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Sep 30, 2024
Engagieren Sep 30, 2024

In einer kalten Kindheitsnacht brachte mir mein Vater bei, wie man ein Feuer neu entfacht …

Ein frischer Herbstabend, der Duft von Rauch, der aus einem oft benutzten Schornstein aufsteigt, die Farben des Herbstlaubs oder sogar der Tonfall einer Stimme – alle diese scheinbar völlig unbedeutenden Einzelheiten wecken oft die lebhafte Erinnerung an einen längst vergangenen Moment.

Doch warum haben wir solche Erinnerungen? Dienen sie dazu, früher gemachte Fehler zu vergessen? Hat Gott uns die Erinnerung gegeben, damit wir auch im Dezember Rosen haben? Oder geht es vielleicht um noch etwas viel Tiefgründigeres? Sind sie vielleicht Anlässe zum Verweilen, Nachdenken, Beten und Reflektieren?

‘Warme’ Liebe

Als ich neun, vielleicht zehn Jahre alt war, kamen meine Familie und ich in einer ungewöhnlich kalten Herbstnacht nach Hause. Meine Mutter forderte meinen Vater sofort auf, das Feuer wieder zu entfachen. Da dies eine meiner Lieblingsbeschäftigungen war, schaute ich ihm eifrig dabei zu. Während andere Ereignisse beim Feuermachen bei mir nur noch ganz nebelig in Erinnerung sind, bleibt dieses Ereignis in meinem Gedächtnis lebendig. Ich erinnere mich sogar wortwörtlich daran.

Er öffnete den Holzofen, nahm den Schürhaken in die Hand und begann, die Asche wegzuräumen. Ich erinnere mich, dass ich ihn neugierig fragte: „Warum räumst du die ganze Asche weg?“ Mein Vater antwortete sofort: „Indem ich die Asche entferne, schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe. Ich isoliere die Glut und sorge gleichzeitig dafür, dass der Sauerstoff besser fließen kann.“

„Und warum ist das so wichtig?“ Mein Vater stoppte seine Arbeit und sah mich an, während er in gebückter Haltung auf seinen Zehen balancierte. Es vergingen einige Augenblicke, während er über meine Frage nachdachte. Dann rief er mich zu sich. Als ich näherkam, reichte er mir den Schürhaken und flüsterte mir zu: „Lass uns das zusammen machen.“

Spüren Sie den Unterschied

Ich nahm den Metallstab, und er führte mich vor sich her. Er legte seine Hände um meine und begann, meine Bewegungen zu lenken. Die Asche fiel weiter durch das Gitter, und zurück blieb ein kleiner Haufen Glut. Mein Vater fragte mich: „Spürst du große Hitze?“

Ich lachte und sagte: „Nein, Papa! Natürlich nicht!“

Mein Vater lächelte, dann antwortete er: „Wohl kaum! Denn so werden sie das Haus sicher nicht heizen, aber sieh mal, was passiert, wenn ich das mache.“ Er legte den Schürhaken weg, stellte sich näher an den Ofen und begann, kräftig in die Glut zu blasen. Sie begann plötzlich feuerrot zu glühen. Dann sagte mein Vater: „Hier, versuch du es.“ Ich tat es ihm nach und pustete so fest ich konnte. Auch hier wurde die Glut für einen kurzen Moment leuchtend rot. Mein Vater fragte: „Du siehst den Unterschied, aber hast du auch den Unterschied gespürt?“

Ich lächelte und antwortete: „Ja! Für eine Sekunde war es warm!“

„Genau“, meinte mein Vater: „Wir räumen die Asche weg, damit der Sauerstoff die Glut anfachen kann. Sauerstoff ist absolut notwendig; die Glut brennt dann heller, wie du gesehen hast. Dann schüren wir das Feuer mit anderen kleinen brennbaren Gegenständen, fangen klein an und gehen dann zu größeren Gegenständen über.“

Mein Vater forderte mich dann auf, Zeitungen und kleine Stöcke aus der Anzündkiste zu holen. In der Zwischenzeit ging er auf die seitliche Veranda und holte mehrere Bretter und größere Holzstämme. Dann zerknüllte er die Zeitungen und legte sie auf den kleinen Haufen mit der Glut. Dann sagte er, ich solle auf den Haufen pusten, wie ich es zuvor getan hatte. „Mach weiter! Nicht aufhören! Gleich hast du es geschafft“, ermunterte mich mein Vater, bis die Zeitung ganz plötzlich und ebenso überraschend Feuer fing. Erschrocken zuckte ich ein wenig zurück, wurde dann aber durch die Wärme, die ich auch spürte, beruhigt.

Ich erinnere mich, dass ich in diesem Moment von einem Ohr zum anderen lächelte, und mein Vater, der ebenfalls lächelte, meinte: „Jetzt können wir anfangen, etwas größere Gegenstände hinzuzufügen. Wir fangen mit diesen Zweigen und so an. Sie werden Feuer fangen wie das Papier. „Schau …“ Und tatsächlich, nach wenigen Augenblicken brannten die Stöcke. Die Hitze war beachtlich. Mein Vater fügte dann kleine Holzstämme und alte Zaunbretter dazu und wartete wiederum. Ich musste ein wenig zurückgehen, weil die Hitze aus der Nähe nicht zu ertragen war. Schließlich, 30 bis 40 Minuten später, brannte das Feuer buchstäblich vor sich hin, als mein Vater die größten Holzscheite hineinlegte. Er sagte: „Damit wird das Feuer mehrere Stunden bis in die Nacht hinein brennen. Jetzt weißt du, dass es am schwierigsten ist, das Feuer in Gang zu bringen. Wenn es aber einmal brennt, ist es leicht, es am Brennen zu halten, solange du es fütterst und den Sauerstoff in die Flammen fließen lässt. Ein Feuer ohne Sauerstoff, ohne Brennstoff, wird ausgehen.“

Zur Erinnerung …

Die Sehnsucht nach Gott ist dem Menschen ins Herz geschrieben. Die Tatsache, dass der Mensch nach dem Bild Gottes geschaffen ist, führt dazu, dass in einem jeden von uns eine Glut, ein Verlangen nach Glück, steckt. Diese Glut kann nie ausgelöscht werden, aber wenn sie nicht gepflegt wird, bleibt ihr Besitzer unglücklich und ohne Ziel. Wenn wir aber die Asche entfernen (durch die Taufe), können wir der Liebe Gottes erlauben, die Flamme wieder anzufachen. Unsere tiefste Sehnsucht wird dann mit Sauerstoff angereichert, und wir beginnen, die Auswirkungen der Liebe Gottes zu spüren.

So wie Gottes Liebe das Feuer in uns wachsen lässt, so braucht es auch Nahrung – eine aktive, tägliche Entscheidung, die Flamme zu entzünden. Das Wort Gottes, das Gebet, die Sakramente und die Werke der Nächstenliebe sorgen dafür, dass die Flamme gut genährt wird. Ohne Hilfe aber wird unsere Flamme schnell wieder zu einer glimmenden Glut, die nach Sauerstoff hungert, den nur Gott ihr geben kann.

Unser freier Wille erlaubt es uns, „Ja“ zu sagen zu Gott. Dass erfüllt nicht nur unseren angeborenen individuellen Wunsch nach Glück, sondern unser „Ja“ kann sogar den Wunsch eines anderen Menschen nach Bekehrung entfachen, was den Worten des heiligen Ignatius Gültigkeit verleiht: „Geht hinaus und entzündet die Welt.“

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Von: Aleksie Ivanovich

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Sep 30, 2024
Engagieren Sep 30, 2024

Es war das Jahr 1944. Die Welt war von Armut und den Strapazen des Zweiten Weltkriegs erschüttert. Der Krieg neigte sich dem Ende zu, und die russische Armee war dabei, die Slowakische Republik von der Nazi-Besatzung zu befreien.

In der Nacht des 22. November hatte die Rote Armee das kleine Dorf Vysoká nad Uhom eingenommen. Aus Angst vor den aggressiven und gewalttätigen russischen Soldaten versteckten sich die Menschen in ihren Kellern. Die 16-jährige Anna Kolesárová versteckte sich mit ihrem Vater und ihrem Bruder im Keller ihres Hauses, als ein betrunkener Soldat sie entdeckte.

Aus Angst bat ihr Vater sie, Essen für den Soldaten zu kochen. Um ihre Jugend zu verbergen, trug sie die langen schwarzen Kleider ihrer Mutter, die gestorben war, als Anna zehn Jahre alt war. Doch der Soldat erkannte bald, dass Anna ein Teenager war, und versuchte sich ihr aufzudrängen. Das verängstigte Mädchen wehrte sich vehement gegen seine Annäherungsversuche. Verärgert über ihr Verhalten richtete der Soldat eine Waffe auf sie. Irgendwie gelang es Anna, sich aus seinem Griff zu befreien, und sie rannte schreiend auf ihren Vater zu mit den Worten: „Auf Wiedersehen, Vater!“ Dann schoss der Soldat ihr mit seinem Gewehr in Gesicht und Brust.

Das junge Mädchen, das trotz der alarmierenden Umstände in der Region weiterhin jeden Tag zur Heiligen Messe gegangen war, verschied mit den Worten: „Jesus, Maria, Josef!“

Noch in der gleichen Nacht legte ihr Vater sie in einen notdürftigen Sarg. Eine Woche später wurde sie von Pater Anton Lukac feierlich beigesetzt, der erklärte, dass Anna vor ihrem Tod die Sakramente der Beichte und der Heiligen Kommunion empfangen hatte. Nach dem kirchlichen Begräbnis vermerkte der Priester im Sterberegister: hostia sanctae castitatis (Hostie der heiligen Reinheit).

Bei ihrer Seligsprechung am 1. September 2018 bestätigte Papst Franziskus, dass das junge katholische Mädchen in defensum castitatis, also zur Bewahrung ihrer Jungfräulichkeit, gestorben sei. Wie so viele andere Heilige wie Maria Goretti wird auch Anna als jungfräuliche Märtyrerin verehrt.

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Von: Shalom Tidings

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Sep 10, 2024
Engagieren Sep 10, 2024

Ich war von Gott getrennt und suhlte mich in Verzweiflung. Doch in die dunklen Leere meines Lebens streckte „jemand“ plötzlich unerwartet seine Hand nach mir aus.

Drei Fehlgeburten in Folge … Jeder dieser Verluste wurde emotional immer schwieriger, medizinisch immer komplizierter und der Genesungsprozess immer langwieriger. Nach der dritten fiel ich in eine unglaublich dunkle, tiefe Depression.

Ich war so wütend auf den Herrn, dass er diese Prüfungen in meinem Leben zuließ. Wie konnte er nur zulassen, dass dies einer guten Katholikin passierte, die doch immer nur versucht hatte, alles richtig zu machen?

Ich bestrafte den Herrn mit etwa 18 Monaten Schweigen. Wir waren weiterhin pflichtbewusste Katholiken – wir gingen weiter zur Messe, beteten vor den Mahlzeiten usw. Aber in meinem Herzen betete ich überhaupt nicht mehr, außer diesem einen ehrlichen Gebet, das ich immer wiederholte: „Ich gehöre zu Dir. Mir gefällt nicht, was Du tust, und ich verstehe nichts davon, aber das einzige, was noch schlimmer wäre als das, was ich jetzt fühle, wäre, völlig ohne Hoffnung auf den Himmel zu sein – ohne die Hoffnung, die Kleinen, die ich verloren habe, jemals wiederzusehen …“ Also schloss ich einen Deal mit Gott: „Wenn ich weiter Gutes tue, dann hältst Du auch Deinen Teil der Abmachung ein und lässt mich am Ende meines Lebens in den Himmel, damit ich die Kleinen sehe, die ich verloren habe.“

Doch es ging immer nur weiter bergab. Ohne Verbindung mit Gott war ich auch keine gute Mutter und keine gute Freundin mehr. Mein kleines Geschäft musste ich aufgeben, weil ich mein Leben nicht mehr auf die Reihe bekam. Doch in diese Leere hinein streckte jemand die Hand nach mir aus – ein ganz unerwarteter „Jemand“!

Gott anschreien

Als ich in der High School und am Anfang meines Studiums war, betete ich täglich den Rosenkranz, aber als ich dann heiratete und Kinder bekam, packte ich den Rosenkranz zur Seite und dachte: „Das ist ein Gebet für Leute, die viel Zeit haben, und damit sicher nicht für mich; vielleicht fange ich später, wenn ich etwas älter bin, wieder damit an.“ Aber in der tiefen Dunkelheit spürte ich einen Ruf, wieder den Rosenkranz zu beten. Es kam mir total lächerlich vor, denn ich war immer noch sehr, sehr wütend auf den Herrn und hatte absolut keine Lust zu beten. Mit vier kleinen Kindern hatte ich auch gar keine Zeit dafür. Also verdrängte ich es immer wieder aus meinem Kopf, doch der Herr wurde immer hartnäckiger.

Ich fand unerwartet Hinweise an den unwahrscheinlichsten Orten – ein Rosenkranz, den ich nie zuvor gesehen hatte, tauchte in meinem abgeschlossenen Auto auf, mein Krabbelkind reichte mir den Rosenkranz von meiner Firmung, den ich seit Jahren nicht mehr gesehen hatte, und irgendwelche Leute, die noch nicht einmal katholisch waren, schenkten mir Rosenkränze (wie bei dem einen Mal, als mir jemand einen Rosenkranz schenkte und sagte: „Ich habe den Schreibtisch meiner Oma aufgeräumt und dachte, du möchtest ihn haben“).

Ich kam an einen Punkt, an dem ich nicht länger leugnen konnte, was der Herr von mir wollte. Zum ersten Mal seit 18 Monaten sprach ich wieder ein Gebet. Ehrlicher wäre es wohl gewesen, ich hätte Gott angeschrien, denn es war ein sehr schnippisches Gebet. Ich marschierte in die Kirche, direkt zum Altar, und brachte alle meine Ausreden vor: dass ich keine Zeit hätte, Rosenkranz zu beten, dass ich meistens meinen Rosenkranz ja nicht einmal finden könnte, und wenn ich es doch einmal schaffen würde, Zeit UND einen Rosenkranz zu finden, würden mich meine Kinder doch nur ständig unterbrechen, so dass ich Mühe hätte, dort weiterzumachen, wo ich aufgehört hatte … ganz zu schweigen davon, dass meine Kinder wahrscheinlich sowieso alle meine Rosenkränze kaputt machen würden. Ich wartete gar nicht erst auf eine Antwort des Herrn, drehte mich auf dem Absatz um und marschierte wieder aus der Kirche heraus mit dem Gefühl: „Siehst du, ich habe dir ja gesagt, wie lächerlich es ist, Rosenkranz zu beten.“

Nichts Besseres als das hier

In der folgenden Woche hatte ich die Idee, ein Rosenkranzarmband zu entwerfen, das buchstäblich jede meiner Ausreden ausräumte. Es ist immer griffbereit, so dass ich nie vergesse, zu beten; es ist superstabil, damit meine Kinder es nicht kaputt machen können; aber der wirklich lebensverändernde, revolutionäre Teil war der bewegliche Kruzifixanhänger, der wie ein kleines Lesezeichen funktioniert und es mir ermöglichte, dort weiterzumachen, wo ich aufgehört hatte. Ich betete in stillen Momenten, die sich in meinem Tag auftaten. Zwischen der Betreuung der Kinder, der Erledigung von Hausarbeiten und dem Erledigen von Besorgungen konnte ich immer eine Minute hier oder zehn Minuten dort finden, um ein paar Ave Maria oder manchmal sogar ein ganzes Gesetz zu beten.

Nach und nach fing ich an, über den Tag verteilt einen ganzen Rosenkranz zu beten. Ich war immer noch sehr wütend und gebrochen und hatte nicht viel Hoffnung, dass der Rosenkranz alles in Ordnung bringen würde, aber ich war einfach so erschöpft, dass ich wusste, dass das auch nicht weh tun könnte. Ich war verzweifelt, und da es nichts Besseres zu tun gab, dachte ich, ich könnte das einfach mal ausprobieren.

Die Heilung geschah nicht einfach so. Es war kein Tele-Evangelisten-Heilungsmoment, bei dem sich der Himmel teilte und die Herrlichkeit herabkam. Es war eine sehr langsame Reise – so, wie wir den Rosenkranz beten, Perle für Perle, Schritt für Schritt, Gebet für Gebet. Nach und nach begann die Mutter Gottes, wirklich eine Mutter für mich zu sein. Was ich in dieser Dunkelheit zu sehen begann, war nicht die Maria, mit der ich aufgewachsen war, die Maria aus Nazareth, oder die auf der Weihnachtskarte mit makelloser Haut. Stattdessen fand ich Maria in Golgatha, eine tränenüberströmte, blutverschmierte, erschöpfte Mutter, die wusste, wie es war, zu leiden und jemanden zu verlieren, den sie über alles liebte. Mit dieser Frau konnte ich mich identifizieren! Diese Mutter brauchte ich so dringend in dieser Zeit meines Lebens.

Schließlich war sie auch nicht diejenige, auf die ich wütend war. Aber sie, als meine Mutter, die immer so sanft war, kam an diesen kargen und zerbrochenen Ort, an dem ich mich befand, und führte mich langsam in die Arme meines himmlischen Vaters. Doch das war nur ein Teil; es gab einen anderen Teil meines Lebens, der immer noch im Chaos steckte.

Ein Gespräch entwickelt sich

Die dritte Fehlgeburt war körperlich und seelisch zu schwer gewesen. Da es bereits das zweite Trimester war, hatten wir ins Krankenhaus gehen, die Wehen durchstehen und unseren Sohn zur Welt bringen müssen.

Seitdem waren mein Mann und ich unterschiedliche Wege der Trauer gegangen. Ich machte dicht, und er stürzte sich in die Arbeit, trank und ließ sich in vielerlei Hinsicht zu viel gefallen. Unsere Beziehung bekam Brüche.

Als ich anfing, den Rosenkranz zu beten und mich auf den Weg der Heilung zu machen, versuchte ich, auch ihn dazu zu bringen, aber er schob es nur von sich weg. Langsam öffnete ich den Laden wieder, legte das Rosenkranzarmband, zu dem mich der Herr inspiriert hatte, in den Laden, und es begann wirklich zu laufen. Ich bat meinen Mann immer wieder, mitzumachen; ich schenkte ihm ein Rosenkranzarmband, das er auch trug, aber er betete nicht. Zu diesem Zeitpunkt begann ich ganz bewusst, jeden Tag meinen Rosenkranz für ihn zu beten.

Ich nutzte diese stillen Momente absichtlich zum Beten und ließ meine Familie sehen, dass ich zwischen meinen Aufgaben betete. Mein Mann nahm nicht nur das wahr, sondern auch die Veränderung in mir. Langsam gab er nach, und unsere ganze Familie begann, diese Umkehr durch die Mutter Gottes zu erleben. Aber das war immer noch nicht das Happy End.

Eine Umarmung folgt auf dem Fuße

Denn es kam eine weitere Fehlgeburt! Dasselbe Krankenhauszimmer, dieselbe Krankenschwester… Ich fragte ihn: „Herr, was tust du? Warum streust du Salz in die Wunde, indem du den furchtbarsten Tag meines Lebens auch noch wiederholst?“

Dieses Mal war es noch tiefer und schlimmer als davor, weil ich auch das Trauma einiger anderer Verluste durchlebte. Trotzdem begann ich langsam, diesen unglaublich schrecklichen Tag in vielerlei Hinsicht zu durchschauen. Während der Wehen und der Entbindung war ich völlig überwältigt von meiner Trauer und schluchzte hilflos. Aber dieses Mal fühlte ich mich nicht völlig allein, sondern spürte die physische Gegenwart der Mutter Gottes, die mich mütterlich festhielt, als ich weinte. In der schmerzhaftesten Phase der Wehen spürte ich, wie die Mutter Gottes mich physisch an den Vater übergab und mich wie sein Kind in seine Arme legte. In diesem Moment spürte ich, wie Gott Vater mit mir schluchzte. Ich spürte, wie sich seine Brust zusammen mit meiner hob.

Ich bin noch immer nicht ganz „angekommen“. In gewisser Weise bin ich immer noch auf dem Weg der Heilung, mit dieser Wunde und all dem Ärger, den ich in mir trug … Die Mutter Gottes kam, um mir zu helfen, meine Beziehung zu unserem Vater zu heilen. Dass sie mir sein Herz zeigte, war ein unglaublich heilsamer und erholsamer Prozess. Ein Tag, der einer der schlimmsten meines Lebens gewesen wäre, wurde für uns durch ihre Güte und Sanftheit zu einem Tag der Heilung, wie ich es mir nie hätte vorstellen können.

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Von: SHANNON WENDT

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Sep 06, 2024
Engagieren Sep 06, 2024

Das Leben kann unberechenbar sein, doch Gott schafft es immer wieder, uns zu überraschen.

Es war vor drei Jahren. Mein Mann und ich waren seit fast zwei Jahren verheiratet und hatten die ganze Zeit für ein Baby gebetet. Wir waren so aufgeregt und glücklich, als wir dann erfuhren, dass ich schwanger war. Doch ich hatte eine Fehlgeburt.

Da standen wir nun und wurden herausgefordert, Gott und seinen geheimnisvollen Plänen zu vertrauen. Um ehrlich zu sein, wollte ich nicht auf einen Plan vertrauen, der Kummer zur Folge hatte, und ich wollte auch nicht auf einen Gott hoffen, der das zulassen würde. Ich wollte unser Baby in meinen Armen halten. Aber mein Mann und ich entschieden uns für den schwierigen Weg, Gott und seiner Vorsehung zu vertrauen, dass all der Schmerz und das Leid noch zum Guten genutzt werden könnten und würden. Wir entschieden uns für die Hoffnung auf unser Baby im Himmel und für die Hoffnung auf unsere Zukunft hier auf der Erde.

Über alles

Unzählige Male in meinem Leben hat mich der 11. Vers von Jeremia 29 tief geerdet. Dieses Mal jedoch brachte er mich dazu, darauf zu achten, wie der Text dann weitergeht. Diese Worte brannten sich in mein Herz ein und überzeugten mich von Gottes beständiger Vorsehung: „Wenn ihr mich ruft, wenn ihr kommt und zu mir betet, so erhöre ich euch. Sucht ihr mich, so findet ihr mich. Wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, werde ich dich mich finden lassen, und ich werde euer Geschick wenden.“ (12-14)

Unser liebender Vater rief mich zu sich, als ich eigentlich keine Lust hatte, mich ihm zu nähern. Ruf, komm, bete, schau, finde, suche – sagte er. Er bittet mich (und dich) in dem Schmerz unseres Herzens, wenn wir versucht sind zu glauben, dass der Schmerz, den wir erleben, alles ist, was es wirklich für uns gibt, ihn zu wählen und ihm näher zu kommen. Dann nämlich, wenn wir ihn gesucht haben, verspricht er uns, uns zu ihm finden zu lassen und unser Schicksal zu ändern. Er ist dabei nicht unklar; vielmehr sagt er dreimal „Ich werde“. Er sagt nicht „vielleicht“, er stellt eine Tatsache fest.

Ein doppelter Segen

Obwohl unsere Fehlgeburt nun schon drei Jahre her ist, wurde ich kürzlich daran erinnert, wie sich diese Verheißung aus Jeremia 29 in meinem Leben manifestiert hat und wie Gott mein Los in Bezug auf die Mutterschaft absolut verändert hat. Er hat mich und meinen Mann zu Zeugen gemacht, und die Art und Weise, in der er Gebete so liebevoll erhört, sollte nicht vergessen oder beschönigt werden. Vor nicht allzu langer Zeit erhielt ich eine E-Mail von einer Freundin. Nachdem sie an jenem Morgen für mich gebetet hatte, schrieb sie: „Gott hat euch belohnt … Heute feiert ihr die Barmherzigkeit und Liebe Gottes mit einem doppelten Segen! Preist den Herrn!“

Unsere Hoffnung und unser Wunsch, auf Gottes Pläne zu vertrauen und ihn zu suchen, hat unser Schicksal verändert und sich in den größten „doppelten Segen“ verwandelt, den wir uns hätten erträumen können – zwei wunderschöne kleine Mädchen. Es ist drei Jahre her, dass mein Mann und ich unser erstes Kind verloren haben, und nichts könnte dieses kleine Kind je ersetzen, aber Gott hat uns nicht unfruchtbar gemacht.

Im August 2021 wurden wir mit der Geburt unseres ersten Mädchens gesegnet, und im vergangenen August erlebten wir den Segen unseres zweiten Mädchens. Ein doppelter Segen, in der Tat! Wir leben Gottes Treue durch unsere verwandelte Hoffnung! Wir sind Zeugen von Gottes unermesslicher Barmherzigkeit und Liebe. Wir sind zu Mitschöpfern des Schöpfers geworden, und durch unsere Hoffnung auf seine Treue hat er in der Tat unser Schicksal verändert.

Ich habe Ehrfurcht vor den Wundern, die Gott tut, und ermutige auch Sie, Ihre Hoffnung auf den Herrn zu setzen. Halten Sie an einer Hoffnung fest, die verwandelt, suchen Sie ihn von ganzem Herzen, und sehen Sie zu, wie er Ihr Schicksal verändert, wie er es verspricht.

Wie meine Freundin mir an diesem Tag sagte: „Lasst uns immer den Herrn loben, der so gnädig zu uns ist.“

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Von: Jackie Perry

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Aug 26, 2024
Engagieren Aug 26, 2024

Als Andrea Acutis eine Pilgerreise nach Jerusalem organisierte, dachte er, dass sein Sohn davon begeistert sein würde. Doch da Carlo gerne zur täglichen Messe ging und seine Gebete hielt, war seine Antwort überraschend: „Ich bleibe lieber in Mailand … Warum sollte es, wenn Jesus in der geweihten Hostie immer bei uns ist, nötig sein, nach Jerusalem zu pilgern, um die Orte zu besuchen, an denen er vor 2000 Jahren gelebt hat? Stattdessen sollte man die Tabernakel mit der gleichen Hingabe besuchen!“ Andrea war beeindruckt von der großen Verehrung, die sein Sohn der Eucharistie entgegenbrachte.

Carlo wurde 1991 geboren, in dem Jahr, in dem das Internet erfunden wurde. Das kleine Genie konnte bereits im Alter von drei Jahren lesen und schreiben. Die Welt hätte auf seinen Intellekt geschaut und von einer glänzenden Zukunft geträumt, aber Gott hatte ganz andere Pläne. Indem er seine Liebe zur Eucharistie und zur Technik kombinierte, hinterließ Carlo der Welt ein großartiges Vermächtnis in Form einer Aufzeichnung von eucharistischen Wundern aus aller Welt. Im Jahr 2002, als er gerade einmal elf Jahre alt war, begann er mit dieser Zusammenstellung und beendete sie ein Jahr später, bevor er an Leukämie erkrankte. Schon in so jungen Jahren baute dieser junge Computerfreak sogar eine Website (carloacutis.com) – ein dauerhaftes Dokument – mit allen gesammelten Informationen auf.

Eine von ihm ins Leben gerufene Ausstellung über die Eucharistie wurde auf fünf Kontinenten gezeigt. Seitdem wurde von vielen Wundern berichtet. Auf seiner Website hat er die bleibende Mission seines Lebens auf der Erde niedergeschrieben: „Je mehr wir die Eucharistie empfangen, desto mehr werden wir wie Jesus werden, so dass wir auf dieser Erde einen Vorgeschmack des Himmels haben.“

Der selige Carlo Acutis, ein italienischer Teenager, Designer und Computergenie, steht inzwischen kurz vor der Heiligsprechung. Bekannt als der erste Schutzpatron des Internets, zieht der selige Carlo bis heute Millionen von Jugendlichen zur Liebe Jesu in der Eucharistie.

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Von: Shalom Tidings

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Aug 15, 2024
Engagieren Aug 15, 2024

Was passiert mit deiner Seele in der eucharistischen Anbetung?

Ich erinnere mich gerne an einen magischen Tag in meiner Kindheit, als ich Jesus in der eucharistischen Anbetung begegnet bin. Ich war fasziniert von dem eucharistischen Jesus in einer majestätischen Monstranz, wenn das Weihrauchfass geschwenkt wurde und Weihrauch zu Ihm in der Eucharistie aufstieg, und die ganze Gemeinde sang gemeinsam: 

„Gelobt und gepriesen sei ohne End Jesus im Allerheiligsten Sakrament.“

Die lang ersehnte Begegnung

Ich sehnte mich danach, das Weihrauchfass selbst zu berühren und es sanft nach vorne zu schieben, damit der Weihrauch zum Herrn Jesus aufsteigen konnte. Doch der Priester wies mich mit einer Geste an, das Weihrauchfass nicht zu berühren, und ich richtete meine Aufmerksamkeit auf den Weihrauchrauch, der zusammen mit meinem Herzen und meinen Augen zum Herrn aufstieg, der in der Eucharistie vollkommen gegenwärtig ist.

Diese Begegnung erfüllte meine Seele mit unbeschreiblicher Freude. Die Schönheit, der Geruch des Weihrauchs, der einstimmige Gesang der ganzen Gemeinde und das Angesicht des eucharistischen Herrn, der angebetet wurde – all das befriedigte vollkommen meine Sinne, und ich sehnte mich danach, dies noch einmal zu erleben. Es erfüllt mich immer noch mit Freude, mich an diesen Tag zu erinnern.

In meinen Teenagerjahren verlor ich jedoch die Faszination für diesen kostbaren Schatz und brachte mich so selbst um diese  große Quelle der Heiligkeit. Als Kind dachte ich, ich müsse während der gesamten Zeit der eucharistischen Anbetung ununterbrochen beten, und eine ganze Stunde erschien mir dafür zu lang. Wie viele von uns zögern heute aus ähnlichen Gründen, zur eucharistischen Anbetung zu gehen – aus Stress, Langeweile, Faulheit oder sogar aus Angst? Doch die Wahrheit ist, dass wir uns dann selbst um dieses große Geschenk bringen.

Stärker als je zuvor

Inmitten von Schwierigkeiten und Problemen während meines jungen Erwachsenenalters erinnerte ich mich daran, wo ich solchen Trost erhalten hatte, und ich kehrte zur eucharistischen Anbetung zurück, um Kraft und Halt zu finden. An den ersten Freitagen verweilte ich eine ganze Stunde lang schweigend in der Gegenwart Jesu im Allerheiligsten Sakrament, indem ich mich einfach auf ihn einließ, mit dem Herrn über mein Leben sprach, seine Hilfe erflehte und ihm wiederholt, aber ruhig, meine Liebe zu ihm erklärte. Die Möglichkeit, den eucharistischen Jesus aufzusuchen und eine Stunde lang in seiner göttlichen Gegenwart zu verweilen, zog mich immer wieder dorthin zurück. Im Laufe der Jahre wurde mir klar, dass die eucharistische Anbetung mein Leben tiefgreifend verändert hatte, indem ich mir immer mehr meiner tiefsten Identität als geliebte Tochter Gottes bewusstwerde.

Wir wissen, dass unser Herr Jesus in der Eucharistie wirklich und vollständig gegenwärtig ist, mit seinem Leib, seinem Blut, seiner Seele und seiner Göttlichkeit. Die Eucharistie ist Jesus selbst. Zeit mit dem eucharistischen Jesus zu verbringen, kann dich von deinen Krankheiten heilen, dich von deinen Sünden reinigen und dich mit seiner großen Liebe für dich erfüllen. Deshalb möchte ich jeden ermutigen, regelmäßig eine heilige Stunde einzulegen. Je mehr Zeit du mit dem Herrn in der eucharistischen Anbetung verbringst, desto stärker wird deine persönliche Beziehung zu Ihm sein. Gib nicht dem anfänglichen Zögern nach und scheue dich nicht, Zeit mit unserem eucharistischen Herrn zu verbringen, der die Liebe und die Barmherzigkeit selbst ist, die Güte ist und nichts als Güte.

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Von: Pavithra Kappen

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Jul 26, 2024
Engagieren Jul 26, 2024

Frage: Ich habe Angst vor dem Tod. Obwohl ich an Jesus glaube und auf den Himmel hoffe, erfüllt mich die Angst vor dem Unbekannten. Wie kann ich diese Angst vor dem Tod überwinden?

Antwort: Stellen Sie sich vor, Sie wurden in einem Kerker geboren und können die Welt draußen nicht sehen. Eine Tür trennt Sie von der Welt da draußen – vom Sonnenlicht, der frischen Luft, der Fröhlichkeit … aber Sie haben keine Vorstellung von diesen hellen, schönen Dingen, denn Ihre Welt ist nur dieser dunkle, muffige und heruntergekommene Raum. Ab und zu geht ein Mensch durch die Tür, um nie mehr zurückzukehren. Sie vermissen sie, denn sie waren Ihre Freunde und Sie haben sie Ihr ganzes Leben lang gekannt!

Stellen Sie sich nun einen Moment lang vor, dass jemand von draußen zu Ihnen kommt. Er erzählt Ihnen von all den guten Dingen, die Sie außerhalb dieses Kerkers erleben können. Er weiß um diese Dinge, denn er war selbst schon einmal dort. Und weil er Sie liebt, können Sie ihm vertrauen. Er verspricht Ihnen, dass er mit Ihnen durch die Tür gehen wird. Würden Sie seine Hand ergreifen? Würden Sie aufstehen und mit ihm durch die Tür gehen? Natürlich wäre es beängstigend, denn Sie wissen nicht, was draußen vor sich geht. Aber Sie können den Mut haben, den er hat. Wenn Sie ihn kennen und lieben, dann werden Sie seine Hand nehmen und durch die Tür in das Sonnenlicht gehen, in die große Welt da draußen. Es ist beängstigend, aber es gibt Vertrauen und Hoffnung.

Jede menschliche Kultur hatte mit der Angst vor dem Unbekannten zu kämpfen, wenn wir durch die dunkle Tür des Todes gehen. Aus eigener Kraft haben wir keine Ahnung, was hinter dem Schleier liegt, aber wir kennen jemanden, der von der anderen Seite gekommen ist, um uns zu sagen, wie die Ewigkeit aussieht.

Und was hat er offenbart? Er hat gesagt, diejenigen, die gerettet werden, stehen „vor dem Thron Gottes und dienen ihm bei Tag und Nacht in seinem Tempel; und der, der auf dem Thron sitzt, wird sein Zelt über ihnen aufschlagen. Sie werden keinen Hunger und keinen Durst mehr leiden und weder Sonnenglut noch irgendeine sengende Hitze wird auf ihnen lasten. Denn das Lamm in der Mitte vor dem Thron wird sie weiden und zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens strömt, und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen.“ (Offenbarung 7:15-17) Wir sind überzeugt, dass das ewige Leben vollkommene Liebe, Leben im Überfluss und vollkommene Freude ist. Tatsächlich ist es so gut, „was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“ (1 Korinther 2:9)

Aber haben wir eine Gewissheit, dass wir gerettet werden? Besteht nicht die Möglichkeit, dass wir es nicht in dieses himmlische Paradies schaffen? Ja, es ist wahr, dass es nicht garantiert ist. Dennoch sind wir voller Hoffnung, denn: „Das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter; er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.“ (1 Timotheus 2:3-4) Er wünscht sich Ihre Rettung mehr, als Sie es sich selbst wünschen! Er wird also alles in seiner Macht Stehende tun, um uns in den Himmel zu bringen. Er hat Ihnen bereits eine Einladung ausgesprochen, geschrieben und unterschrieben mit dem Blut seines Sohnes. Es ist unser Glaube, der in unserem Leben gelebt wird, der so eine Einladung annimmt.

Es stimmt, dass wir keine Gewissheit haben, aber wir haben Hoffnung, und „die Hoffnung … lässt nicht zugrunde gehen.“ (Römer 5:5). Wir sind aufgerufen, in Demut und Vertrauen zu wandeln, im Wissen um die Macht des Erlösers, der „in die Welt gekommen ist, um die Sünder zu retten.“ (1 Timotheus 1:15)

Ganz praktisch können wir die Angst vor dem Tod auf verschiedene Weise überwinden.

Erstens: Konzentrieren Sie sich auf Gottes Verheißungen des Himmels. Er hat in der Heiligen Schrift noch viele andere Dinge gesagt, die uns mit der freudigen Erwartung erfüllen, die schöne Ewigkeit zu erhalten, die er für uns vorbereitet hat. Wir sollten mit einer Sehnsucht nach dem Himmel brennen, die die Angst davor, diese gefallene, zerbrochene Welt hinter sich zu lassen, verringern wird.

Zweitens: Konzentrieren Sie sich auf Gottes Güte und seine Liebe zu Ihnen. Er wird Sie nie verlassen, auch wenn Sie ins Ungewisse gehen.

Und schließlich denken Sie daran, wie er Ihnen begegnet ist, als Sie sich auf neues und unbekanntes Terrain begeben mussten – als Sie ins Studium gingen, heirateten oder ein Haus kauften. Es kann beängstigend sein, etwas zum ersten Mal zu tun, weil man Angst vor dem Unbekannten hat. Aber wenn Gott bei allen diesen neuen Erfahrungen gegenwärtig war, wird er Sie erst recht an die Hand nehmen, wenn Sie durch die Tür des Todes in das Leben gehen, das Sie sich schon lange gewünscht haben!

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Von: Pater Joseph Gill

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Jul 26, 2024
Engagieren Jul 26, 2024

Eine heulende Haussirene durchbrach die Stille der Nacht. Ich wachte mit einem Schrecken auf. Meine instinktive Reaktion war Frust, aber als nach ein paar Augenblicken die Sirene weiter in der Nachbarschaft heulte, wurde mir klar, dass etwas nicht stimmte.

Mehr aus Neugierde als aus Wagemut ging ich nach draußen, um mir das genauer anzusehen. Als ich meinen Nachbarn John unter der Motorhaube seines Autos arbeiten sah, rief ich ihm zu und fragte ihn nach der Sirene, aber er schien sie nicht zu hören. Er zuckte nur mit den Schultern: „Diese Dinger gehen ständig los. Sie hören nach ein paar Minuten wieder auf.“

Ich war verwirrt. „Aber was ist, wenn jemand ins Haus einbricht?“

„Nun, wenn man die Alarmanlage von der Alarmanlagenfirma warten lässt, kommt in Kürze jemand vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Aber wahrscheinlich ist es nichts weiter. Wie ich schon sagte, die Anlagen gehen immer wieder aus den verrücktesten Gründen los. Ein Gewitter, eine Fehlzündung eines Autos … Wer weiß schon, warum?“

Ich ging zurück in mein Haus und sah mir die Alarmanlage an der Wand neben unserer Haustür an.

Wozu ist ein Alarm gut, wenn keiner ihn beachtet?

Wie oft wird die Botschaft des Evangeliums in unseren Vierteln und Städten gehört wie eine Stimme, die in der Wüste ruft, ein Alarm, der vor drohender Gefahr warnt und durch die Nacht schallt?
„Kehrt um zu Gott“, heißt es da. „Tut Buße. Bittet ihn um seine Vergebung.“
Doch viele von uns zucken nur mit den Schultern, wenden sich ab und fummeln weiter unter der Motorhaube ihres Autos, zufrieden mit ihrem Lebensstil, ihren Beziehungen und ihrer Komfortzone.

„Hey, hörst du es nicht?“ Ab und zu unterbricht uns jemand. Die Antwort würde wahrscheinlich lauten: „Ich höre es, seit ich ein Kind war. Aber keine Sorge, das hört nach ein paar Minuten wieder auf.“
„Sucht den Herrn, solange er sich finden lässt, ruft ihn an, solange er nahe ist!“ (Jesaja 55:6)

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Von: Richard Maffeo

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Jul 26, 2024
Engagieren Jul 26, 2024

Oft ist es leicht, die Schuld bei anderen zu suchen, aber es ist viel schwieriger, den tatsächlichen Schuldigen zu finden.

Ich fand einen Strafzettel am Scheibenwischer meines Autos. Es handelte sich um einen Strafzettel über 287 Dollar, weil ich eine Einfahrt blockiert hatte. Ich war wütend, und mein Kopf füllte sich mit Gedanken, warum ich eigentlich im Recht gewesen war.

Ich dachte immer nur: „Es waren doch nur ein paar Zentimeter! War die Garage nicht geschlossen? Man konnte überhaupt nicht sehen, dass sie genutzt wurde. Jemand anderes hatte vor meinem Auto geparkt und den größten Teil der Einfahrt blockiert. Es gab keinen freien Parkplatz, also musste ich einen halben Kilometer von meinem eigentlichen Ziel entfernt parken.“

Vor dem Fall

Aber Moment mal! Warum dachte ich mir nur so viele Ausreden aus? Es war doch klar, dass ich gegen die Parkvorschriften verstoßen hatte, und nun musste ich halt die Konsequenzen tragen. Allerdings hatte ich mich schon immer instinktiv verteidigt, wenn ich einen Fehler gemacht hatte. Diese Gewohnheit steckt tief in mir drin. Ich frage mich, woher sie wohl kommt.

Nun, das geht zurück auf den Garten Eden. Noch eine Ausrede? Vielleicht, aber ich tendiere zu der Überzeugung, dass die erste Sünde nicht etwa Ungehorsam oder mangelndes Vertrauen in Gott war, sondern die, sich der Verantwortung zu entziehen.

Und warum? Als Adam und Eva in die Falle der Schlange tappten, hatten sie noch nie das Böse erlebt oder die Frucht der Erkenntnis gekostet. Sie kannten nur Gott, wie konnten sie also erkennen, dass die Schlange böse war und log? Und was ist überhaupt eine Lüge? Hätten wir erwarten dürfen, dass sie der Schlange misstrauen? Waren sie nicht wie ein sechs Monate altes Baby, das versucht, mit einer Kobra zu spielen?

Die Dinge änderten sich jedoch, nachdem sie von der verbotenen Frucht gegessen hatten. Ihre Augen wurden geöffnet, und sie erkannten, dass sie gesündigt hatten. Doch als Gott sie danach fragte, gab Adam Eva die Schuld, und Eva gab der Schlange die Schuld. Kein Wunder also, dass wir dazu neigen, das Gleiche zu tun!

Eine wertvolle Chance wartet auf Sie

Das Christentum ist in gewisser Weise einfach. Es dreht sich darum, dass wir für unsere Sünden verantwortlich sind. Gott verlangt nur, dass wir die Verantwortung für unser Fehlverhalten übernehmen.

Wenn wir unvermeidbar fallen, ist es für einen Christen am angemessensten, die volle Verantwortung für den Fehler zu übernehmen, sich an Jesus zu wenden und eine bedingungslose Entschuldigung anzubieten. Natürlich geht die Übernahme der Verantwortung auch mit der persönlichen Verpflichtung einher, unser Bestes zu tun, um diesen Fehler nicht zu wiederholen. Jesus nimmt die Verantwortung selbst auf sich und löst sie mit dem Vater durch den unermesslichen Wert seines kostbaren Blutes.

Stell dir vor, dass jemand aus deiner Familie einen Fehler gemacht hat, der zu einem großen finanziellen Verlust geführt hat. Wenn du wüsstest, dass deine Bank bereit wäre, den Verlust nach Erhalt eines Kontoauszugs zu erstatten, würdet ihr dann eure Zeit damit verschwenden, euch gegenseitig die Schuld für den Fehler zu geben?

Sind wir uns wirklich bewusst, welch kostbare Chance wir in Christus haben?

Lasst uns nicht in die Falle des Satans tappen, der dazu neigt, Schuld zuzuschieben. Stattdessen sollten wir uns bewusst bemühen, nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern zu Jesus zu laufen, wenn wir stolpern.

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Von: Antony Kalapurackal

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Jul 25, 2024
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Mein Mann erhielt die Diagnose, dass er sterben würde. Ich wollte nicht ohne ihn weiterleben, aber sein festes Vertrauen überraschte mich.

Vor fünf Jahren stürzte meine Welt ein, als bei meinem Mann eine unheilbare Krankheit diagnostiziert wurde. Das Leben und die Zukunft, die ich mir vorgestellt hatte, waren in einem Augenblick für immer verändert. Es war erschreckend und verwirrend; so hoffnungslos und hilflos hatte ich mich noch nie gefühlt. Es war, als hätte man mich in einen Abgrund von ständiger Angst und Verzweiflung gestürzt. In den dunkelsten Tagen, die ich je erlebte, hatte ich nur meinen Glauben, an den ich mich klammern konnte: Tage, um meinen sterbenden Mann zu pflegen, und Tage, um mich auf ein Leben vorzubereiten, das völlig anders sein würde als geplant.

Chris und ich waren zusammen, seit wir Teenager waren. Wir waren beste Freunde und fast unzertrennlich. Wir waren seit über zwanzig Jahren verheiratet und zogen glücklich unsere vier Kinder in einem scheinbar idyllischen Leben auf. Nun war er zum Sterben verurteilt, und ich wusste nicht, wie ich ohne ihn leben sollte. In Wahrheit aber wollte ein Teil von mir das auch gar nicht. Eines Tages, in einem Moment der Zerbrochenheit, vertraute ich ihm an, dass ich wohl an einem gebrochenen Herzen sterben würde, wenn ich ohne ihn leben müsste. Seine Reaktion darauf war aber gar nicht so schlimm. Er sagte mir streng, aber mitfühlend, dass ich weiterleben müsse, bis Gott mich nach Hause rufe; dass ich mein Leben nicht einfach wegwünschen oder vergeuden könne, weil seines zu Ende war. Er versicherte mir zuversichtlich, dass er über mich und unsere Kinder von der anderen Seite des Schleiers aus wachen würde.

Die andere Seite des Leids

Chris hatte einen unerschütterlichen Glauben an Gottes Liebe und Barmherzigkeit. In der Überzeugung, dass wir nicht für immer getrennt sein würden, sagte er oft den Satz: „Es ist nur für eine kurze Zeit.“ Dies war unsere ständige Erinnerung daran, dass kein Herzschmerz ewig währt – und diese Worte gaben mir grenzenlose Hoffnung, dass Gott uns durch diese Zeit führen und ich im nächsten Leben wieder mit Chris vereint sein würde. In diesen dunklen Tagen klammerten wir uns im Rosenkranz an die Muttergottes – ein Gebet, mit dem wir bereits vertraut waren. Die schmerzhaften Geheimnisse beteten wir besonders oft, weil die Betrachtung des Leidens und Sterbens unseres Herrn uns in unserem eigenen Leiden näher zu ihm brachte. Der Barmherzigkeitsrosenkranz war dagegen ein neues Gebet, das wir in unseren Alltag aufnahmen. Wie der „normale“ Rosenkranz war dies eine demütige Erinnerung an das, was Jesus für unsere Erlösung bereitwillig ertragen hat, und irgendwie ließ es das Kreuz, das uns auferlegt worden war, weniger schwer erscheinen.

Wir begannen, die Schönheit des Leidens und des Opfers deutlicher zu sehen. Ich wiederholte im Geiste jede Stunde am Tag das kleine Gebet: „Oh, Heiligstes Herz Jesu, ich setze mein ganzes Vertrauen in Dich.“. Dies brachte eine Welle der Ruhe über mich, wann immer Unsicherheit oder Angst in mir aufkommen wollten. Während dieser Zeit vertiefte sich unser Gebetsleben enorm und gab uns die Hoffnung, dass unser Herr Chris und unserer Familie gnädig sein würde, während wir diese schmerzhafte Reise durchmachten. Heute gibt es mir Hoffnung, dass Chris im Frieden ist und von der anderen Seite aus über uns wacht und für uns eintritt – so, wie er es versprochen hat.

In diesen unsicheren Tagen meines neuen Lebens ist es die Hoffnung, die mich aufrecht hält und mir Kraft gibt. Sie hat mir eine unermessliche Dankbarkeit für Gottes unendliche Liebe und sein zärtliches Erbarmen geschenkt. Die Hoffnung ist ein wunderbares Geschenk; ein unauslöschliches inneres Leuchten, auf das wir uns konzentrieren können, wenn wir uns zerbrochen fühlen. Hoffnung beruhigt, Hoffnung stärkt und Hoffnung heilt. Hoffnung erfordert aber auch Mut, sich daran festzuhalten.

Wie der heilige Johannes Paul II. sagte: „Ich flehe euch an! Gebt niemals die Hoffnung auf. Zweifelt nie, werdet nie müde oder entmutigt. Fürchtet euch nicht!“

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Von: Mary Therese Emmons

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Jul 25, 2024
Engagieren Jul 25, 2024

Wenn ich nicht durch diese Dunkelheit gegangen wäre, wäre ich heute nicht da, wo ich bin.

Meine Eltern wollten immer eine Familie gründen, aber erst mit 40 Jahren konnte meine Mutter schwanger werden. So war ich ihr Wunderbaby, das auch noch an ihrem Geburtstag geboren wurde, genau ein Jahr, nachdem sie eine besondere Novene mit der Bitte um ein Kind abgeschlossen hatte. Ein Jahr später wurde mir noch ein kleiner Bruder geschenkt.

Meine Familie war nominell katholisch. Wir gingen zur Sonntagsmesse und empfingen die Sakramente, aber mehr war da nicht. Als ich etwa elf oder zwölf Jahre alt war, wandten sich meine Eltern von der Kirche ab, und mein Glaubensleben machte eine unglaublich lange Pause.

Sich windende Qualen

Die Teenagerjahre waren voller Druck, den ich mir zum großen Teil selbst auferlegt habe. Ich verglich mich mit anderen Mädchen und war mit meinem Aussehen unzufrieden. Ich war sehr selbstbewusst und ängstlich. Obwohl ich gut mitkam, hatte ich es in der Schule schwer, weil ich sehr ehrgeizig war. Ich wollte weiterkommen und den Leuten zeigen, dass ich erfolgreich und intelligent sein konnte. Wir hatten als Familie nicht viel Geld, also dachte ich, dass ein gutes Studium und ein guter Job die Lösung für alles sein würden.

Stattdessen aber wurde ich immer trauriger. Zwar ging ich zum Sport und auf Feiern, aber am Tag danach wachte ich auf und fühlte mich ganz leer. Ich hatte ein paar gute Freunde, aber sie hatten auch selbst zu kämpfen. Ich weiß noch, wie ich versuchte, sie zu unterstützen, und am Ende fragte ich mich nach dem Grund all des Leids um mich herum. Ich war verloren, und diese Traurigkeit brachte mich dazu, mich zu verschließen und mich in mich selbst zu verkriechen.

Als ich etwa fünfzehn Jahre alt war, verfiel ich in die Gewohnheit, mich selbst zu verletzen Wie ich später feststellte, hatte ich in diesem Alter noch nicht die Reife oder die Fähigkeit, über meine Gefühle zu sprechen. Als der Druck immer größer wurde, gab ich mehrmals meinen Selbstmordgedanken nach. Bei einem Krankenhausaufenthalt sah einer der Ärzte, wie ich mich quälte, und sagte: „Glaubst du an Gott? Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?“ Ich dachte, dass das die seltsamste Frage ist, die man sich stellen kann, aber in dieser Nacht erinnerte ich mich daran und dachte darüber nach. Da schrie ich zu Gott um Hilfe: „Gott, wenn es dich gibt, dann hilf mir bitte. Ich möchte leben. Ich würde gerne mein Leben damit verbringen, Gutes zu tun, aber ich bin nicht einmal in der Lage, mich selbst zu lieben. Was auch immer ich tue, alles endet im Burnout, wenn ich keinen Sinn in all dem sehe.“

Eine helfende Hand

Ich begann, mit der Gottesmutter Maria zu sprechen in der Hoffnung, dass sie mich vielleicht verstehen und mir helfen könnte. Kurz darauf lud mich eine Freundin meiner Mutter zu einer Pilgerfahrt nach Medugorje ein. Ich wollte das eigentlich nicht, aber ich nahm die Einladung an, mehr aus Neugierde, ein neues Land und schönes Wetter zu sehen.

Umgeben von Menschen, die den Rosenkranz beteten, fasteten, auf Berge stiegen und zur Messe gingen, fühlte ich mich fehl am Platz, aber gleichzeitig war ich doch auch ein wenig fasziniert. Es war die Zeit des Katholischen Jugendfestivals, und es waren etwa 60.000 junge Menschen dort, die die Messe und die Anbetung besuchten und jeden Tag den Rosenkranz beteten; nicht, weil sie dazu gezwungen wurden, sondern aus Freude, aus reinem Verlangen. Ich fragte mich, ob diese Menschen wohl perfekte Familien hatten, die es ihnen wirklich leicht machten, zu glauben, zu klatschen, zu tanzen und all das. Um ehrlich zu sein, sehnte ich mich nach dieser Freude!

Während unserer Pilgerreise hörten wir die Zeugnisse von Mädchen und Jungen in der nahegelegenen Cenacolo-Gemeinschaft, und das veränderte wirklich die Dinge für mich. 1983 hatte eine italienische Nonne die Gemeinschaft Cenacolo gegründet, um jungen Menschen zu helfen, deren Leben auf die schiefe Bahn geraten war. Inzwischen gibt es die Organisation in vielen Ländern weltweit.

Dort hörte ich die Geschichte eines Mädchens aus Schottland, das Drogenprobleme hatte und auch versucht hatte, sich das Leben zu nehmen. Ich dachte: „Wenn sie so glücklich leben kann, wenn sie all den Schmerz und das Leid hinter sich lassen und wirklich an Gott glauben kann, dann ist das vielleicht auch etwas für mich.“

Eine weitere große Gnade, die mir in Medugorje zuteilwurde, war, dass ich zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder zur Beichte ging. Ich wusste nicht, was mich erwartete, aber als ich in der Beichte Gott endlich laut sagte, was mich verletzt hatte und was ich selbst getan hatte, um andere und mich selbst zu verletzen, fiel eine enorme Last von meinen Schultern. Ich fühlte nur Frieden, und ich fühlte mich gereinigt, um einen Neuanfang zu machen. Gerührt kam ich zurück und begann ein Studium in Irland, aber ohne angemessene Unterstützung landete ich wieder im Krankenhaus.

Den Weg finden

Als ich merkte, dass ich Hilfe brauchte, ging ich zurück nach Italien und wurde Teil einer Cenacolo-Gemeinschaft. Es war nicht leicht. Alles war neu: die Sprache, das Gebet, die verschiedenen Persönlichkeiten, die Kulturen, aber es war etwas Wahres daran. Niemand versuchte, mich von irgendetwas zu überzeugen; alle lebten ihr Leben in Gebet, Arbeit und wahrer Freundschaft, und das heilte sie. Sie lebten in Frieden und Freude, und das war nicht gespielt, sondern echt. Ich war ja den ganzen Tag bei ihnen, jeden Tag! Und da konnte ich es sehen. Und ich wollte das auch!

Was mir in diesen Tagen wirklich half, war die Anbetung. Ich weiß nicht, wie oft ich einfach vor dem Allerheiligsten geweint habe. Kein Therapeut sprach zu mir, niemand versuchte, mir irgendwelche Medikamente zu geben, es fühlte sich einfach so an, als würde ich gereinigt werden. Auch in der Gemeinschaft gab es, abgesehen von Gott, nichts Besonderes.

Etwas anderes, das mir wirklich half, aus meiner Depression herauszukommen, war, dass ich begann, für andere da zu sein. Solange ich auf mein eigenes Ich, meine eigenen Wunden und Probleme schaute, grub ich mir nur ein immer noch größeres Loch. Das Gemeinschaftsleben aber zwang mich, aus mir selbst herauszukommen, mich anderen zuzuwenden und zu versuchen, ihnen Hoffnung zu geben – die Hoffnung, die ich in Christus gefunden hatte. Es hat mir sehr geholfen, wenn andere junge Menschen in die Gemeinschaft kamen, junge Mädchen, die ähnliche Probleme hatten wie ich oder manchmal sogar noch schlimmere. Ich kümmerte mich um sie, versuchte, eine ältere Schwester für sie zu sein und manchmal sogar eine Mutter.

Ich begann, darüber nachzudenken, was meine Mutter mit mir erlebt hätte, wenn ich mich selbst verletzt hätte oder unglücklich gewesen wäre. Es gibt oft ein gewisses Gefühl der Hilflosigkeit, aber mit dem Glauben kann man, auch wenn man jemandem nicht mit Worten helfen kann, dies auf den Knien tun. Ich habe gesehen, wie sich durch das Gebet so viele Mädchen und auch mein eigenes Leben veränderten. Es ist nichts Mystisches oder etwas, das ich theologisch erklären könnte, aber die Treue zum Rosenkranz, zum Gebet und zu den Sakramenten hat mein Leben und so viele andere Leben verändert und uns einen neuen Lebenswillen gegeben.

Es weitergeben

Ich kehrte nach Irland zurück, um den Beruf der Krankenpflegerin anzustreben; doch in Wirklichkeit war es mehr als ein Beruf: Ich fühlte zutiefst, dass es das war, womit ich mein Leben verbringen wollte. Jetzt lebe ich mit jungen Menschen zusammen, von denen einige so sind, wie ich es in ihrem Alter war. Sie kämpfen mit Selbstverletzungen, Depressionen, Angstzuständen, Drogenmissbrauch oder Unreinheit. Ich halte es für wichtig, ihnen zu sagen, was Gott in meinem Leben getan hat, und so erzähle ich ihnen manchmal während des Mittagessens, dass ich nicht in der Lage wäre, diesen Beruf auszuüben und all das Leid und die Schmerzen zu sehen, wenn ich nicht glauben würde, dass es mehr im Leben gibt als nur den Tod nach einer Krankheit. Die Leute sagen mir oft: „Oh, dein Name ist Joy (Freude), das passt so gut zu dir, du bist so fröhlich und lächelnd.“ Dann lache ich innerlich: „Wenn du nur wüsstest, woher das kommt!“

Meine Freude ist aus dem Leiden entstanden; darum ist sie auch eine echte Freude. Sie hält an, auch wenn es Schmerzen gibt. Und ich möchte, dass die jungen Menschen die gleiche Freude haben, denn es ist nicht nur meine Freude, sondern eine, die von Gott kommt, so dass jeder andere sie auch erfahren kann. Ich möchte einfach diese unendliche Freude Gottes weitergeben, damit andere wissen, dass man aus Schmerz, Elend und Schwierigkeiten auch wieder herauskommen kann – voller Dankbarkeit und Freude über unseren Vater.

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Von: Joy Byrne

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