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Jan 16, 2020
Evangelisieren Jan 16, 2020

Frage: Ich habe sehr mit Schuldgefühlen und Scham zu kämpfen. Was kann ich dagegen tun?

Antwort: Zuerst einmal muss ich dich loben, weil du erkennst, wie du dich fühlst und weil du etwas tun willst, um Frieden zu finden. Es gibt Zeiten, wo uns das Durchleben von Scham wirklich entkräften kann, aber Schuld und Scham können auch sehr gute Dinge sein.

Kürzlich hat Papst Franziskus darauf Bezug genommen und aufgezeigt, wie das Erleben von Scham eine grundlegende Wahrheit über unser Mensch-Sein enthüllen kann. Er nannte es sogar „die Tugend der Scham“. Er sagte „Scham ist eine echte christliche Tugend, und sogar menschlich… die Fähigkeit, Scham zu empfinden… In unserem Land werden jene, die sich nie schämen „sin verguenza“ genannt, was so viel wie „schamlos“ bedeutet. Denn es gibt Menschen, die nicht die Fähigkeit besitzen, sich zu schämen, und Scham ist eine Tugend der Demütigen.“

An dieser Stelle höre ich förmlich die Witze über Katholiken und Schuld. Es fällt mir kein Film oder TV-Show ein, die Katholiken porträtiert, wo nicht irgendwie das Konzept einer „katholischen Schuld“ in die Handlung eingebracht wird. Meine Mutter sagt immer, „Was an Schuld soll bitte „katholisch“ sein? Es ist einfach nur „Schuld“!“ Ich habe etwas falsch gemacht, ich sollte mich schuldig fühlen – oder etwa nicht? Wie würdest du jemanden bezeichnen, der etwas Schlechtes tut und weder Schuld noch Scham dabei empfindet? Wir würden so ein Benehmen als „Verhaltensstörung“ bezeichnen und den entsprechenden Menschen einen „Soziopathen“ nennen.

Notwendiger Indikator


Wenn wir Schuld empfinden, nachdem wir etwas Schlechtes getan haben, dann bedeutet das, dass etwas in die richtige Richtung geht und nicht, dass etwas schiefgelaufen ist. In diesem Sinn ist Schuld so etwas Ähnliches wie der Schmerz nach dem Griff auf die heiße Herdplatte: sie zeigt an, dass ich mein momentanes Verhalten ändern sollte. Aber – und das ist wichtig – es ist nicht der Schmerz, der mir brennt, sondern es ist die heiße Herdplatte. Es ist nicht die Schuld, die mich verletzt, sondern es ist die Sünde.

Der Wunsch, dass wir vermeiden möchten, uns schlecht zu fühlen, nachdem wir Schlechtes getan haben, ist eine normale Sache; aber er ist keine gute Sache. Du bist nicht für das Elend geschaffen. Christus kam, damit wir das Leben in Fülle haben. Er schenkt größere Freude als wir sonst irgendwo finden könnten.

Was tun wir mit Scham- und Schuldgefühlen? Wie gehen wir auf die Freude zu? Ich denke, es ist wichtig, die Begriffe „Schuld“ und „Scham“ zu unterscheiden. Sie sind sich ähnlich, aber sie sind nicht Dasselbe. Deswegen ist es auch nicht gleich, wie wir ihnen entgegentreten.

Ich habe mir ein Interview mit zwei Ratgebern angehört und sie gaben die nachstehenden Definitionen, um besser den Unterschied zwischen Schuld und Scham verstehen zu können.

Sie sagten, dass Schuld das Bewusstsein ist, dass man eine allgemein gültige Regel gebrochen hat. Zum Beispiel, ich weiß, dass es falsch ist, zu lügen, aber trotzdem gehe ich dann in eine Situation hinein, wo ich lüge. Ich fühle mich deswegen schuldig, denn mir ist bewusst, dass ich die Standards der Aufrichtigkeit gebrochen habe.

Nun gibt es so etwas wie „wahre Schuld“ und „falsche Schuld“. Falsche Schuld liegt vor, wenn ich mich an falsche Standards halte. Während es das Gebot einzuhalten gilt, dass man eine Person des Gebetes sein soll, gibt es dennoch Menschen, die sich schuldig fühlen, weil sie das Gebet nicht „genießen“ – aber ein Gebet zu genießen, ist kein echter Standard.

Es gibt viele Arten, wie wir normalerweise auf Schuld reagieren. Vielleicht widersprechen wir innerlich einem Gebot und streiten ab, dass eine Sache wirklich übel ist. Wir können uns ablenken, um unsere Sünde nicht sehen zu müssen, oder wir können unseren Fehler zugeben und unsere Sünde bekennen. Wir können bereuen.

Etwas zu verbergen


Scham ist mehr relational. Scham ist das Bewusstsein, dass ich in den Augen eines Anderen versagt habe. Dieser „Andere“ kann ein Mensch sein, Gott oder sogar ich selbst. Deswegen sind die primären Antworten auf die Schuldfrage entweder Selbst-Rechtfertigung oder Sich-Verbergen. Wir werden entweder fordern, dass der Andere schweigend über unsere Tat hinwegsieht oder dass er uns nicht zuschaut; wir wollen nicht wirklich „gesehen werden“ von dem, der unsere Fehler kennt.

Mit Scham ist es genauso wie mit Schuld: es gibt wahre Scham und „toxische Scham“. Scham ist toxisch, wenn sie nicht wirklich die Realität wiederspiegelt. Scham ist zum Beispiel toxisch, wenn ich glaube, dass Gott mich nur als ein Ärgernis (oder Schlimmeres) sieht.

Ich sprach kürzlich mit einer Frau, die sich aufgrund einer bestimmten Wunde, mit der sie zu kämpfen hatte, selbst als „Freak“ (= Missgeburt, Abnormale, Sonderling) bezeichnete. Sie findet es schwierig, sich dem Gott, der sie liebt, mit Freude zu nähern. Ihre Scham hat nichts mit der Realität zu tun. Eine reale Sünde hat ihren Blick auf sich selbst so sehr vernebelt, dass sie nun glaubt, ihre Sünde zu sein.

Was ist die beste Antwort auf Scham? Wenn Scham mich dazu veranlasst, mich zu rechtfertigen oder zu verstecken, dann ist die beste Antwort darauf, die Demut zu wählen und in das Licht des Angesichtes Gottes zu kommen. Dies bedeutet, beichten zu gehen. Papst Franziskus formuliert es so: Beichte „ist eine Begegnung mit Jesus… der darauf wartet, uns so zu begegnen, wie wir sind… deswegen müssen wir Vertrauen haben, denn wenn wir sündigen, haben wir einen Anwalt beim Vater, „Jesus Christus, der Gerechte“… der für uns eintritt beim Vater und uns in unseren Schwächen verteidigt. Aber du musst vor dem Herrn stehen mit „der Wahrheit eines Sünders“, mit Zuversicht, ja sogar mit Freude.“

Es ist möglich, aus der Herrschaft von Schuld und Scham herauszutreten, aber dies beinhaltet immer, die Wahrheit über unsere Schuld zu bekennen und in das Licht der Liebe Gottes zu treten.

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By: Padre Jilto George CMI

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Jan 16, 2020
Evangelisieren Jan 16, 2020

Während Schweigeexerzitien, einige Jahre zuvor, als ich vor meinem eucharistischen Herrn in der Anbetung kniete, überkam mich der starke Wunsch, vor Jesus mein ganzes Herz und meine Seele auszuschütten. Ich fing an, leise zu weinen. Als die Tränen zu fließen begannen, schrieb ich diese Worte aus der tiefe meines Herzens nieder:

Herr, befreie mich von den Abgründen meiner eigenen, persönlichen Hölle. Befreie mich von der Finsternis in meiner Seele. Befreie mich aus der Gebundenheit der Stricke und Fallen des Teufels. Herr, befreie mich von der Angst tief in mir, die mich davon abhält, Dich vollkommen zu lieben. Befreie mich von dem sündenvollen Stolz, der mein ganzes Sein umfasst. Befrei mich, Herr, von meiner Selbstbezogenheit, die mich an mein Ich gefesselt hält. Befreie mich von meiner Schuld und von Scham,die mich davon abhält, ruhig zu sein im Wissen, dass Du Gott bist. Befreie mich von Selbsthass, der mich davon abhält, die Liebe, Barmherzigkeit und Vergebung meines Königs anzunehmen. Befreie mich von jeder Neigung zur Sünde.Hilf mir, Herr, Dir zu erlauben, Gott zu sein und mir zu erlauben, Kind zu sein.

Nachdem ich so mein Herz dem eucharistischen Herrn Jesus Christus ausgeschüttet hatte, begann Er zu meinem Herzen diese so zärtlichen und heilenden Worte zu sprechen:

„Mein Kind, Ich bin gekommen, um dich von allen Gebundenheiten freizusetzen. Ich trete ein in den Garten deines Herzens. Ich reiße die Wurzel der Sünde aus. Sie ist ausgerissen und ins Meer geworfen. Ich treibe all deine Ängste mit Meiner vollkommenen Liebe aus. Ich übergieße dich mit Meinem Ozean der Barmherzigkeit und mit Liebe, die niemals endet. Ich kleide dich in Reinheit. Ich kleide dich in das weiße Gewand der Erlösung. Ich rufe dir zu, Mein kostbares Kind. Komm und erlaube Mir, dich zu halten und reinzuwaschen. Ich werfe dein steiniges, sündiges Herz in die Tiefen der Hölle. Ich gebe dir ein neues Herz. Ich setze Mein Herz anstelle deines Herzens ein. Du bist Mein Kind. Ich mache dich heil. Tritt ein in das Reich, das der Vater für dich bereitet hat. Du bist reingewaschen. Du bist so weiß wie der frischgefallene Schnee. Du bist reingewaschen im Blute des Lammes. Du bist Mein geliebtes Kind. Du bist Mein Licht, das der Welt erstrahlen soll. Wandle in Meinem Licht und führe Mir andere zu, sodass Ich sie freisetzen kann.“

„Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein. Ich reinige euch von aller Unreinheit und von allen euren Götzen. Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.“ (Ez 36,25-26)

Mögen diese Worte dir Frieden und Trost spenden. Egal, was du gerade durchmachst in deinem Leben, es gibt Hoffnung und Heilung. Erlaube Jesus, in die Unordnung deines Lebens einzutreten! Er ist der Heiler deines Herzens. Jesus wartet auf dich.

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By: Connie Beckman

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Jan 16, 2020
Evangelisieren Jan 16, 2020

Die meisten von uns sind regelmäßige Kirchenbesucher und wir nehmen an kirchlichen oder geistigen Aktivitäten teil. Dennoch: wie gut kennen wir den Herrn, den wir anbeten? Mit unserer Zunge bekennen wir, dass Er allmächtig, stark, gütig, liebend, sorgend usw. ist. Aber wenn wir uns gerade in einer ungünstigen Lebenssituation befinden, wie reagieren wir da? Werden wir ängstlich? Fühlen wir uns so, als ob es Gott nicht kümmern würde? Werden wir frustriert und ärgerlich Gott gegenüber? Haben wir das Gefühl, als ob Er uns verlassen hätte?

Ich glaube, dass die Art, wie wir reagieren, wenn wir in Schwierigkeiten sind, etwas darüber verrät, wie sehr wir Ihm vertrauen. Egal in welcher Beziehung: wie sehr wir einer Person vertrauen, hängt davon ab, wie gut wir sie kennen. Je mehr Zeit wir mit dieser Person verbringen, umso mehr lernen wir über ihren Charakter, inklusive ihrer Stärken, Schwächen, Vorlieben, Abneigungen usw. Unsere Kenntnis vom Charakter dieser Person hilft uns, festzulegen, wie sehr wir ihr vertrauen können.

Auf gleiche Weise kann es bei der Entscheidung, wie sehr wir Ihm vertrauen können, eine bedeutende Rolle spielen, wie genau wir unseren Erretter kennen. Um den Charakter unseres Herrn verstehen zu können, müssen wir immer mehr Zeit mit Ihm verbringen. Es ist wesentlich für uns, dass wir betrachten, was Er aufgegeben hat, um auf diese Erde zu kommen und so zu werden wie eines Seiner Geschöpfe. Denk darüber nach: der Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat, der Gott, dem alle Herrlichkeit und Ehre gebührt, „schrumpft“ auf unser Ebenbild, damit Er alle Prüfungen und Schwierigkeiten des irdischen Lebens durchlaufen kann, die Seine Söhne und Töchter durchleben. Darüber hinaus müssen wir die schmerzvolle und in höchstem Maße demütigende Strafe betrachten, die Er auf sich genommen hat, damit wir von der ewigen Strafe, die wir verdient haben, befreit würden.

Wenn wir Gottes Liebe in den materiellen Wohltaten, die Er uns hier auf Erden gewährt, messen, sind wir enttäuscht und ärgerlich mit Gott, wenn wir nicht das erhalten, was wir wollen, oder es verlieren. Andererseits: Wenn wir den Wert unserer Seele begreifen und Seine Liebe verstehen lernen anhand des großartigen Opfers, das Er für uns dargebracht hat, um die Seelen zu erlösen, dann beginnen wir zu begreifen, wie sehr Er uns liebt. Liebe Leser, Jesus hat uns so sehr geliebt, dass Er bereit war, alles hinter sich zu lassen, um auf diese Erde zu kommen und einen schmerzhaften Tod für unsere Erlösung zu erleiden. Er hat den letzten Tropfen Seines Blutes ausgegossen, um uns zu erretten. Aufgrund dieses Seines Opfers ist dir und mir der Zugang zum Himmel geschenkt worden.

Es ist auch wichtig, sich daran zu erinnern, dass Gott unser Schöpfer ist und dass Er uns mehr liebt als irgendjemand sonst in der Welt. Wir wollen nicht, dass unseren Lieben irgendetwas Böses zustößt. Wir würden niemals absichtlich etwas tun oder zulassen, dass das Leben unserer Liebsten zerstören oder ihnen schaden würde. Wenn wir dies betrachten, dass wir schwachen und sündigen Geschöpfe niemals erlauben würden, dass unseren Liebsten etwas Schlechtes zustößt, glauben wir dann ernsthaft, dass unserhimmlischer Vater, der Gott, der uns erschaffen hat, erlauben würde, dass uns irgendetwas oder irgendjemand ernstlich schadet? Er wird es nicht zulassen. Es liegt nicht in Seinem Wesen, irgendetwas zu tun, dass Seinen Kindern Schaden zufügen könnte.Er ist Liebe in Fülle. Wenn Gott erlaubt hat, dass wir in unserem Leben eine unangenehme Situation durchlaufen, dann nur, weil Er einen größeren Zweck dahinter verfolgt.

Viele von uns haben vielleicht schon von dieser Analogie gehört: Wenn eines unserer Kinder sich einer schmerzhaften medizinischen Behandlung unterziehen müsste, um von einer lebensbedrohlichen Krankheit geheilt zu werden, würden wir einer solchen schmerzhaften Behandlung zustimmen, wie sehr wir auch unser Kind leiden sehen würden. Das Kind würde weinen und dich anflehen, diese Behandlung nicht über sich ergehen lassen zu müssen, aber nachdem du wüsstest, dass dies notwendig ist, um das Leben deines Kindes aufrecht zu erhalten, würdest du es dennoch schweren Herzens dieser Behandlung unterziehen. Genauso hat unser himmlischer Vater keine Freude damit, wenn wir Bedrängnisse erleiden. Sein Herz ist schwer und es macht Ihn traurig, Seine Kinder leiden zu sehen. Aber manchmal muss Er uns durch Drangsale in unserem Leben durchgehen lassen, um unsere wertvolle Seele am Leben zu erhalten.

Er weiß, wenn Er uns nicht gewisse Widrigkeiten erleben lässt, geht unsere Seele für immer verloren.

Als ein Mensch, der sein Augenlicht bei einem Autounfall verloren hat, bin ich wirklich davon überzeugt, dass dieses Leiden, das Er zugelassen hat, der größte Segen meines Lebens ist. Trotz der Schwierigkeiten und Herausforderungen, denen ich mich als blinde Person stellen muss, bin ich in der Lage, diese physische Beeinträchtigung als einen Segen zu sehen, denn die Blindheit hat mir die Augen geöffnet. Aufgrund dieses Zustandes hat Gott mir die Gnade geschenkt, den Wert meiner Seele zu erkennen und gleichzeitig auch, wie sehr Er mich liebt. Wenn du diese Wahrheiten annimmst, wird es für dich ein Leichtes, die Kreuze zu tragen, die Gott in deinem Leben zugelassen hat.

In 2 Kor 4,17 sagt Paulus „Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns in maßlosem Übermaß ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit, uns, die wir nicht auf das Sichtbare starren, sondern nach dem Unsichtbaren ausblicken; denn das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare ist ewig.“ Unternehmen wir also jede Anstrengung im Hinblick auf die ewige Herrlichkeit, die uns im Himmel erwartet. Und ziehen wir unsere Aufmerksamkeit von den Prüfungen und Trübsalen ab, welche nur vorübergehend sind, und richten wir unseren Fokus und unser Vertrauen stattdessen auf den liebenden Gott, der viel, viel stärker ist als irgendein Sturm in unserem Leben. Denkt immer daran, dass Gott jede Tragödie in einen großartigen Sieg verwandeln kann, wenn wir unsere Hoffnung und unser Vertrauen auf Ihn setzen.

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By: Susan Uthup

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Jan 16, 2020
Evangelisieren Jan 16, 2020

Wir hören oft diese Frage. Wo ist Gott? Wo kannst du Gott finden? Kannst du Ihn sehen? Kennst du Seine Adresse? Kannst du Ihn hören? Also, wie kannst du wissen, dass es Ihn gibt? Die Antwort kommt in Form von Gegenfragen: Ist es möglich, im Regen zu stehen und trocken zu bleiben? Ist es möglich, ins Meer zu springen und dabei nicht nass zu werden? Ist es möglich, einen sehr heißen Teller zu halten, ohne sich zu verbrennen?

Die Antwort lautet „ja“! Wenn du dir einen hochqualitativen Regenmantel anziehst, kannst du im Regen stehen, ohne nass zu werden. Wenn du mit der richtigen Ausrüstung ins Meer springst, kannst du völlig trocken wieder herauskommen. Einen heißen Teller kannst du halten, ohne dich zu verbrennen, wenn du die richtigen Handschuhe trägst. Wir können die Nässe des Wassers oder die Kraft der Hitze in diesen Szenarien nicht in Frage stellen.
Auf ähnliche Weise können wir die Gegenwart Gottes um uns herum nicht in Frage stellen, wenn uns etwas von Ihm trennt.

Der beste Weg, um Gott zu finden


Was sagt Jesus darüber? Jesus sagt einfach „…Ich bin bei euch alle Tage…“ (Mt 28,20) Jesus sagt, dass Er immer und überall mit uns ist. Jesus hat auch gesagt „Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.“ (Mt 7,7) Lange Zeit ergaben die Worte für mich persönlich keinen Sinn. Wie soll das möglich sein? Warum sollte es nicht möglich sein, Jesus immer zu finden, wenn ich Ihn suche? Wenn Er immer bei mir ist, warum sollte es dann möglich sein, Ihn nicht zu finden?

Eine einfache Erzählung in der Bibel erklärt dies. Jesus war in einer Menschenmenge unterwegs, die Ihn von allen Seiten bedrängte und drückte. Da fragte Jesus „… Wer hat Mich berührt?“ (Lk 8,45) Dies scheint keinen Sinn zu machen; was soll diese Frage? Menschen, die bei der Gelegenheit Jesus zum ersten Mal sahen, haben sich vielleicht gedacht, dass Er verrückt ist. Aber keiner hatte den Mut, Ihn zu fragen. Petrus antwortete Jesus höflich, „Meister, die Leute drängen sich doch von allen Seiten um dich und erdrücken dich fast.“ (Lk 8,45) Aber Jesus stellte klar: „Es hat mich jemand berührt; denn Ich fühlte, wie eine Kraft von Mir ausströmte.“ (Lk 8,46)

Offensichtlich ist es also möglich, in der Gegenwart des Herrn zu sein, ohne Seine Heilung zu erfahren. Ein Weg, wie wir Ihn erfahren können, ist, dem Beispiel der Frau in dieser Erzählung zu folgen. Als ich das las, verstand ich plötzlich eine ganze Menge.

Sie hatte Angst, vorzutreten, weil sie sich nicht würdig fühlte, Ihn zu berühren. Sie näherte sich Jesus mit Reue und Demut.

Sie hatte Glauben an Jesus, denn sie sagte sich, „Wenn ich auch nur Sein Gewand berühre, werde ich geheilt.“ (Mk 5,28)

Das bedeutet, wenn wir unsere Sünden bereuen und uns Jesus in Glauben und Demut nähern, dann kann uns nichts mehr davon zurückhalten, Ihm zu begegnen. Nicht einmal Jesus selbst hätte eine Möglichkeit, dies zu verhindern. Das kannst du ebenfalls am Beispiel der Frau erkennen, die vollständig geheilt wurde. Was für ein schlichtes, aber kraftvolles Ereignis! Welche Autorität hat Jesus da in unsere Hände gelegt!

Erinnere dich daran, wenn du dich Jesus das nächste Mal im Gebet oder der Hl. Kommunion näherst: die Himmel sind weit geöffnet. Gottes Liebe, Barmherzigkeit und Heilung fließen – ohne Rücksicht darauf, wer du bist oder wo du bist. Zieh diesen Regenmantel aus, indem du dich Ihm mit Bußfertigkeit, Demut und Glaube näherst! Dann kann dich nichts mehr davon abhalten, von der Gegenwart Gottes durchtränkt zu werden.

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By: Jithin Joseph

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Jan 15, 2020
Evangelisieren Jan 15, 2020

An einem denkwürdigen Abend, nach dem Höhepunkt von dreitägigen SHALOM-Exerzitien, beobachtete ich die glücklichen Gesichter, wie sie sich auf den Heimweg machten, erneuert im Geist. Mein Herz jubelte in Dankbarkeit, als ich hinter mir eine Stimme hörte, „Pater, würde Jesus mich heilen?“ Die Frage nahm meine Aufmerksamkeit in Beschlag. Ich sah einen jungen Mann in den Zwanzigern neben mir stehen. Er schaute verlegen. Während alle anderen am Gehen waren, stand dieser junge Mann zögernd, als ob er einen dringenden Bedarf nach Antworten auf all jene Fragen hätte, die seinen Verstand umkreisten. „Werde ich fähig sein, ein Leben in Heiligkeit zu leben? Werde ich in meine alten schlechten Gewohnheiten zurückfallen?“

Gleich am ersten Tag der Exerzitien hatte ich erfahren, dass dieser junge Bursche alles verloren hatte: Familie, Freunde und Beziehungen, aufgrund seiner Pornographie-Sucht. Dies hatte ihn in eine toxische Beziehung geführt und in ein Leben, das total kaputt und verwüstet war. Es sah so aus, als ob er alle Hoffnung verloren hätte. Sein Elend war so groß, dass er niemandem in guter Absicht ansehen konnte – nicht einmal seine Eltern. Er führte ein obszönes Leben und sein Geist war getränkt von Schuldgefühlen. Obwohl er einige alternative Methoden ausprobiert hatte, um sich von dieser Sucht zu befreien, gelang es ihm nicht und er fiel immer wieder in die alten Sünden zurück.

Ist für Gott etwas unmöglich?

Der hl. Augustinus sagte „Es gibt keinen Heiligen ohne Vergangenheit und keinen Sünder ohne Zukunft.“ Der junge Mann erinnerte sich, dass die Barmherzigkeit des Herrn sein Herz während der Beichte berührt hatte. Dies machte ihm ganz tief bewusst, wie wichtig es ist, sich wie ein Kind von Gott abhängig zu machen. Seine anhaltende Ängstlichkeit hinsichtlich der Zukunft offenbarte in Wahrheit seine Sehnsucht, ein Leben in Heiligkeit zu führen. Mir fiel ein, was der hl. Franz von Sales zu sagen pflegte: „Der Herr freut sich an jedem kleinen Schritt, den du unternimmst, um ein heiliges Leben zu führen.“ Ich redete auf den jungen Mann ein, es weiter zu versuchen. Der Schlüssel zu einer immer vollständigeren Bekehrung ist, es immer weiter zu versuchen, selbst wenn man kein offensichtliches Ergebnis erzielt. Gott sieht deine Anstrengung. Die Unfähigkeit, unseren eigenen Fortschritt zu erkennen, hilft uns, uns immer mehr auf Gott zu verlassen.

Die Bekehrung geschieht in einem Augenblick, aber es braucht das ganze restliche Leben, bis sie vollkommen wird. Die Bibel zeigt uns drei wichtige Meilensteine, um in Heiligkeit zu bleiben:

1.Alles beginnt mit dem Verlangen

Was suchst du? Wie Brennstoff Entzündung verursacht, so führt unser Verlangen zu einer Handlung. Der Verlauf einer Google-Suche würde die Interessen und geheimen Wünsche einer Person offenbaren. „Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ (Mt 6,21) Der erste Schritt, um heilig zu werden, ist, Reinheit zu ersehnen, denn das Verlangen führt zum Bestreben.

Der Apostel Paulus führte den gleichen Krieg gegen die fleischlichen Begierden: „Darum laufe ich nicht wie einer, der ziellos läuft, und kämpfe mit der Faust nicht wie einer, der in die Luft schlägt; vielmehr züchtige und unterwerfe ich meinen Leib, damit ich nicht anderen predige und selbst verworfen werde.“ (1 Kor 9,26-27)

Verlangen kontrolliert unsere Schritte; gewisses Verlangen sollen wir meiden, während wir anderes Verlangen kultivieren müssen. Unerfüllte Begierden führen oft in Anhängigkeiten. Um also ein Leben in Heiligkeit führen zu können, muss man ein Verlangen nach Heiligkeit kultivieren. Göttliches Verlangen zu kultivieren hilft der Seele, sich auf Gott zu fokussieren. Der hl. Augustinus sagt, „Das ganze Leben eines guten Christen, ist in Wahrheit eine Übung der Heiligen Begierde. Du siehst nicht, was du begehrst, aber schon dieser Akt des Ersehnens bereitet dich vor, sodass du sehen und äußerst zufrieden sein wirst, wenn ER kommt.“

2. Fliehen oder fallen?

Sehr oft sind wir das Ergebnis der Umgebung, in der wir leben.Zusammenhänge und Umstände üben einen Einfluss auf unsere Handlungen aus. Die Veränderung einer Situation kann einen großen Unterschied bewirken. Eine heilige Atmosphäre und Umfeld sind unabänderliche Voraussetzung, um ein heiliges Leben führen zu können.

Jedes menschliche Wesen hat eine natürliche Neigung zum Verbotenen. Das macht der Apostel Paulus im Brief an die Römer 7,23 klar: „Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das mit dem Gesetz meiner Vernunft im Streit liegt und mich gefangen hält im Gesetz der Sünde, von dem meine Glieder beherrscht werden.“ Das Leben in Heiligkeit ist eine der Kämpfe; jeden Moment gibt es diesen Kampf zwischen Fleisch und Geist, und ein entsprechendes Umfeld produziert verderbliche Begierden des Fleisches.

Der hl. Bernardin von Siena lehrt uns, dass der beste Rat ist, die Gelegenheit zur Sünde zu meiden, und dies tatsächlich die Grundlage der Heiligkeit bildet. „Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann.“ (1 Petr 5,8) Das Böse kommt getarnt, oft in Form unserer Schwächen. Der hl. Philip sagt, dass im Kampf gegen die Unreinheit der Sieg von jenen errungen wird, die vor der Gelegenheit zur Sünde fliehen, nicht von jenen, die sich ihr aussetzen und ihrem Leib schaden, weil es ihnen unmöglich ist, den Angriffen zu widerstehen.

3. Hab Mut!

Auf die Barmherzigkeit Gottes zu vertrauen und sich auf sie zu verlassen, ist der einfachste Weg, in der Heiligkeit zu wachsen. Gott ist nicht jemand, der ablehnt oder verurteilt, der darauf wartet, die Dinge verkomplizieren zu können. Er ist unser Vater, reich an Erbarmen, der darauf wartet, jeden umarmen zu können, der sich dem Thron der Barmherzigkeit nähert. Auf uns selbst zu vertrauen und uns auf unsere eigenen Anstrengungen zu verlassen, ist der sicherste Weg, verloren zu gehen, aber wenn wir Gott vertrauen, wird uns alles möglich.

Kleine Unzulänglichkeiten begleiten uns, aber sie dienen nur dazu, dass wir demütig werden.“Ich bin lauter Liebe und Barmherzigkeit. Es gibt kein Elend, das sich mit meiner Barmherzigkeit messen könnte. Sie kann von der Not nicht ausgeschöpft werden, denn bei jeder Gewährung wird sie noch größer. Die glücklichste Seele ist jene, die sich Meiner Barmherzigkeit anvertraut, denn Ich Selbst kümmere Mich um sie.“ (Aus „Das Tagebuch der Schwester Maria Faustyna Kowalska“, TB 1273) Die Barmherzigkeit Jesu ist eine Einladung an uns, uns völlig Seinem Willen zu überlassen. Was den Menschen unmöglich, das ist möglich durch die Barmherzigkeit des Herrn.

4. Fazit

Petrus war ein Lügner, Maria Magdalena war ein Partygirl, Maria von Ägypten war eine Prostituierte, Paulus war ein Verfolger, Augustinus war ein abtrünniger Sohn, aber sie alle wurden zu Heiligen, als sie auf dem Weg der Heiligkeit wandelten!

Erinnere dich immer daran, dass Seine Gnade dir genügt… und jetzt ist die Zeit gekommen, dich wieder zu erheben und weiterzugehen. Sehne dich nach Heiligkeit, treffe eine kühne Entscheidung, alle Gelegenheiten zur Sünde zu meiden und vertraue auf Seine Barmherzigkeit!

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By: Padre Jilto George CMI

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Jan 15, 2020
Evangelisieren Jan 15, 2020

Vor sechs Jahren wurde unsere mittlere Tochter geboren – überraschenderweise mit einer seltenen Erkrankung des Gesichtsschädels, dem Apert-Syndrom, welches 20 bis 60 Operationen während des Lebens notwendig macht. Bis zu diesem Tag waren mein Ehemann Ben und ich sehr aktiv in unserer Pfarrgemeinde und waren in verschiedenen sozialen Kreisen unterwegs. Nach diesem Tag jedoch, hörten die meisten Leute auf, uns zu Events und Versammlungen einzuladen. Das tat weh. Ich fühlte mich verlassen. Ich realisierte diese abgrundtiefe Leere einer dunklen Einsamkeit.

Es war nicht so, dass ich mich nicht an meinem Glauben festgehalten hätte, im Gegenteil: ich weinte umso mehr vor Gott. Noch immer hatte ich das Gefühl, dass die Menschen, die uns am nächsten standen, eigentlich jetzt an unserer Seite stehen sollten, als wir sie am meisten brauchten. Aber sie verließen uns, ohne nachzufragen, oder vorbeizuschauen oder wenigstens eine Nachricht zu schicken.

Von dieser Zeit an begann ich, über die Allgemeingültigkeit der Einsamkeit nachzugrübeln und warum sie in unserer Welt so verbreitet ist. Nahezu täglich las ich von irgendwelchen Selbstmorden, manchmal von jungen Kindern, nicht älter als meine Zweitklasslerin, oder von irgendeiner anderen Person, die in den Abgrund der Hoffnungslosigkeit gefallen war. Es sieht so aus, als ob wir heute mehr denn je nach zwischenmenschlichen Kontakten suchen, dies aber über schwierige Wege wie Social Media oder andere digitale Wege tun.

Die hl. Theresa von Kalkutta machte einmal den bekannten Ausspruch, dass die größte Armut die Einsamkeit sei. Was kann so eine verheerende Leere heilen? Ich denke oft an Jesus im Garten Gethsemane, wo alle Seine geliebten Freunde eingeschlafen sind, als Er sie am meisten gebraucht hätte. Er betete, wie auch wir es oft tun, dass Sein himmlischer Vater den Kelch des Leidens von Ihm wegnehmen möge. Der Vater erhörte Sein Gebet, aber nicht so, wie Er es anfänglich erbeten hatte. Anstatt das Leiden der Einsamkeit wegzunehmen, sandte Gott Ihm einen Engel des Trostes, welcher Jesus in Seinem Leiden beistand.

Auch meine dunkelsten Stunden der Einsamkeit sind begleitet von täglichen, kleinen Tröstungen. Diese sind manchmal nicht so leicht zu erkennen, besonders dann, wenn ich schwer entmutigt bin von der täglichen Last der Arzttermine oder vom Umgang mit Sarahs Gefühlsausbrüchen und Entwicklungsverzögerungen, oder wenn ich Streitereien unserer Kinder schlichten muss; aber es gibt diese Tröstungen reichlich. Unlängst stand ich wieder im Kampf mit der Einsamkeit, fühlte mich von allen missverstanden und wusste nicht, an wen ich mich hätte wenden können. Es war wieder ein Arzttermin ausständig und diesmal musste ich alle meine Kinder mitnehmen. Es graute mir davor, verzweifelt rief ich die Muttergottes an, mich und meine Mädels zu begleiten, damit alles reibungslos abläuft – nicht so wie letztes Mal, als Veronica im Wartezimmer einen zwanzigminütigen Wutanfall bekam. Sie erhörte mein Gebet. Ich ging heim, machte paar tiefe Atemzüge und atmetet diese mit einem Lobpreis an Gott durch – für all die kleinen und scheinbar unbedeutenden Hilfen.

Einsamkeit wird nicht notwendigerweise mit dem Balsam der Geschäftigkeit geheilt, wie wir vielleicht denken. Ja, wir sind für Gemeinschaft gemacht und wir brauchen menschliche Beziehungen. Was zuerst den Schmerz und die Schwere der Einsamkeit niederschlägt, ist die Abgeschiedenheit mit Gott. Ich denke oft darüber nach, wie es im Alten Testament heißt, dass Gott nicht im Donner oder am Berg oder im Sturm ist, sondern in der Stille, im Säuseln. Wir können Ihn nicht hören, wenn wir zu eingenommen sind vom Lärm und dem Wirrwarr um uns herum.

Abgeschiedenheit bedeutet nicht, dass wir allein sind; es bedeutet, dass wir einen geheiligten Raum und Zeit suchen, um mit dem Einen zusammen zu sein, der uns wahren und andauernden inneren Frieden schenken kann.

Abgeschiedenheit heilt Einsamkeit. Ich habe erkannt, dass ich am einsamsten bin, wenn ich weit entfernt von Gott bin. Wenn ich zu Ihm zurückkehre im Gebet und in der Stille, wenn ich Ihn mit meinem ganzen Herzen suche, dann entdecke ich, dass Er mich mit Seinem Trost und Seiner Liebe erfüllt. Ich bin nicht mehr länger leer, ich verlange nicht mehr danach, dass mein Herz mit menschlichem Trost und Worten der Ermutigung erleichtert wird. Stattdessen heilt Gott liebend und zärtlich mein Herz und erneuert meinen Geist, sodass ich mit größerer Stärke und Hoffnung das Kreuz tragen kann, das Er mir gegeben hat.

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By: Jeannie Ewing

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Jan 15, 2020
Evangelisieren Jan 15, 2020

Edmund Hillary war der erste Mensch, der den Mount Everest bezwang. Beim ersten Versuch scheiterte er, warum auch immer. Die Queen von England erhob ihn in den Ritterstand und am Gala-Abend war ein riesiges Bild vom Mount Everest an der Wand des Haupttisches. Die Menschen empfingen ihn mit stehendem Beifall dafür, dass er überhaupt diesen Versuch gewagt hatte. Als der Applaus endlich schwächer wurde, drehte sich Hillary vom Publikum weg, hin zu dem Bild des Mount Everest, und sagte „Mount Everest, du hast mich einmal besiegt und vielleicht wirst du mich wieder besiegen. Ich werde wieder kommen und dich bezwingen, denn du kannst nicht wachsen, ich hingegen schon.“ Mit Tenzing Norgay erklomm Hillary den Mount Everest schließlich 1953. Hillary sprach zu dem Berg – und besiegte ihn.

Wenn du nicht zu deinem Berg sprichst, dann wird dein Berg zu dir sprechen. Jesus sagte „Amen, das sage ich euch: Wenn jemand zu diesem Berg sagt: Heb dich empor und stürz dich ins Meer!, und wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen.“ (Mk 11,23) Jesus wählte einen Berg, um unsere Probleme darzustellen. Berge sind groß, und sie stellen sich immer so dar, als ob wir nichts mit ihnen tun könnten. Oft beten wir wegen unserer Berge: „Gott, bitte hilf mir, diesen Berg der Versuchung zu bezwingen. Gott, bitte entferne den Berg der Angst oder Furcht. Gott, vertreibe die Berge der Krankheit und Schmerzen.“ Es ist okay, Gott um Hilfe zu bitten, aber es genügt nicht. Wenn du vor einem Berg stehst, reicht es nicht, einfach nur zu beten. Du musst auch entweder zu dem Berg sprechen oder ihm gebieten.

Du kannst dem Berg der Versuchung, der Angst, Furcht, Krankheit und Schmerzen gebieten. Du musst sagen „Angst, ich gebiete dir, zu verschwinden! Für dich gibt es keinen Platz in meinem Leben.“ Wenn du gesundheitliche Probleme hast: statt den Herrn anzuflehen, dass Er dich heilen soll, kannst du dieser Krankheit gebieten „Krankheit, du hast keinerlei Anrecht über meinen Körper. Ich bin ein Kind des höchsten Gottes. Mein Körper ist der Tempel des Heiligen Geistes. Du bist hiernicht willkommen. Ich gebiete dir, meinen Körper zu verlassen!“ Du musst keine Bedenken haben, weil du zu deinen Problemen sprichst. Wie der hl. Johannes sagt „Ihr aber, meine Kinder, seid aus Gott…; denn Er, der in euch ist, ist größer als jener, der in der Welt ist.“ (1 Joh 4,4) Wir sind aus Gott – was für eine Zusicherung, was für ein stärkendes Versprechen! Unterschätze nicht, was Gott durch dich tun kann!

Hochwürden Matthew Naickomparambil war einer der ersten charismatischen Prediger in Indien. Einmal erzählte er mir von einer seiner Heilungserfahrungen. Einmal sollten er und sein Team in Manchester in Großbritannien dreitägige Exerzitien mit Heilungsgebet halten. Sie waren schon am losfahren, als zwei der Teammitglieder Windpocken bekamen. Die Mitarbeiter in dem Exerzitienzentrum trafen Vorbereitungen, um sie unter Quarantäne zu stellen. Am Tag vor dem Abflug fand Pater Matthew auf seiner Hand bereits zwei Windpocken-Bläschen. Statt ebenfalls in Quarantäne zu gehen, entschied er sich dafür, dem Windpocken-Berg zu gebieten. Er sagte „Mein Körper ist der Tempel des Heiligen Geistes. Ihr, Windpocken, habt keine Autorität, die Kontrolle über mich zu übernehmen. Ihr seid hier nicht willkommen. Ich gebiete euch, meinen Körper zu verlassen. Ich werde die Werke des Herrn am kommenden Dienstag in Manchester verkünden.“ Der Glaube siegte: der Berg der Windpocken verschwand. Er flog nach Manchester und zog den angekündigten Heilungsdienst durch.

Wenn du mit Langzeit-Krankheiten zu tun hast, Depression oder Süchten, dann sieht es manchmal so aus, als ob sich nie etwas ändern würde. Wenn du Worte des Glaubens sprichst, dann wird in der unsichtbaren geistigen Welt etwas geschehen. Berge stürzen ein, die Mächte der Finsternis werden besiegt und der Feind erzittert.

Was steckt hinter dieser Art von Gebet? Wenn du deklarierst und den Bergen gebietest, dann tust du das nicht in deiner Autorität, sondern in der Autorität des Sohnes des lebendigen Gottes. Alle himmlischen Mächte werden auf dich aufmerksam und beginnen, für dich zu arbeiten. Die mächtige Armee Gottes steht dann hinter dir. So wie es der Psalmist sagt „Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir“ (23,4). Und weiter „Dir begegnet kein Unheil, kein Unglück naht deinem Zelt. Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen.“ (91,10-11) Da wir aus Gott sind, sind die mächtigen Kämpfer des Allmächtigen immer mit uns. Keine Kraft kann sich Gott widersetzen. Lasst uns das Geschenk des Glaubens, das uns gegeben wurde, neu in uns entfachen! Wenn du sprichst und nicht zweifelst, wird der Berg entfernt.
Papst Franziskus sagt „Christus hat völlig triumphiert über das Böse, ein für allemal, aber es liegt an uns, den Menschen der jeweiligen Epoche, diesen Sieg in unserem Leben und in den gegenwärtigen Situationen der Geschichte und der Gesellschaft willkommen zu heißen.“ In deinen Prüfungen, Leiden und Enttäuschungen, erinnere dich an den Sieg Christi! Lade die Wirklichkeit des Triumphes Christi in dein Leben ein!

Hillary besiegte den Mount Everest nicht an einem Tag oder in ein paar Monaten. Aber jede Zwischenstufe seines Erfolges feierte er. Unterlass es niemals, dem Berg zu sagen, dass du ihn eines Tages besiegen wirst! Dein Berg sieht vielleicht Monat für Monat gleich aus. Kümmere dich nicht darum! Im geistigen Bereich ändern sich die Dingen zu unserem Vorteil. Bereits am allerersten Tag, an dem du zu deinem Berg sprichst, beginnt er in seinem Fundament zu zerbröckeln. Die Schrift sagt uns, dass Jesus einmal durch die Stadt ging, einen Feigenbaum sah und zu ihm ging, weil Er essen wollte. Der Feigenbaum hatte allerdings keine Früchte. Jesus sah den Baum an und sagte „In Ewigkeit soll niemand mehr eine Frucht von dir essen.“ Jesus sprach zu dem Baum. Jesus ging weg, und zuerst sah es nicht so aus, als ob irgendetwas passiert wäre. Der Baum war genauso grün und gesund wie vorher. Ich bin mir sicher, dass einige Jünger einander zuflüsterten „Seht, die Worte unseres Meisters haben nichts bewirkt. Jesus muss Seine Kraft verloren haben, denn er gebot dem Baum zu sterben, aber nichts geschah.“ Was sie allerdings nicht wahrnahmen, war, dass unter der Erdoberfläche, in den Wurzeln, in dem Moment alles Leben abgeschnitten wurde, als Jesus gebot.

Als sie kurze Zeit später wieder durch die Stadt gingen, blieben die Jünger überrascht stehen. Sie sagten „Rabbi, sieh doch, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt.“ (Mk 11,21) Auf gleiche Weise setzen sich die Mächte des Himmels gleich in Bewegung, wenn du zu deinem Berg sprichst. Der Herr setzt Seine Gunst frei. Er hält die falschen Menschen fern von uns, schickt Heilung, Durchbruch, Er sendet Sieg.

Du weißt vielleicht gar nicht, was Gott in dieser Zeit getan hat. Der Berg sieht genauso aus wie immer – groß, dauerhaft und stark. Wenn du im Glauben feststehst und auch weiter zu dem Berg sprichst, wirst du plötzlich sehen, dass der Berg wegversetzt wurde. Der Berg wird auf deine Stimme, die sich im Glauben auf die Kraft des Herrn stützt, reagieren. Wenn du regelmäßig Bibelstellen liest, die dich inspirieren zu deinen Problemen zu sprechen, wirst du ermutigt sein. Jesus gebot dem Sturm (Lk 8,24), Er gebot dem Fieber (Lk 4,39), Er gebot dem Geist des Stummen (Mk 9,17) und vielem anderem. Über den Berg hast du vermutlich schon lange genug geredet. Jetzt ist die Zeit, zum Berg zu reden.

Der Glaube an Jesus ist die eine Sache. Der Glaube von Jesus eine andere. Wir reden viel über den Glauben an Jesus. Ja, das ist wichtig. Aber es ist erst der Anfang. Wichtiger für uns ist es, über den Glauben von Jesus zu sprechen. Dieser Glaube hilft uns, nicht nur beim Herrn über unsere Probleme zu sprechen, sondern stattdessen lieber zu den Problemen zu sprechen.

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By: Pater Roy Palatty

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Jan 15, 2020
Evangelisieren Jan 15, 2020

Philip Neri rief einmal eine Frau, eine Klatschtante, zu sich und übergab ihr einen Bündel Federn. Er trug ihr auf, eine gewisse Strecke zu gehen und dabei eine Feder nach der anderen auszustreuen. Erwartungsgemäß war die Frau überrascht und verstand nicht, weshalb sie dies tun sollte. Aber der Heilige sagte ihr, dass er ihr alles nach getaner Arbeit erklären würde. Und so tat die Frau, was ihr aufgetragen war. Als sie zurückkam, trug ihr der Heilige auf, nochmals loszugehen und die verstreuten Federn wieder einzusammeln. Sie zog los, um die Federn zu suchen, fand sie aber nicht mehr; sie alle waren vom Wind verweht worden. Nun erklärte ihr Philip Neri: „Das ist es, was geschieht, wenn du über andere redest. Mit deinen einmal ausgesprochenen Worten verhält es sich wie mit den Federn, die vom Wind zerstreut wurden: du hast keine Kontrolle mehr über sie. Die Worte verbleiben nicht bei einer Person, sondern der Tratsch geht von einer Person zur nächsten und du kannst keines deiner Worte mehr zurücknehmen.“ Die Frau verstand, was der Heilige ihr sagen wollte und sie änderte ihr Benehmen.

„Wohl dem Menschen, dem sein eigener Mund keine Vorwürfe macht, der nicht klagen muss vor Kummer über seine Sünden.“ (Sir 14,1)

Aber wer hat noch keine unachtsamen Worte gesprochen? Der eine mehr, der andere weniger. Wenn wir mehr reden, dann besteht auch mehr Gelegenheit zur Sünde. Unsere Gespräche betreffen dann mehrere Themen und mehrere Menschen. Die Vorstellungskraft hat Flügel und mit jedem Wort stirbt ein guter Ruf: als Folge davon werden unsere Herzen entweiht. „Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.“ Diejenigen, die Tratsch anhören, können ihn nicht in ihrem Herzen zurückhalten. „Um eines Wortes willen kommt der Tor in Wehen wie eine Gebärende durch ihre Leibesfrucht. Wie ein Pfeil im Schenkel sitzt, so steckt das Wort im Leib des Toren.“ (Sir 19,11-12) Dementsprechend kommt der Zuhörer des Tratsches, genauso wie das Opfer des Tratsches, in die Kette dieses Fluches.

Menschen in allen Lebensbereichen müssen gegen dieses Übel wachsam sein. Studenten, Menschen, die in Büros arbeiten, Menschen, die in Heimen untergebracht sind, Menschen, die einander auf öffentlichen Plätzen treffen und bei sozialen Treffen und selbst Priester und Nonnen haben darauf zu achten, niemanden schlechtzumachen. Viele Büros sind zu richtigen Tratschhöhlen geworden. Wundern wir uns deshalb nicht, wenn wir Menschen begegnen, die Tratsch als Kunst oder sogar als Gabe ansehen. Auch solche Menschen haben ihre `Jünger´. Jene, die sich der unkontrollierten üblen Nachrede verschrieben haben, sind wie Krebs, der sich in den Knochen ausbreitet. Sie zerstören Frieden und Harmonie in einer lebendigen Gemeinschaft. Die Bibel hat klar und deutlich dargelegt, dass es notwendig ist, klug in all unseren mündlichen Unterredungen zu sein. Das nachfolgende Zitat möge dich inspirieren bzw. dir die Schwere dieser Sünde aufdecken. Wenn du hier fehlgegangen bist, dann bereue, bitte um Vergebung und fasse einen festen guten Vorsatz, wie der Herr ihn dir offenbart. Bitte um die Gnade, diesen Vorsatz bzw. deine Entscheidung einzuhalten.

„Nur wenn du imstande bist, antworte deinem Mitmenschen, wenn nicht, leg die Hand auf den Mund! Ehre und Schmach liegen in der Hand des Schwätzers, des Menschen Zunge ist sein Untergang. Lass dich nicht doppelzüngig nennen und verleumde niemand mit deinen Worten! Denn für den Dieb ist Schande bestimmt, schlimme Schmach für den Doppelzüngigen. (Sir 5,12-14) Diejenigen, die sich diese schlechte Gewohnheit angeeignet haben, sollten über diese Worte nachdenken und sich stets an sie erinnern.

„Der Verleumder sei verflucht; viele, die friedlich lebten, hat er zugrunde gerichtet.“ (Sir 28,13)

„Peitschenhieb schlägt Striemen, Zungenhieb zerbricht Knochen. Viele sind gefallen durch ein scharfes Schwert, noch viel mehr sind gefallen durch die Zunge. Wohl dem, der vor ihr geschützt ist und ihrer Wut nicht anheimfällt, der nicht ihr Joch ziehen muss, nicht an ihre Stricke gebunden ist. Denn ihr Joch ist ein eisernes Joch, ihre Stricke sind eherne Stricke. Der Tod durch sie ist ein schlimmer Tod, besser als sie ist die Unterwelt. Keine Macht hat sie über Fromme, sie werden nicht versengt durch ihre Flamme. Wer den Herrn verlässt, verfällt ihr, sie flammt an ihm auf und erlischt nicht mehr. Sie stürzt sich auf ihn wie ein Löwe, wie ein Panther zerreißt sie ihn. Schau, deinen Weinberg umzäunst du mit Dornen, mach auch Tür und Riegel an deinen Mund! Dein Silber und Gold verwahrst du abgewogen, mach auch für deine Worte Waage und Gewicht!“ (Sir 28,17-25)

Wenn wir über diese Worte nachdenken, muss uns bewusst sein, dass dies zwei Seiten derselben Münze sind. Zunächst die Leiden jener Personen, die zum Ziel der Kritik und der Verleumdung werden. Dann das Vergnügen jener Personen, die kritisieren und Gerüchte verbreiten. Aber bevor du dich einer solchen Freude hingibst, lies das folgende Wort Gottes.

Lies mit Furcht und Zittern

„Es gibt ein Reden, das der Pest vergleichbar ist; möge es sich im Erbland Jakobs nicht finden. Den Frommen liegt dies alles fern, sie wälzen sich nicht in Sünden.“ (Sir 23,13)

„Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.“ (Mt 5,22)

„Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr meßt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden.“ (Mt 7,1-2)

„Bevor du redest, unterrichte dich, und ehe du krank wirst, sorge für die Gesundheit! Noch vor dem Gericht erforsche dich selbst, dann wird dir in der Stunde der Prüfung verziehen.“ (Sir 18,19-20)

„Schäme dich, ein Wort, das du gehört hast, weiterzutragen und ein vertrauliches Gespräch zu verraten.“ (Sir 42,1)

„Gefürchtet in der Stadt ist der Schwätzer, ein prahlerischer Mund ist verhasst.“ (Sir 9,18)

„Besser ein Dieb als einer, der immer nur lügt; beide aber werden zugrunde gehen.“ (Sir 20,25)

„Mancher schweigt und gilt als weise, mancher wird trotz vielen Redens verachtet.“ (Sir 20,5)

„Wer viele Worte macht, wird zum Ekel, der Anmaßende wird gehasst.“ (Sir 20,8)

Lächerlich-Machen ist Sünde

Tratsch ist nicht die einzige Sünde, die man mit Worten begehen kann. Wenn wir jemanden schlecht machen, weil er Schwächen hat oder körperlich missgebildet ist, begehen wir eine schwere Sünde. Auch sollten wir mit niemandem schimpfen oder wütend werden in der Gegenwart anderer Personen. Es gibt Lehrer, die ihre Schüler vor der ganzen Klasse bloßstellen. Es gibt Ehemänner, die ihre Frauen öffentlich tadeln und Ehefrauen, die ihre Ehemänner in der Gegenwart anderer Personen anklagen. Eltern nörgeln an ihren Kindern herum und Kinder kritisieren ihre Eltern. Der Chef beschuldigt die Angestellten und umgekehrt. Sogar Priester und Ordensleute machen sich dieser Praktiken schuldig.

Der Rat unseres Herrn


„Tadle nicht, ehe du geprüft hast; zuerst untersuche, dann weise zurecht!“ (Sir 11,7)

„Peitschenhieb schlägt Striemen, Zungenhieb zerbricht Knochen. Viele sind gefallen durch ein scharfes Schwert, noch viel mehr sind gefallen durch die Zunge.“

„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! – und dabei steckt in deinem Auge ein Balken? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.“ (Mt 7,3-5)

„Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“ (Lk 6,36)

„Endlich aber: seid alle eines Sinnes, voll Mitgefühl und brüderlicher Liebe, seid barmherzig und demütig! Vergeltet nicht Böses mit Bösem noch Kränkung mit Kränkung! …Wer das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht, der bewahre seine Zunge vor Bösem und seine Lippen vor falscher Rede. Er meide das Böse und tue das Gute; er suche Frieden und jage ihm nach.“ (1 Petr 3, 8-11)

„Verleumdet einander nicht, Brüder! Wer seinen Bruder verleumdet oder seinen Bruder verurteilt, verleumdet das Gesetz und verurteilt das Gesetz; … Wer aber bist du, dass du über deinen Nächsten richtest? (Jak 4,11-12)

Die Zunge – ein todbringendes Körperteil


„So ist auch die Zunge nur ein kleines Körperglied und rühmt sich doch großer Dinge. … Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Die Zunge ist der Teil, der den ganzen Menschen verdirbt und das Rad des Lebens in Brand setzt; sie selbst aber ist von der Hölle in Brand gesetzt. … doch die Zunge kann kein Mensch zähmen, dieses ruhelose Übel, voll von tödlichem Gift. Mit ihr preisen wir den Herrn und Vater und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die als Abbild Gottes erschaffen sind. Aus ein und demselben Mund kommen Segen und Fluch. Meine Brüder, so darf es nicht sein.„ (Jak 3,5-10)

Wenn wir jemanden richten, dann sollten wir bedenken, dass auch wir einmal gerichtet werden mit dem Maß, mit dem auch wir zugeteilt haben. Wenn wir dereinst beim Jüngsten Gericht vor Jesus stehen werden – welches Los wird uns dann zufallen, wenn Jesus den strengen Maßstab an uns anlegt?

„Stell den Freund zur Rede, ob er etwas getan hat… Stell den Freund zur Rede, denn oft gibt es Verleumdung; trau nicht jedem Wort!“ (Sir 19,13-15)

Und so ganz nebenbei: Wenn wir in unserem Nächsten irgendwelche Schwächen erkennen, dann soll es uns zur Gewohnheit werden, für diese Menschen zu beten, damit sie von Gott die Gnade erhalten, ihre Fehler abzulegen. Beginnen wir damit noch heute! Der Herr wird uns sicherlich mit seinen Gnaden überschütten – und auch die Menschen, für die wir beten.

Lasset uns beten


Jesus, ich preise Dich und ich danke Dir, dass Du mir die Gabe der Rede gegeben hast. Viele Male habe ich dieses Geschenk dazu benützt, Dich zu preisen, Dich anzubeten und um Vergebung zu bitten für meine Sünden. Ich habe meine Lippen dazu verwendet, um zu trösten, zu ermutigen und andere zu loben. Es ist mir eine große Freude, mich an all das zu erinnern.

Gleichzeitig habe ich anderen Leid verursacht und Enttäuschung und durch meine Worte ihre Gefühle verletzt, wieder andere haben durch mich ihren guten Ruf verloren. Ich habe mehrfach durch meine Worte gesündigt. Jesus, schenke mir die Gnade, mich selbst und meine Zunge zu kontrollieren. Möge meine Rede anderen Menschen Heilung bringen, nicht Wunden. Mögen meine Worte die Seelen anderer veredeln und emporheben, nicht zerstören.

Viele Menschen haben mich vielfach verletzt. Ich habe sie gehasst und hatte oft Rachegedanken. Herr segne all jene, die mich verwundet oder verletzt haben. Heile die Wunden in meinem Bewusstsein und Unterbewusstsein. Gewähre uns, dass wir in der Liebe wachsen und in Deinem Geist eins sind.

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By: Pater. Joseph Vayalil CMI

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Jan 15, 2020
Evangelisieren Jan 15, 2020

Ich saß vor dem Allerheiligsten Altarsakrament mit einem schweren Herzen, ermattet von emotionalen Schlägen, die ich in der vergangenen Woche einstecken musste. Ich ging gedanklich meine drohende Kündigung durch und alles, was sie mit sich bringen würde: Schuldgefühle, weil ich in einem Job hängengeblieben war, der mich eigentlich nicht interessierte; Erkenntnis, dass ich eine Veränderung in meiner Karriere brauchte und ich fragte mich, ob ich in der Stadt, in der ich gegenwärtig lebte, bleiben könnte oder wegziehen sollte. Mein Leben fühlte sich an, als ob es zu einem plötzlichen Ende, zu einer Bruchlandung, gekommen wäre.

All diese Gefühle überkamen mich, als ich vor Jesus saß, und ich war müde. Körperlich und geistig, emotional ausgelaugt – nicht nur von der Last dieser Probleme, sondern auch von dem Tribut, welchen diese meinem geistlichen Leben abverlangten. Ich ging nicht mehr mit Begeisterung zur Messe und zur Anbetung. Ich konnte mich nicht mehr auf meine ganz gewöhnlichen Gebete konzentrieren. Alles, was ich Jesus anbieten konnte, waren meine Ängste und meine halbherzigen, zerstreuten Gebetsübungen. Ich fühlte mich vor meinem Geliebten wie eine armselige Liebende. Er hätte soviel mehr verdient! Dies war nicht genug.

Und in diesem Moment der Verzweiflung und Gebrochenheit in der Gegenwart des Herrn, wurde mir die Bedeutung des Wortes „Adoration“ wunderbar und drastisch bewusst. Vor ein paar Jahren lernte ich anlässlich eines Studienprogrammes des damaligen Priesters Robert Barron (nunmehr Bischof Robert Barron der Erzdiözese von Los Angeles), dass das Wort „Adoration“ aus dem Lateinischen kommt „ad oratio“, was wörtlich übersetzt „Mund zu Mund“ bedeutet. Als ich das hörte, verschlug es mir den Atem. Mund zu Mund mit Jesus. Überleg dir, was das bedeutet! Mund zu Mund bedeutet einen Kuss, eine Geste der Liebe und der Lieblichkeit. Mund zu Mund kann aber auch eine lebenserhaltende Maßnahme sein – der Atem des einen holt jenen zurück, der in Todesgefahr ist, oder stärkt ihn. In einem dieser Zusammenhänge steht die Mund zu Mund-Geste, keinesfalls ist sie Zufall. Es ist keine Gelegenheitsgeste oder eine bedeutungslose Handlung. Sie ist intuitiv, persönlich und angetrieben von einem intensiven Gefühl: entweder von Liebe oder von Verzweiflung.

Es ist erschütternd. Es lässt uns den Atem stocken und vielleicht zurück scheuen. Aber das ist die Vertrautheit, die sich Jesus mit uns ersehnt. Es sind diese kostbaren Augenblicke in der Anbetung, die wir von Angesicht zu Angesicht, von Mund zu Mund, mit Jesus verbringen, so inniglich, dass Er Seine Liebe großzügig über uns ausgießt, mit einem Kuss, so nah, dass Er uns anhauchen und in uns einhauchen kann.

An jenem Tag also erinnerte ich mich an die Bedeutung des Wortes „Adoration“ und ich rang nach Luft wegen der Innigkeit dieser Handlung; so nahe war ich meinem Geliebten! Aber was mich noch mehr mitgenommen hatte, war diese selbstvergessene Liebe Seinerseits. Bei der Anbetung geht es darum, Jesus zu ehren und zu feiern. Verschiedene Gesten bei der Aussetzung ziehen alle Register, damit wirklich gewährleistet ist, dass IHM die gebührende Hochachtung erwiesen wird – Weihrauch, spezielle Gewänder und wunderbare Gesänge. Es gibt verschiedene Weisen und Anordnungen, um den Altar besonders für die Anbetung zu schmücken. Ich habe Menschen gesehen, die sich auf den Boden legten und ihn küssten, wenn sie in eine Anbetungskapelle kamen. Jesus in der Eucharistie ist eine große Sache, das Zentrum unserer Aufmerksamkeit und unserer Zuneigung, wann immer wir uns in Seiner Gegenwart befinden.

Für Jesus geht es in der Anbetung ganz um uns – uns zu lieben, uns wiederherzustellen, uns zu trösten, uns zu heilen. Wir kommen „ad oratio“, Mund zu Mund mit Ihm, um Ihn zu ehren, aber auch um uns von Ihm lieben zu lassen. Diese Liebe ist der Grund, weshalb sich Jesus in der Eucharistie zurückgelassen hat, damit Er uns ganz nahe bleiben kann. Und diese Liebe und Sehnsucht nach Nähe hängt nicht von uns ab. Jesus wünscht dies immer. Er will das immer. Sogar, wenn wir schmutzig sind – eben wie eine Mutter, die nicht zögert, ihrem dreckigen Kind einen Kuss aufzudrücken. Er wartet auf uns mit der immer gleichen brennenden Sehnsucht und Liebe, unabhängig davon, ob wir dessen würdig sind, unabhängig von unseren Fähigkeiten, Ihm diese Liebe zu vergelten.

Ich kann mich erinnern: als ich IHM an diesem Tag in der Anbetung begegnet bin, musste ich mir keine Sorgen darüber machen, ob ich eine gute Geliebte war oder nicht.Seine einzige Aufmerksamkeit war darauf gerichtet, mich „ad oratio“ zu bringen, mich zu lieben und zu heilen. Obwohl ich das Gefühl hatte, dass ich Ihm nichts zurückgeben konnte. Er kümmerte sich nicht darum; Er kümmerte sich nur um mich.

Das ist bedingungslose Liebe – wenn du deine Liebe in Verzweiflung siehst und dabei nicht denkst „sie liebt mich nicht, sie dient mir nicht gut genug“, sondern „sie ist verletzt, ich möchte für sie da sein.“

So sieht Jesus einen jeden von uns an, wenn wir uns Ihm in der Eucharistie nahen. Welch süße Erleichterung es wäre, wenn wir wüssten, dass bei uns nicht alles perfekt sein muss, um zu Ihm kommen zu können! Wir müssen nicht mit liebebrennendem Herzen und wunderbaren Gefühlen zu Ihm kommen, oder einer Zunge, die mühelos die wunderbarsten Gebete formulieren kann. Er akzeptiert auch unsere schmerzenden Herzen und gebrochenen Gebete. Das ist genug für Ihn – auch wenn es für uns nicht so aussehen mag.

Er sehnt sich nach uns gerade in diesen schmerzvollen Augenblicken, wenn Liebe schwierig ist. Er zieht uns immer noch „ad oratio“, in diesen wortlosen Austausch der Blicke, des Atems und der Liebe. Nicht wegen dem, was wir getan haben, sondern wegen dem, wer Er ist.

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By: Erin Daly

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Apr 08, 2019
Evangelisieren Apr 08, 2019

Vor einiger Zeit besuchte eine Gruppe Men- schen den ehemaligen Major Erzbischof der Syro-malankarische Kirche, Cyril Mar Basellios mit dem Anliegen, dass sie eine neue Kirche bauen wollten, um ihre Liturgie praktizieren zu können. „Wie viele Familien gehören zu eurer Gemeinde?“ fragte der Er- zbischof. Die Leute sagten: „Vier oder fünf.“ Um zu testen, wie ernst es ihnen ist, sagte er: „Für eine so geringe Anzahl an Gläubigen lohnt es sich nicht eine so große Investition zu tätigen.“ Zu seinem Erstaunen antwortete einer der Besucher: „Hochwürden, wieviel kostet eine Seele?“ Er willigte ein, die Kirche zu brauen. Bis heute ist diese Gemeinde zu einer großen Gemeinde mit vielen Institutionen herangewachsen.

Während ich meinen Dienst in Nordindien leistete, für „Shalom“ in Nordindien unterwegs war, aber auch während ich verschiedene Kirchengemeinden in Europa besuchte, erin- nerte ich mich häufig an obige Begebenheit. Wer kann die Wertigkeit einer Seele bestimmen?

Der Gott, der den Namen eines jeden Men- schen in seine Hand eingemeißelt hat (Jes 49,16), hat seinen Sohn zur Rettung aller hingege- ben, „damit die Welt durch ihn gerettet wird“ (Joh 3, 16). Das ist das Fundament unseres Glaubens. „Um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden.“ (1. Kor 7, 23)

Die Länder Europas machten sich große Ge- danken für die Zukunft. Aufgrund nachlassender Besucherzahlen in den Kirchen, manchmal reduzieren sie auch einige Aktivitäten. Aber vor Gott ist jeder Einzelne wichtig. „Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist und weil ich dich liebe, gebe ich Menschen für dich und für dein Leben ganze Völker.“ (Jes 43, 4)

Der Beitrag der der europäischen Kirche, besonders der deutschen Kirche zur Weltkirche, ist groß. Mehr als die finanzielle Unterstüt- zung, tragen die Leistungen vieler Geistlicher dazu bei. Ich arbeite nun seit einigen Jahren in Deutschland und nehme wahr, dass auch hier nur wenige Menschen aktiv in kirchlichenAktivitäten engagiert sind. Aber die Zuversi- cht und die Hoffnung, die diese Menschen ausstrahlen, sind unbeschreiblich groß und bewundernswert. „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18, 20) Ich verstehe diesen Vers, wenn ich diese Gemeinschaften betrachte. Gemeinschaften, die den Aufer- standenen in ihrer Mitte wahrnehmen vielen Menschen so Hoffnung für die Zukunft geben. Das hilft über die Angst vor der Zukunft hin- wegzutrösten. „Fürchte dich nicht, du kleine Herde.“ (Lk 12, 32)

Jeder einzelne ist wichtig für Gott. „…denn du wurdest geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erworben aus allen Stämmen und Sprachen, aus allen Nationen und Völkern und du hast sie für unseren Gott zu einem Königreich und zu Priestern gemacht; und sie werden auf der Erde herrschen.“ (Offb 5, 9f) Durch Jesu Blut erhält jeder Mensch einen unermesslichen Wert.

Die Kirche hat schon schlimmere Zeiten als unsere heutige Zeit durchlebt und überstanden. Aber die Kirche ist Seine. Er wird uns durch unsere Ängste hindurchhelfen. „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott. Ich habe dich stark gemacht, ja ich habe dir geholfen und dich gehalten mit meiner siegreichen Rechten.“ (Jes 41, 10)

Gott und seine Kirche stehen über all unseren Planungen, Überlegungen, Projekten und Ideen. Wenn wir dies verstehen und uns bewusst machen, können wir allen Schwi- erigkeiten die uns die Zukunft bringen mag, selbstbewusst, stark und voller Hoffnung entgegentreten. Der Apostel Paulus musste viele Probleme durchstehen. Aber seit er Gott kannte, hat er niemals die Hoffnung verloren. In seinem zweiten Brief an die Korinther sch- reibt er: „Wir werden gehetzt…und sind doch nicht verlassen; wir werden niedergestreckt und doch nicht vernichtet. Immer tragen wir das Todesleiden Jesu an unserem Leib, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib sichtbar wird.“ (2. Kor. 4, 9f) Diese Worte werden uns helfen, einen Weg zu finden. In seinem Brief an Timotheus erinnert uns Paulus daran, wie wir unseren Glauben leben sollen: „Verkünde das Wort, tritt auf, ob gelegen oder ungelegen, überführe, weise zurecht, ermahne, in aller Geduld und Belehrung.“ (2.Tim 4, 2)

Wir wollen unser Herz mit dieser Überzeu- gung füllen, anstatt uns an Schwierigkeiten festzuklammern. Unsere gläubigen Herzen sollen uns stärken. „ Die aber auf den HERRN hoffen, empfangen neue Kraft, wie Adler wachsen ihnen Flügel. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt.“ (Jes 40, 31) Der Titel dieses Artikels, die Frage eines ganz normalen Menschen, soll uns helfen, uns auf unseren Dienst zu konzentrieren. Ich möchte meinen Beitrag mit einer weiteren Lehre von Paulus schließen: „Freut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass! Dankt für alles; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus.“ (1. Thess 5, 16-18).

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By: Sajan Blankenheim

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