menschen macht. Und mir kam die Erkenntnis: „Kuno, wenn das wahr ist, dann bist du verloren!“

Wir waren zu sechst auf unserer Zelle. Als ich abends ins Bett ging, sah ich auf einmal ein helles Licht. Ich sah das Antlitz Jesu Christi. In so einer Herrlichkeit. Die Herrlichkeit Gottes strahlte durch sein Antlitz. Er hatte die Dornenkrone auf dem Kopf. Ich hörte die Worte: „Hier hast du Brot des Lebens.“

In diesem Moment erfuhr ich eine Liebe und Erfüllung wie in einer Extase. Die ganze Nacht badete ich in dieser Liebe. Ich weinte – vor lauter Freude und auch Traurigkeit über mein Leben, über meine Verlorenheit und die Liebe Gottes.

Auch als ich am nächsten Tag wieder zu meiner Arbeit ausrückte, liefen mir immer wieder die Tränen herunter. Die Leute fragten mich, was mit mir los sei. Weil ich nicht wusste, was ich sagen sollte, antwortete ich, dass jemand gestorben sei. Aber das war ja auch nicht ganz falsch: Tatsächlich war ein Teil von mir gestorben.

Von diesem Tag an konnte ich das Gerede im Gefängnis nicht mehr ertragen, wo es immer nur um Drogen und um Kriminalität ging. Ich distanzierte mich davon und nahm selbst fortan auch keine Drogen mehr.

Und wieder Drogen

Nach meiner Entlassung ging ich zu meinen Eltern zurück. Ich bekam eine schöne Wohnung und eine gute Arbeit. Trotzdem verstand ich nicht, was mit mir passiert war. Ich wusste, dass Gott in mein Leben eingegriffen hatte, aber vom Glauben hatte ich eigentlich gar keine Ahnung – und befasste mich damit auch nicht weiter. Unter der Woche ging zu meiner Arbeit, und am Wochenende traf ich die alten Leute wieder. Wir gingen baden oder zum Grillen. Sie nahmen ihre Drogen, ich zunächst nicht. Doch irgendwann rauchte auch ich wieder mit. Erst einmal, dann immer öfter. Irgendwann fragte mich ein Freund, ob ich ihm nicht Drogen besorgen könnte, weil sein Dealer im Urlaub war. Ich wusste genau: Ich darf es nicht! Dennoch konnte ich nicht Nein sagen. Ich wollte die Leute nicht enttäuschen. Also fuhr ich doch los und besorgte Stoff – und konnte es von da an nicht mehr abstellen. Viele meiner Kumpels überlebten diese Zeit nicht. Einer meiner besten Freunde, der eine Frau und zwei Kinder hatte, warf sich vor einen Zug, ein anderer sprang unter Drogen im zweiten Stock eines Hauses aus dem Fenster. Andere starben an einer Überdosis. Ich selbst war immer wieder auf Entzug.

Zusammenbruch

Nachdem sie mich in Frankfurt wieder mit Drogen erwischt hatten, entschied ich, endgültig auszusteigen und keine Drogen mehr zu nehmen. Doch am dritten Tag brach ich zusammen. Ich kam ins Krankenhaus und wurde künstlich beatmet. Mir wurde ein Herzkatheter gelegt. Meinen Eltern, die hinzugerufen worden waren, sagten die Ärzte, dass ich nicht überleben würde. Aber ich überlebte doch! Drei Tage war ich noch auf der Intensivstation. Als sie mich auf die normale Station verlegten, spritzte ich mir wieder Kokain. Die Ärzte meinten, dass eine weitere Behandlung keinen Sinn machen würde, wenn ich nicht damit aufhören wollte. Also ging ich – und machte so weiter wie bisher.

Immer wieder kam ich ins Gefängnis, wurde wieder entlassen, dann wieder erwischt usw. Als ich in Regensburg aus dem Knast entlassen wurde, war ich am Boden. Weil ich keine andere Möglichkeit mehr sah, ging ich zur Entgiftung nach Engelthal bei Nürnberg. Mein Zimmernachbar ermutigte mich, eine Therapie zu machen. Eine Sozialarbeiterin besorgte mir einen Therapieplatz. Auch die Kostenzusage kam schnell. So kam ich zum Therapiezentrum bei Nandlstadt Nach einem Praktikum als Landschafts- und Gartenbauer stellte mich der Betrieb ein. Ein paar Monate ging es gut. Dann sah ich mit Arbeitskollegen eines Abends ein Fußballspiel. Es wurde Bier getrunken, und Einer packte Drogen aus. Zum ersten Mal nahm auch ich wieder Drogen, in den Tagen darauf dann wieder öfter – bis ich dann auch selbst wieder losfuhr, um Stoff zu besorgen. Ich gab auch an andere Leute etwas ab. Als ich dann aber sah, wie die Leute abstürzten, hörte ich damit auf, auch andere zu versorgen, aber konsumierte noch selbst. Nach einiger Zeit merkte ich, dass ich meine Arbeit nicht länger schaffen könnte. Es wurde immer schlimmer. Eines Tages saß ich in der S-Bahn und fuhr an meiner Arbeitsstelle vorbei, weil ich gar nicht mehr mitbekam, wo ich war. Immer wieder kam ich zu spät.

Tiefer Frieden

Eines Tages, als ich auf der Arbeit war, hatte ich das Gefühl, dass mir jemand einen Vorhang von den Augen zog. Mir wurde bewusst, wo ich wieder gelandet war. Ich war da, wo ich eigentlich nie mehr sein wollte! Und mir war klar, dass ich aus diesem Teufelskreis auch nicht wieder herauskommen würde. Nochmal die Arbeit verlieren, nochmal Gefängnis – das wollte ich nicht mehr. „Eigentlich kannst du dich umbringen“, sagte ich mir.

Da kam mir wieder die Erinnerung an mein Erlebnis im Gefängnis: dass ich das Antlitz Jesu Christi gesehen hatte. An diesem Tag fuhr ich heim, kniete mich nieder und flehte: „Gott, wenn es dich wirklich gibt, bitte hilf mir!“ Nach diesem Gebet spürte ich eine große Ruhe und einen tiefen Frieden. Und ich konnte mit den Drogen aufhören. Einfach so, ganz ohne Therapie!

Ich erkannte auch, dass ich mehr über den Glauben erfahren musste – und dass ich Gemeinschaft mit anderen Christen brauchte. So begann ich, in die Kirche zu gehen, später auch in einen Bibelkreis. Ich machte Exerzitien im Alltag in einer nahegelegenen Kirchengemeinde. In St. Sebastian in München-Schwabing, wo ich wohnte, war eine Glaubensverkündigung der Gemeinschaft des Neokatechumenalen Wegs. Weil sehr viele Leute dort waren, fühlte ich mich unwohl und wollte an der Tür wieder kehrt machen. Doch eine Frau hakte sich bei mir ein und zog mich mit.

Neues Leben

Ich fand mich in einem Bußgottesdienst wieder. Mir liefen die Tränen herunter. Es gab die Gelegenheit zu beichten, die viele auch nutzten. Aber ich wäre am liebsten aufgestanden und gegangen. Doch ich wusste auch, dass, wenn ich jetzt ginge, die Tür zu sein würde. Also ging auch ich zur Beichte. Es sollte ein unglaubliches Erlebnis werden. Ich erlebte eine richtige Befreiung und spürte, wie mir hierdurch eine schwere Last abgenommen wurde.

In den Jahren danach veränderte sich mein Leben vollkommen. Ich schloss mich der Gemeinschaft an und lernte viele Leute kennen. Zweimal war ich mit zu Papstaudienzen in Rom. Immer wieder durfte ich auch in Gemeinden Zeugnis geben – und sogar im Gefängnis. In meinem Beruf wurde ich bald Vorarbeiter. Ich bekam meinen Führerschein zurück. Durch die Gefängnisarbeit lernte ich auch meine Frau kennen. Seit fünf Jahren sind wir verheiratet. Sie war Organistin im Gefängnis in Mannheim und interessierte sich für die Gefängnisarbeit. Gemeinsam gingen wir im Rahmen der „Emmaus-Gruppe“ ins Gefängnis, machten dort Lobpreis und Glaubensverkündigung. Wenn wir die Gefangenen fragten, was sie sich wünschten, war die Antwort immer dieselbe: einfach ein ganz normales Leben! Ich verstand das gut. In einem schier unendlichen Kreislauf war ich immer wieder abgestürzt. Erst als ich angefangen hatte, den Glauben wirklich zu leben, war ich da herausgekommen.

Ich kann nur jedem wünschen, dass er Gott sein Herz öffnet und ihm begegnet. Wenn jemand Gott wirklich die Herzenstür einen Spalt breit öffnet, dann wird er sein Leben verändern. Gott hat mich auch in der Tiefe, nach meinen größten Abstürzen, nicht fallen gelassen. So viele meiner besten Freunde leben nicht mehr, und auch ich wäre sicher nicht mehr am Leben. Menschlich gesehen war es unmöglich, dort herauszukommen. Aber auch wenn ich es damals noch nicht erfasste, hat Gott mich durch diese Zeit getragen – und mich zu einem neuen Leben gebracht, an dem ich viel Freude habe.

Das Einzige, was einem wirklich hilft, ist, Gott in sein Leben zu lassen und mit ihm den Weg des Glaubens zu gehen – am besten mit anderen Christen, die einen auch stärken können. Und das wünsche ich jedem. Bleibt beim Herrn! Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit! Amen!

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Von: Kuno Hahn

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