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Okt 21, 2021 120 0 Ellen Hogarty, USA
Engagieren

Tu´s jetzt gleich!

Besteht eine versteckte Gefahr darin, zu groß zu träumen? Nein! Es sei denn, wir übersehen die stille, subtile und heldenhafte Pflicht des gegenwärtigen Augenblicks.

Oft erkennen wir Gottes Willen für uns nicht, da er uns zu gewöhnlich erscheint. Diese Wahrheit wurde mir vor ein paar Wochen wieder bewusst.

Ich bin die Hauptpflegeperson meiner Mutter. Letztes Jahr zog sie zu mir, als klar wurde, dass sie nicht mehr in der Lage war, allein zu leben. Meine Mutter ist sehr zart besaitet, nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Jede Veränderung ihrer Gewohnheiten konnte sie in einen emotionalen Strudel stürzen.

Um bei mir leben zu können, musste sie in einen anderen Bundesstaat ziehen, und es dauerte Wochen, bis sie sich endlich eingelebt hatte und sich zu Hause fühlte. Einige Monate später ergab es sich, dass wir in ein anderes Haus ziehen mussten. Ich fürchtete mich davor, diese Nachricht meiner Mutter mitzuteilen, da ich wusste, dass es ihr Angst und Kummer bereiten würde und sie dies wieder als Entwurzelung erleben würde. Ich schob es so lange wie möglich hinaus, ihr dies mitzuteilen, aber irgendwann musste ich es ihr sagen.

Wie erwartet warf sie dies völlig aus der Bahn. Sie war weinerlich, ängstlich und verunsichert. Ich versuchte, sie mit den üblichen Taktiken abzulenken und aufzumuntern, aber nichts funktionierte. Einige Tage vor dem eigentlichen Umzug nahm ich sie mit, um ihr das neue Haus zu zeigen. Es gefiel ihr zwar, aber sie war immer noch beunruhigt und aufgebracht wegen der Veränderung.

Als wir von der Hausbesichtigung nach Hause kamen, spürte ich, dass sie es brauchte, dass ich für den Rest des Tages Zeit mit ihr verbrachte. Sie liebt es, fernzusehen, aber wir haben einen unterschiedlichen Geschmack, was Filme angeht, also schalte ich normalerweise ein und lasse sie dann alleine fernsehen. Aber diesmal habe ich mich bewusst neben sie gesetzt, weil ich wusste, dass sie das inmitten ihrer turbulenten Gefühle trösten würde.

Und tatsächlich: obwohl ich den Film banal und uninteressant fand, wusste ich, dass meine körperliche Nähe ihr Trost spendete. Es gab viele andere Dinge, die ich hätte erledigen können und die ich lieber getan hätte, aber ich wusste in meinem Herzen, dass es der Wille Gottes für mich war, in diesem Moment bei meiner Mutter zu sitzen. Also versuchte ich, mich mit ganzem Herzen darauf einzulassen und es dem Herrn im Gebet aufzuopfern. Ich betete für diejenigen, die darum rangen, Gottes Willen für ihr Leben zu erkennen; für diejenigen, die sich einsam oder verlassen fühlten; für diejenigen, die Gottes Liebe noch nicht kannten; für das große Leid so vieler Menschen in unserer Welt. Anstatt ungeduldig und unruhig zu werden, während der Film weiterlief, war ich ruhig und friedlich, weil ich wusste, dass ich in diesem Moment Gottes Willen erfüllte.

Als ich später darüber nachdachte, wurde mir wieder einmal klar, dass Gottes Wille für uns oft die Form von ganz gewöhnlichen, alltäglichen Aufgaben annimmt. Die Dienerin Gottes Catherine Doherty, die Gründerin von Madonna-Haus, nannte es die „Pflicht des Augenblicks“. Sie sagte: „Während meiner ganzen Kindheit und frühen Jugend wurde mir eingeflößt, dass die Pflicht des Augenblicks die Pflicht Gottes ist… Auch später habe ich daran festgehalten, dass die Pflicht des Augenblicks jene Pflicht ist, die Gott mir gegeben hat. Gott spricht also zu uns in der Pflicht eines jeden Augenblicks. Da diese Pflicht des Augenblicks der Wille des Vaters ist, müssen wir uns ihr ganz hingeben. Wenn wir das tun, können wir sicher sein, dass wir in der Wahrheit und damit in der Liebe und damit in Christus leben…“ („Grace in Every Season“ von Madonna House Publications, 2001).

Meine Mutter war an diesem Tag getröstet und beruhigt, als ich meine geschäftige To-Do-Liste weglegte und etwas tat, was ihr Spaß machte. Ich spürte, dass auch Gott sich über mein kleines Opfer freute.

Wenn du deinen Tag und die vor dir liegenden Aufgaben in Angriff nimmst, selbst wenn dir diese langweilig erscheinen oder sie sich wiederholen, entscheide dich dafür, dein Herz mit Gott zu vereinen und diese Aufgaben als Opfer für jemanden anzubieten, der an diesem Tag Hilfe braucht. Dann mach damit weiter, wozu du in diesem Moment berufen bist, in dem Wissen, dass Gott unsere ganz gewöhnlichen, alltäglichen Aufgaben annehmen und sie in außergewöhnliche Quellen der Gnade und Neugestaltung für die Welt verwandeln kann.

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Ellen Hogarty

Ellen Hogarty ist geistliche Leiterin, Autorin und Vollzeitmissionarin bei der Lord's Ranch Gemeinschaft. Erfahre mehr über ihre Arbeit mit den Armen unter: www.thelordsranchcommunity.com

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